Dienstrad statt Dienstauto

In Freiburg im Breisgau bietet die Firma „LeaseRad“ Unternehmen und Behörden Diensträder und -E-Bikes für deren MitarbeiterInnen an. Statt dass sich ein Mitarbeiter das Rad selbst vom Nettogehalt kauft, least der Arbeitgeber das Rad von „Leaserad“. Die Leasingraten können dadurch vom Bruttogehalt bezahlt und abgesetzt werden. Ist der Arbeitgeber auch noch gewillt diese Sportlichkeit monetär zu fördern, erspart sich eine Arbeitnehmerin zwischen 20 und 50 % vom Normalpreis. Warum sollte ein Unternehmen etwas dazuzahlen? Radfahren senkt nachweislich die Fehltage. (Dazu mehr weiter unten.)

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Fahrräder haben noch nicht das Prestige-Image, das manche Autos haben. – Die Sichtweise „Lächeln statt hecheln“ ist noch weit verbreitet. – Allerdings gibt Hoffnung, dass es langsam auch unter gehobenen Bankern nicht mehr sozial geächtet und „uncool“ ist, mit gehobenen Fahrräder oder Pedelecs zur Arbeit zu fahren. Gerade in Städten, in denen man manchmal einige Höhenmeter hinlegen muß (wie in Wien) oder bei drückenden Temperaturen während der Sommermonate bieten sich E-Bikes an, um nicht komplett verschwitzt in der Firma zu erscheinen.

 

Die Vorteile eines Dienstrades für MitarbeiterInnen:

  • Als MitarbeiterIn kann man sich das Rad selbst beim Vertragshändler aussuchen.
  • Preisersparnis von 20 – 50% je nach Steuerklasse/Bonus.
  • Man bekommt alle drei Jahre ein neues Rad – wenn man das will.
  • Versicherung und Service ist natürlich inkludiert.

Die Vorteile für Unternehmen:

  • Kostenersparnis: für € 20.000.- erhält man einen Dienstwagen, 10 E-Bikes oder 20 normale Räder.
  • Fahrräder führen zu einer Einsparung von Flächen, die wertvolle Ressourcen für Unternehmen sein können: 1PKW-Parkplatz = 8 Fahrradstellplätze.
  • Firmenfahrräder sind fahrende Werbeträger für die jeweiligen Unternehmen.
  • Mitarbeiter, die radeln, sind gesünder und haben weniger Fehlstunden: Eine Studie aus den Niederlanden zeigt, dass sich Fehlzeiten von Mitarbeitern, die am Weg in die Arbeit das Rad häufig benutzen, um 15 % verringern (von 8,7 auf 7,4 Fehltage). Je häufiger das Rad benutzt wird und je größer die Entfernung, umso geringer sind die Fehlzeiten. Bei einem durchschnittlichen Fehlkostensatz von 280 € je Werktag errechnen sich bei etwa 7,4 Mio. Beschäftigten in den Niederlanden jährliche Kostenersparnisse für Unternehmen in Höhe von 27 Mio. €.

Aus dem Umweltschutz-Blickwinkel ergeben unter anderem sich diese Vorteile:

  • Geringerer Ressourcenverbrauch bei der Herstellung von Fahrrädern gegenüber Autos
  • Keinen Emissionen während der Nutzungsphase.
  • Weniger versiegelte Flächen (Parkplätze) nötig.
  • Lärmbelastung drastisch reduziert.

Volkwirtschaftlich ergeben sich sicherlich auch Nutzen von gesünderen BürgerInnen und Bürgern, die ich hier aber nicht durchrechnen werde. Naja, ehrlicherweise: nicht durchrechnen kann. :)

Auszeichnungen für LeaseRad

Bisher erhielt „Leaserad“ in den letzten Jahren folgende Preise:
Utopia-Award, KarmaKonsum Gründer-Award, VCÖ (Verkehrsclub Österreich) Mobilitätspreis.
Vor drei Tagen, am 26. Oktober, kürte B.A.U.M. eV übrigens anläßlich einer Fahrradförderung-Fachtagung die fahrradfreundlichsten Arbeitgeber (Deutschlands). Leaserad war natürlich einer der Sponsoren des Wettbewerbs.

 

Ja, ich weiß auch, dass Fahrräder nicht „die Universallösung“ für sämtliche Verkehrsprobleme, den Klimawandel und die Volksgesundheit sind und dass es Umstände gibt, die die Benutzung des Autos sinnvoller machen (Regen, Schneematsch, Kinder am Weg in die Arbeit gleich zur Schule bringen, …). Trotzdem haben Fahrräder auch hierorts ein riesiges Potential, das wir erst einmal ausschöpfen sollten, bevor wir uns um die besonderen Umstände kümmern!
Und: Auf die Frage, ob Leaserad Diensträder auch für österreichische Unternehmen anbietet, warte ich noch. Ich nehme an, vorerst nicht. Die Antwort werde ich natürlich auf den Blog stellen.

 
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Valentin Heppner

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Aufgewachsen in Graz, kam ich durch das Studium „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ an der Universität für Bodenkultur nach Wien und wechselte dann in die Finanzbranche. 2004 machte ich mich als Vermögensberater selbständig. 2006 spezialisierte ich mich auf „Nachhaltige Investments“, bei denen neben der Rendite auch soziale und ökologische Kriterien mitberücksichtigt werden. In weiterer Folge gründete ich die Firma „Fair investieren“ – mit dem Ziel die Welt zu retten. Seit Anfang 2011 führe ich Projekte für Unternehmen und NGO´s durch, die mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Investments“ zu tun haben – mit den drei Schwerpunkten: schreiben, vernetzen und Know-how-aufbereiten.

5 Comments

  1. Sehr geehrte Damen und Herren .Können sie mir bitte Informationsmaterial für ein LeaseRad zukommen lassen und Vertragspartner in Österreich nenen . mfg Schnuderl Kurt

  2. Hat sich in den letzten 4 Jahren hier etwas in Österreich getan?
    Gibt es jetzt auch schon bei uns diese Möglichkeit?
    Die meisten Infos findet man leider nur für Deutschland….

    mfG

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