Elektroautos beim Fahren aufladen?

Bei der letzten „Wireless Technology Park“, einer japanischen Messe für Drahtlos-Technologie, zeigte das Forscherteam von Professor Takashi Ohira von der „Tokyo University of Technology“ in einer vereinfachten Versuchsanordnung wie man durch eine 10 cm dicke Betonschicht und über Autoreifen (eines fahrenden Autos) elektrische Energie (60 Watt) übertragen kann.

Die Forscher aus Tokyo wollen erreichen, dass Elektroautos in Zukunft nicht nur im Stehen, sondern – mithilfe ihrer japanischen Technologie – auch während der Fahrt aufgeladen werden können. Funktionieren soll das über in die Straße eingebaute Lademodule, die einfach verlegt werden können. Das würde den Nachteil Nr. 1 von Elektroautos – die geringe Reichweite – weitgehend entkräften.

Die Forscher nutzen dabei die relativ hohe Leitfähigkeit von herkömmlichen Straßenbeton und das Prinzip der „induktive Kopplung“, also eine kontaktlose Form der Energieübertragung wie sie zum Beispiel heute schon zum Aufladen von stehenden E-Autos oder elektrischen Zahnbürsten verwendet wird.

Da die Betonschichten auf unseren Straßen – nicht wie bei der Versuchsanordnung 10 cm – sondern im Schnitt zwischen 18 und 30 cm dick ist, arbeiten die Forscher inzwischen daran, mehr Energie durch dickere Betonschichten hindurch zu übertragen, um den realen Verhältnissen zu entsprechen.

Die Übertragungsverluste liegen momentan bei ungefähr zehn bis zwanzig Prozent, was relativ gering ist. Die Forschergruppe ist der Ansicht, dass ihnen für die Praxistauglichkeit keine größeren Probleme mehr ins Haus stehen und dass die Technologie auch recht preisgünstig sein wird, weil die Bauteile dafür billig am Weltmarkt zu haben sind.

Wir dürfen also gespannt sein, was sich in nächster Zeit tun wird!
Ich nehme an, dass sich – unabhängig von Auflademodulen in der Straße – auch die Batterie-Technologie weiter entwickeln wird. Sollten wir in einigen Jahren sowohl bessere Akkus als auch Straßenabschnitte zum Aufladen haben, dürfte das die Verbreitung von E-Autos wesentlich erleichtern.

 
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Valentin Heppner

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Aufgewachsen in Graz, kam ich durch das Studium „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ an der Universität für Bodenkultur nach Wien und wechselte dann in die Finanzbranche. 2004 machte ich mich als Vermögensberater selbständig. 2006 spezialisierte ich mich auf „Nachhaltige Investments“, bei denen neben der Rendite auch soziale und ökologische Kriterien mitberücksichtigt werden. In weiterer Folge gründete ich die Firma „Fair investieren“ – mit dem Ziel die Welt zu retten. Seit Anfang 2011 führe ich Projekte für Unternehmen und NGO´s durch, die mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Investments“ zu tun haben – mit den drei Schwerpunkten: schreiben, vernetzen und Know-how-aufbereiten.

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