Optimismus bei der Österreichischen Photovoltaik-Tagung

Optimismus bei der Photovoltaiktagung. Deckelung jedoch nach wie vor das größte Problem.

Mitte Oktober fand die alljährliche Photovoltaiktagung statt und ich konnte mich einen Tag dafür freikämpfen. Außerdem muss man ja auf dem Laufenden bleiben. Es hat sich jedenfalls ausgezahlt, da einige Erkenntnisse den Tag geprägt haben.

Weltweite Entwicklung ungebrochen

Für mich am spannendsten fand ich den Vortrag von Pius Hüsser, den Vizepräsidenten von Swiss Solar, der nicht nur Galgenhumor zeigte (die Schweiz ist ähnlich weit hinten wie Österreich was PV betrifft) sondern mit aktuellen Zahlen über die weltweite Entwicklung aufwarten konnte. Menschen, die nur Massenmedien konsumieren müssen ja meinen die Solarindustrie stehe vor dem Weltuntergang. Leider wissen nur die Menschen Bescheid, die wirklich tief in der Materie drin sind und die Entwicklungen sind so rasant, dass weder Politiker noch Journalisten da mithalten können. Letztere drucken lieber die Pressemitteilungen über den Solarausstieg von Siemens. Jedenfalls hat Pius Hüsser meinen Wissensstand wieder auf aktuelles Niveau gebracht und uns alle in Erinnerung gerufen wo die Preise am Beginn der Entwicklung waren. Nämlich bei 12.000 €/kWp. Heute sind wir Großanlangenbau bei fast einem Zehntel davon. Das ist wirklich unfassbar. Das ist auch der Grund, warum PV in Schwellenländern interessant wird und nur wenig Förderung braucht, zudem Energie meist ohnehin gefördert ist und eine Umverteilung in diese Richtung von vielen Regierungen forciert wird. Natürlich werden nicht alle Unternehmen dem Preisdruck standhalten können, weswegen die Zeitungen noch sehr viel Futter haben werden die nächsten Jahre. Hier noch ein Vergleich der einzelnen Länder pro Kopf. Wir waren irgendwann sogar mal Pioniere. Er bestätigt auch meine Aussage, dass Österreich 7-8 Jahre hinter Deutschland ist und ich freue mich auf den kommenden Jahre. Wer die gesamten Slides von Herrn Hüsser sehen will, kann hier nachlesen.

Rangliste nach Watt pro Einwohner im Zeitvergleich. Österreich nach wie vor weit abgeschlagen.

Ortsnetzspeicher als Teil der Lösung

Ebenfalls neu war mir das Projekt von Ortsspeichern. Wir wissen ja, dass es in Deutschland mittlerweile Dörfer gibt, wo keine neuen Anlagen mehr gebaut werden können, da das Netz überlastet wird. Speicher in den einzelnen Häusern sind unwirtschaftlich und die Regelung ist wieder aus der Hand gegeben, weil dann der Netzbetreiber in den Speicher im Haus eingreifen müsste. IBC einer der Solarpioniere, welcher schon seit 30 Jahren am Markt ist, ist auch hier anscheinend wieder Vorreiter und hat gemeinsam mit dem anscheinend kooperationswilligen Stadtwerk eine Lösung entwickelt, die die Netzversorgungssicherheit wieder herstellt indem der Speicher genau auf die bestehenden Anlagen dimensioniert wird und auch die Regelung wieder in der Hand des Netzbetreibers ist. Der gravierendste Unterschied zwischen Österreich und Deutschland ist ja, dass im Gesetz geregelt ist, dass ein anschlusswilliger Haushalt auch anschließen darf und der Netzbetreiber sich darum kümmern muss, dass die Netzsicherheit gewährleistet ist und gegebenenfalls Baumaßnahmen setzt. In diesem Fall war der Ortsspeicher im Vergleich zum Netzausbau die anscheinend wirtschaftlichere Lösung. Die gesamte Präsentation ist hier.

Wind wird gegen PV ausgespielt

Neben all den positiven Eindrücken des Tages und dem Optimismus der derzeit in Österreich herrscht, macht mir eines zu denken. Jede Anlage die jetzt gebaut wird, wird ungefähr fünf weiter anstecken. PV ist ansteckend, das wurde schon weitgehend bewiesen. Das Kontingent der OeMag ist mit 40 MWp pro Jahr zwar deutlich höher als in den Hungerjahren, aber es wird nicht ausreichen. Zudem wird der Resttopf von 18 Mio. zwischen Wind und PV aufgeteilt, was unnötige Spannungen zwischen den beiden so wichtigen Technologien hervorruft. Am 1. Jänner wird entscheiden ob die großen Windparks, die sehr schnell einige MW an Kapazität abschöpfen, schnell genug entwickelt wurden. Ist dies der Fall, bleibt für die PV, die zwar letztes Jahr davon profitiert hat, dass die Projektentwicklung schneller geht, nicht mehr viel übrig sein wird und es wird viele verärgerte Bürger und Unternehmen geben. Mir hat ein wenig der Ruf nach dem Wegfall des Deckels, der für das Handwerk so unglaublich wichtig wäre, gefehlt. Bei den so geringen Zuschusskosten, die die PV nur mehr braucht, ist auch keine Kostenexplosion, wie sie in Deutschland jetzt angeprangert wird, mehr zu erwarten. Fette Renditen sind beim Netzparitätstarif ohnehin nicht drin und es werden sich kein Heerscharen an Investoren hierher bemühen. Es würde jedoch ein unfassbar großes Investitionsvolumen der Bürger entfesselt, die vor lauter Nullen bei den Bankzinsen sehr gern die Wirtschaft mit erneuerbaren Strom ankurbeln würden.

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

5 Comments

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    Tel. / Fax: +34 965832368
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