Mit Windenergie Wasser aus Luft generieren

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Im kleinen südfranzösischen Ort „Sainte Tulle“ hat der Franzose Marc Parent eine Windturbine entwickelt, mit der er Wasser aus Luft gewinnt. Die Idee dazu kam ihm 1997 als er eine Zeit lang in der Karibik lebte und regelmäßig den Wasserbehälter seiner Klimaanlage leeren mußte. Es vergingen aber 7 Jahre bis er 2004 die Firma „Ecolewater“ gründete und weitere vier, bis er einen funktionsfähigen Prototypen vorweisen konnte. Mithilfe eines Venture Capital Investors wurde aus dem ersten ein zweiter Prototyp entwickelt.

Funktionsweise

Das „WMS 1000“ (Water maker system) besteht aus einer Windkraftanlage und einer Turbinenkomponente. Mit dem Strom aus der Windkraftanlage wird Luft in die Turbine gesaugt und erhitzt. Der heiße Wasserdampf kondensiert danach in einem Kühlkompressor und wird gereinigt in einem Tank am Fuß der Anlage gesammelt.

Das WMS 1000 (Wind water maker 1000) liefert pro Tag 1000 Liter Wasser und 30 kW. Diese Werte beziehen sich auf eine durchschnittliche Mindestwindgeschwindigkeit von 24 km/h. Die Anlage ist 34 Meter hoch, der Rotordurchmesser beträgt 13 Meter.  Die gesamte Anlage arbeitet autonom.

 

Tests

Zur Zeit laufen weitere Tests in der Wüste von Abu Dhabi um Erfahrungen mit den harschen Wüstenbedingungen zu sammeln (Sandstürme, große Temperaturschwankungen).

Außerdem wird ein solares Pendant zum Windrad entwickelt, also ein Wassererzeugungssystem, dass auf Photovoltaik-Basis betrieben wird. Die Turbine und der Wassertank sind dabei in einem Container untergebracht. Ein Solarpanel, das 30 kW liefert, wird daneben aufgestellt. Diese Solarversion erzeugt je nach Klimazone, in der sie eingesetzt wird zwischen 250 und 500l am Tag. (Nicht ganz klar ist mir, warum die Solarvariante deutlich weniger Wasser erzeugt.)

Anwendung

Gedachte ist das „Water maker system“ in erster Linie für Wüstengebiete, für die Wasserversorgung im ökologischen Landbau, für den Einsatz in Katastrophengebieten und Regionen ohne Infrastruktur. Wasser aus Quellen und Bohrlöcher kann oft nicht rasch erschlossen werden oder – wenn vorhanden – irgendwann versiegen. Die Feuchtigkeit in der Luft wird immer vorhanden sein. Laut Hersteller kann die Anlage in den gängigen TEUs (Twenty Foot-Unit = standardisierte 20 Fuß Container) verpackt und verschifft werden. Interessant wäre noch, wie aufwendig der Aufbau einer Wind-basierten Anlage ist und wielange er dauert (speziell für den Einsatz in Katastrophengebieten). Ansonsten hat das System sicher großes Potential!

 
About the Author

Valentin Heppner

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Aufgewachsen in Graz, kam ich durch das Studium „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ an der Universität für Bodenkultur nach Wien und wechselte dann in die Finanzbranche. 2004 machte ich mich als Vermögensberater selbständig. 2006 spezialisierte ich mich auf „Nachhaltige Investments“, bei denen neben der Rendite auch soziale und ökologische Kriterien mitberücksichtigt werden. In weiterer Folge gründete ich die Firma „Fair investieren“ – mit dem Ziel die Welt zu retten. Seit Anfang 2011 führe ich Projekte für Unternehmen und NGO´s durch, die mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Investments“ zu tun haben – mit den drei Schwerpunkten: schreiben, vernetzen und Know-how-aufbereiten.

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