Photovoltaikstudie: Deutschland 170 Mal größer als Österreich

Die erste Photovoltaikstudie, die den österreichischen und den deutschen Photovoltaikmarkt beleuchtet, ist erschienen (c)VEND/DACHGOLD

Es ist soweit. Die erste private Photovoltaikstudie Österreich/Deutschland ist nun erhältlich. Ich habe sie in Kooperation mit dem deutschen Beratungsunternehmen VEND consulting GmbH letztes Jahr erarbeitet. Sie fokussiert vor allem auf den österreichischen Markt und hat untersucht, wie sich die Märkte entwickelt haben und wo es in Österreich hingeht. Es wird klar, dass Österreich aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist und gut daran täte vom großen Bruder zu lernen. Dort ist der Markt nämlich weit mehr als eine Nische.

Deutschland hat 2010 170 Mal mehr installiert

Zu Beginn werden die energierelevanten und die volkswirtschaftlichen Hintergründe der beiden Länder beleuchtet. Man kann sagen, dass Deutschland in vielerlei Hinsicht 10 Mal so groß wie Österreich ist. Dies beginnt bei den Einwohnerzahlen (80 Mio. vs. 8 Mio) und macht auch beim BIP (2404 Mrd. vs 276 Mrd.) nicht halt. Nur bei der Photovoltaik ist der deutsche Markt nicht nur 10 Mal so groß, sondern gleich ca. 170 Mal. Während in Deutschland 2010 7400 MWp installiert wurden, waren es in Österreich nur 43 MWp. Wäre der österreichische Markt also gleich stark wie der Deutsche, wären rein theoretisch 740 MWp/Jahr  möglich.

Dies ist nur einer der Vergleiche der beiden Länder. Neben umfassenden Analysen der Energiesituation weltweit und in den beiden Ländern wurden im allgemeinen Teil die historische Entwicklung, Fördersysteme und die Absatzprognosen in zahlreichen Grafiken dargestellt. Im empirischen Teil werden Antworten auf Fragen bezüglich Markteintrittsabsichten, Bedrohungspotential und die Preisentwicklung bis 2015 präsentiert.

Fronius bekannteste Austro PV Marke in Deutschland

Die Studie enthält außerdem Handlungsempfehlungen für deutsche und auch österreichische Unternehmen und Institutionen, sowie eine Auflistung von Unternehemen, die bereits in dieser Zukunftsbranche tätig sind. Auch eine Imageanalyse der bestehenden Hersteller wurde durchgeführt. Demnach ist Fronius mit 82,2 % die bekannteste österreichische PV-Marke unter deutschen Branchenkennern.

In der Ergebnispräsentation können einige Ergebnisse auch ohne den Erwerb der Studie eingesehen werden. Dort sind zum Beispiel auch die aktuellen Einspeisetarife enthalten. Erhältlich ist die Vollversion mit 180 Seiten und 100 Grafiken über die VEND consulting GmbH.

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About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin, Speakerin & Autorin. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

One Comment

  1. Eine spannende Studie, die insbesondere den Produzenten und Errichter im Sonnenland Österreich zu denken geben sollte. Aus Netz- und Bürgersicht ist die Konzentration in großen Freiflächenanlagen kein guter Weg, denn Energie sollte dort gewonnen werden, wo sie verbraucht wird. Das minimiert auch die Netzkosten und erhöht die Netzstabilität.

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