Den Kampf um das erste vertikale Windrad gewinnt die Stadt Wien

Seit Jahren versucht Michaela Reiterer ein Windrad auf ihrem Boutiquehotel Stadthalle zu errichten; sie wäre damit die Erste gewesen, bekam es aber leider nie genehmigt. Der Standard hat sie aufgrund der Errichtung des ersten vertikalen Windrades nun gefragt wie bei ihr der aktuelle Stand der Dinge ist. Ganze sechs Magistratsabteilungen sind mit dem Anliegen betraut. Ein Umstand der einfach untragbar ist. Ich kenne diese Umstände auch von der Photovoltaik und schreibe auch gerade an einem Artikel warum es in Wien so wenige Solar und PV-Anlagen gibt. Meiner Meinung nach ist das einer der Hauptgründe und es sollte sehr bald gehandelt werden, wenn wir eine ehrliche Energiewende wollen. Aber dazu mehr ein andernmal. Schließlich muss man die positiven Entwicklungen auch würdigen.

ENERGYbase als Pilotprojekt

Im Artikel über das erste vertikale Windrad in Pittsburgh habe ich versprochen auch vom ersten Wiener Windrad zu berichten. Auf der ENERGYbase wurde vor wenigen Wochen die Errichtung durchgeführt. Der ORF hat auch einen netten Bericht dazu zusammengestellt.

Es wäre wirklich interessant wie das Genehmigungsverfahren hier abgelaufen ist. Da die Stadt Wien involviert war,  war es vermutlich etwas einfacher. Es wäre schön, wenn dieses Projekt nun dazu führt, dass die Prozesse vereinfacht werden und ich hoffe nicht, dass wir nun Jahre warten müssen, bis alle möglichen Daten vorhanden sind. Dann hätte man das nämlich gleich auf dem  Hotel machen können.

5 kW Anlage könnte 2-3 Haushalte versorgen

Das Windrad wurde übrigens von der Firma CleanVerTec errichtet. Die Windturbine wird die Lift- und Lichtanlagen des Hauses versorgen. Wenn ich die Referenzliste richtig gedeutet habe, handelt es sich um das Produkt CVT-V50, eine 5 kW Anlage die theoretisch 2-3 Haushalte mit Strom versorgen könnte. Die detaillierte technische Beschreibung dazu finden Sie hier.

 

 

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

2 Comments

  1. Spannendes Thema.
    Es wird nicht das letzte vertikale Windrad bleiben in Wien. Und zwar unabhängig davon, ob private Unternehmen oder öffentliche Stellen einreichen.
    Ich bitte jedoch dennoch Standortfragen im urbanen Raum nicht ganz außer Acht zu lassen. Im dicht verbauten Wohngebiet ist die Situation einfach anders zu bewerten als in einem primär gewerblich genutzten Bereich. (Lärm, Schatten, Stadtbild) Daher ist auch mit Anrainerbeschwerden entsprechend umzugehen. Die 5-6 MA-Abteilungen schrecken mich daher weniger, sofern jene dennoch rasch entscheiden können. Und gerade in einem Segment, wo auch schlechte Anlagen (die nur 3-10% des Stroms des Gebäudes abdecken) angeboten werden, kann man meiner Meinung nicht pauschal und locker alles im dicht verbauten Gebiet genehmigen.
    Aber wie gesagt: gut, dass hier mal eine erster Schritt in Wien erfolgt ist. Weitere werden folgen. Diese Erfahrungen werden jedenfalls sehr wertvoll sein.

  2. Danke für den Kommentar! Stimmt, das mit dem Gewerbegebiet ist natürlich eine andere Sache. Die Problematik im urbanen Raum ist aber vor allem jene, das bei so vielen Beteiligten sich einfach niemand mehr so richtig verantwortlich fühlt und anscheinend auch der Mut fehlt, auch mal riskante Entscheidungen zu treffen. Alle schreien danach, dass es so wichtig ist, auch mal Fehler zu machen um weiterzukommen aber im politischen Apparat ist das nach wie vor unmöglich. Angst beherrscht fast alle Entscheidungen. Dann sind wir aber leider wieder bei einer Kulturfrage, die du oder ich so schnell nicht lösen werden, aber mir ists einfach wichtig das mal auf den Tisch zu bringen.

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