Das größte Solarboot der Welt kommt langsam auf die Zielgerade

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Seit 522 Tagen ist das größte Solarboot der Welt, das am 27. September in Monaco startete, auf See unterwegs. Das Ziel des schweizer Kapitäns Raphaël Domjan, der nebenbei auch als Pilot, Bergführer und Rettungsassistent arbeitet, ist es, die Weltöffentlichkeit einmal mehr auf Solarenergie aufmerksam zu machen und zu beweisen, dass ein motorgetriebenes Boot rein mit solarer Energie die Welt umrunden kann. Der Name „Tûranor“ ist ein Wort aus der „Herr der Ringe“-Elfensprache und bedeutet „Kraft der Sonne“.

Der Katamaran

Hier ein paar Eckdaten, damit Sie sich ein Bild machen können: Die „Tûranor PlanetSolar“ ist 31m lang, 15m breit. Die Solarmodule an Deck können mit Seilzug und hydraulisch ausgefahren werden, dann vergrößert sich die Länge und Breite der Planetsolar auf 35m bzw. 23 m. Die Gesamtfläche der Kollektoren beträgt 537 m², die Gesamtleistung der Solarmodule liegt bei ca. 93 kW. Angetrieben wird das Boot von vier Elektromotoren (240kW), die auf die zwei Wellen der zwei Antriebs-Propeller wirken. Die Durschnittsgeschwindigkeit liegt bei sieben Knoten (13km/h).

11,7 t Lithium Ionen Akkus, die aus über 600 Einzezellen bestehen, befinden sich in den beiden seitlichen Schwimmern. Sie speichern 1130 kWh und liefern den Strom für den Antrieb während der Nacht. Das einzige, das an Bord nicht solarbetrieben wird, ist der Gasherd zum Kochen, davon abgesehen bezieht das Boot nur die Energie der Sonne.

Gekostet hat die Planetsolar, die in Kiel gebaut wurde, ca. 20 Mio Schweizer Franken. Der Darmstädter Cleantech-Unternehmer Immo Ströher kam zusammen mit seiner schweizer Holding „Rivendell“ für die Summe auf. Die Besatzung besteht aus 6 Mann.

Gefährlichste Phase der Weltumrundung

Momentan befindet sich das Boot in den gefährlichsten Wassern der Welt, im Golf von Aden, um dann weiter ins Rote Meer und über den Suezkanal ins Mittelmeer und wieder zurück an den Ausgangspunkt nach Monaco zu gelangen.

Grundsätzlich ist die aktuelle Position der Planetsolar auf der Website mitverfolgbar. Da aber im Golf von Aden das Risiko, von Piraten angegriffen zu werden, erheblich und das Boot mit seinen sieben Knoten zu langsam ist, um sich einem anderen (beschützten) Konvoi anzuschließen, wird der genaue Standort bis zum Erreichen des Roten Meeres geheimgehalten.

Wer sich mit schwitzerdütsch leicht tut, kann sich hier eine interessante Kurz-Doku anschauen. Für alle anderen gibt dieses Video einen schönen Eindruck über die PlanetSolar:

 

Obwohl unsere Welt schon hoch technisiert, transparent und „erforscht“ ist, finden sich immer noch Möglichkeiten eines „echten“ Abenteuers. Und wenn man Abenteuer mit „Weltretten“ verbinden kann, macht es sicher doppelt Spaß!

 
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Valentin Heppner

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Aufgewachsen in Graz, kam ich durch das Studium „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ an der Universität für Bodenkultur nach Wien und wechselte dann in die Finanzbranche. 2004 machte ich mich als Vermögensberater selbständig. 2006 spezialisierte ich mich auf „Nachhaltige Investments“, bei denen neben der Rendite auch soziale und ökologische Kriterien mitberücksichtigt werden. In weiterer Folge gründete ich die Firma „Fair investieren“ – mit dem Ziel die Welt zu retten. Seit Anfang 2011 führe ich Projekte für Unternehmen und NGO´s durch, die mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Investments“ zu tun haben – mit den drei Schwerpunkten: schreiben, vernetzen und Know-how-aufbereiten.

3 Comments

  1. wenn auch optisch ein wenig gewöhnungsbedürftig, beweist sich wieder, wie kreativ Privatinitiativen sein können …. und nach mehreren CH-AmericasCup-Siegen schon wieder ein Schweizer Team auf hoher See !

  2. Die PlanetSolar ist inzwischen heil durch die Piratenwässer durchgekommen und wird ab morgen auf ägyptischem Staatsgebiet weiterfahren.

  3. Wow, das ist wirklich beeindruckend. Tolles Video, danke dafür.
    Als ich 11,7 Tonnen Lithium Ionen Akkus gelesen habe musste ich aber ein bisschen schlucken. Solarenergie ist sicher die umweltfreundlichste Art um Fahrzeuge anzutreiben, aber ob so viele, riesige Batterien ökologisch gut sind, ich weiß ja nicht.

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