Weltumrundung mit einem Solarflugzeug

Lesedauer: 3 Minuten

Im Feber 1919 fand der erste kommerzielle Flug von Europa nach Afrika durch die Luftpostgesellschaft „Compagnie générale aéropostale“ statt. Die Flüge waren noch sehr abenteuerlich, manchmal tödlich und erlangten unter anderem Berühmtheit durch die spannenden Beschreibungen des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry.

Am 24. Mai brach der erste nachtflugtaugliche Solarflieger – der HB-SIA – vom schweizerischen Ort Payerne auf. 17 Stunden später landete er in Barcelona. Dort wartet der HB-SIA zur Zeit auf geeignetes Wetter für den Weiterflug über die Meerenge von Gibraltar nach Rabat (Marokko) in einer zweiten Tagesetappe.

Begonnen hat die Idee 2003 als der schweizer Psychiater und Abenteurer Bertrand Piccard von seinem ersten Non-Stop-Ballon-Rundflug um die Erde zurückkam. Er war mit 3,7t Flüssiggas gestartet. Bei seiner Landung verfügte er noch über 40kg. Wenn die Windverhältnisse nur ein bißchen anders gewesen wäre, hätte das das Scheitern des Projektes bedeutet. Wie knapp sich seine Weltumrundung ausgegangen war, machte ihm seine und allgemein unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bewußt. Er schwor sich, bei seiner nächsten Weltumrundung, keinen Brennstoff mehr zu verwenden.

Einige Daten des Fliegers

Der HB-SIA ist 21,85m lang, 6,4m hoch und besitzt 11.628 Solarzellen, die in einem durchgehenden Flügel (Spannweite 63,4 m. Entspricht ca. dem Airbus A340) eingebaut sind. Er wiegt 1,6 Tonnen, 400kg davon machen die Lithium-Polymer-Akkus aus, die den Flieger nachtflugtauglich machen. Angtrieben wird der Solarimpulse von vier Elektromotoren (je 10 PS), die Startgeschwindigkeit liegt bei 35 km/h (!), die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 70 km/h. Die maximale Flughöhe beträgt 8500m. Die tragende Struktur des Fliegers besteht aus einem wabenförmigen Karbon-Skelett.

Der HB-SIA ist nicht dafür gebaut, um die Welt zu fliegen. Er ist als erster Prototyp für den Flug von Europa nach Afrika, ausgelegt. Alle Erfahrungen des HB-SIA fließen in das weiterentwickelte Modell, den HB-SIB ein, mit dem Piccard 2014 die Welt umrunden will.

Herausforderungen

Fast endlose Herausforderungen mußten beim Design und der Konstruktion bewältigt werden. Hier ein paar Beispiele:

  • Die Wärmedämmung der Akkus muß sicherstellen, dass die Akkus nicht überhitzen, gleichzeitig aber bei einer Außentemperatur von -40 °C (in 8500m Seehöhe) immer noch funktionieren.
  • Das Cockpit mußte so gebaut sein, dass natürlich die technischen Instrumente Platz finden, dass die Temperatur für den Piloten ein erträgliches Maß behält. Dass der Pilot, der für Notfälle die ganze Zeit den Fallschirmauf umgeschnallt hat, den extrem lang dauernden Flügen sich immer noch ein bißchen bewegen kann und keine Druckstellen bekommt, die seine Flugtauglichkeit beeinflussen und trotzdem so leicht wie möglich ist.
  • Folgende Faktoren beeinflussen jeden Flug des Solarfliegers:
  1. Die Solarimpulse muß die sonnigste Route fliegen.
  2. Sie muß die schnellste Route fliegen, um den Piloten – so weit es geht – zu schonen.
  3. Sie muß Turbulenzen vermeiden.
  4. Sie muß wegen der geringen Reisegeschwindigkeit starke Gegenwinde vermeiden.
  5. Sie hat sich an internationale Flugrouten und -verordnungen zu halten.

Wer über die spannenden, aktuellen Ereignisse des Fluges am Laufenden gehalten werden will, kann den Blog von Solarimpulse verfolgen oder sich der Facebook-Gruppe „Solarimpulse“ anschließen.

 
About the Author

Valentin Heppner

Avatar

Aufgewachsen in Graz, kam ich durch das Studium „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ an der Universität für Bodenkultur nach Wien und wechselte dann in die Finanzbranche. 2004 machte ich mich als Vermögensberater selbständig. 2006 spezialisierte ich mich auf „Nachhaltige Investments“, bei denen neben der Rendite auch soziale und ökologische Kriterien mitberücksichtigt werden. In weiterer Folge gründete ich die Firma „Fair investieren“ – mit dem Ziel die Welt zu retten. Seit Anfang 2011 führe ich Projekte für Unternehmen und NGO´s durch, die mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Investments“ zu tun haben – mit den drei Schwerpunkten: schreiben, vernetzen und Know-how-aufbereiten.

3 Comments

  1. Hallo Herr Heppner, sehr interessanter Bericht, große Herausforderungen stehen bevor…würde mich freuen, in 30 Jahren so in Urlaub zu fliegen!

    Liebe Grüße

    Claudia

    1-2-3 Erneuerbare Energien machen frei!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.