Olaf Achilles: Solarstaat

(c) Fotolia2012 wird das Jahr der Gastbeiträge im Blog. Heute mit einem deutschen Beitrag von Olaf Achilles, dem Autor des brandneuen Solarbuches Solarstaat. Energiekehre statt Energiewende, welches ich dankenswerterweise im Sommer „Probelesen“ durfte. Er beschreibt dort wie ein Solarstaat aussehen könnte und dass wir eben nicht mehr 40 Jahre auf einen hohen Anteil im Energiemix warten müssen. Im folgenden Artikel gibt es weitere aktuelle Fakten, die diese Aussage unterstützen. Vielen Dank für das Aufzeigen wie die neue Energieversorgung aussehen wird. Es wurde im letzten Jahr tatsächlich mehr als deutlich, dass 2011 der Beginn einer weltweiten solaren Zeitrechnung war.

2011 geschah der Durchbruch für Solarstrom

Es gibt immer mehrere Perspektiven und aus der Perspektive der Solarstromindustrie ist 2011 sicherlich gerade auch in Hinblick auf 2012 kein gutes Jahr gewesen. Doch historisch betrachtet ist seit 2011 der weltweite Ausbau von Solarstrom nicht mehr aufzuhalten. „Die Solaranlagen in Deutschland produzierten 2011 mehr als 18 Milliarden Kilowattstunden Strom“, so der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). „Das sind 60 Prozent mehr als noch im Vorjahr und entspricht in etwa dem Stromverbrauch von Thüringen – einer Strommenge, mit der rechnerisch 5,1 Millionen Haushalte ein Jahr lang versorgt werden können“. Solarstrom wurde so in 2011 bereits zum „Strompreiskiller“ wie der Journalist Philippe Welter in der Novemberausgabe der Zeitschrift PHOTON berichtet: Am 16.07.2011 und am 22.10.2011 sank dank der Solarstrominstallationen der Spitzenstrompreis für mehrere Stunden auf das Niveau von Nachtstrom.

Unser EVU – die Energiewende von unten!

Dies sind die technischen Potentiale. Die gesellschaftlichen Vorteile von Solarstrom rücken nun zunehmend in die Aufmerksamkeit der Umweltverbände. Bereits im November rief der IPPNW zu einer Volksbewegung für Solarstrom in Bürgerhand auf: „Interessierte Kreise in Politik und Wirtschaft verschleiern sittenwidrige Extrem-Renditen der Atomindustrie von 280 Prozent – Renditen von wenigen Prozenten einfacher Bürger, kleiner Unternehmen und der Kommunen werden hingegen skandalisiert“, so IPPNW-Energieexperte Henrik Paulitz. „Das Jahr 2011 war nach Einschätzung der IPPNW nicht der Einstieg in die Energiewende, sondern vielmehr ein Frontalangriff auf die Stromerzeugungs-Technik, von der die breite Bevölkerung finanziell am meisten profitiert: auf die Photovoltaik… Die IPPNW ruft in diesem Zusammenhang zu einer breiten „Volksbewegung für den Solarstrom“ und Speicher-Ausbau in Bürgerhand“ auf.

Alles wird gut

2011 treten immer weitere Informationen zu Tage, die die Thesen zu einer möglichen Beschleunigung der Energiewende bestätigen. So gibt es eine Studie mit der Prognose, dass Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im Jahr 2016 bereits deutlich über 30% ausmachen werde. (Das IE Leipzig erstellte im Auftrag der deutschen Übertragungsnetzbetreiber eine Prognose zur Entwicklung der Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Energien bis 2016.) Und der SPIEGEL meldet am 20.12.2011 („Energieverbrauch Deutschlands sinkt kräftig“) dass die Erneuerbaren Energien 2011 um vier Prozent ansteigen und der Stromverbrauch um 5 Prozent sinkt.

Bereits zum Ende dieser Dekade werden weltweit jährlich mehr Solarstrom-Anlagen gebaut, um damit z. B. ganz Deutschland mit Strom versorgen zu können. In 2030 wird dreimal mehr Solarstrom auf diesem Planeten installiert sein als wir benötigen, um den jährlichen Gesamtstromverbrauch von Europa bereitzustellen.

 

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

5 Comments

  1. Der entscheidende Satz in dem Bericht bzw. Blog ist die solar Energie aus Bürgerhand jeder der ein Dach hat oder sich an einer größeren Photovoltaik beteiligt kann daran teilhaben. Das ist ja Sinn und Zweck einer Dezentralen Strom Erzeugung. Aus meiner Erfahrung als Berater für Solaranlagen es kommen Kunden anfragen auch für Ost – und Westdächern. Klar wenn ich über 100 kwp oder 200 Kwp ans Strom Netz einspeisen möchte jammern die EVU. Und mit der neuen Niederspannungsrichtlinie unterstützt das Strom – Netz : Dadurch das 85% der Solaranlagen ins Niederspannungsnetz einspeisen ist dies notwendig. Und wenn wir in Deutschland beweisen es geht. Dann haben wir die Alternative für die Welt, wo in einigen Regionen noch mit Dieselgeneratoren Strom erzeugt wird. Alternative Energie rechnet sich und ist wirtschaftlich. Es geht nicht nur um die Stromkosten jetzt, sondern um die Zukunft und Volkswirtschaftlich. Wie lange ist Uran, Öl, Gas und Kohle Vorhanden? Sollte die Sonnen nicht mehr scheinen haben wir ein anderes Problem als keinen Strom aus unseren Solaranlagen, denn dann wird es schnell kalt auf der Erde. Die Solaranlagen in Bürgerhand sind ein Stück Unabhängigkeit für uns alle. Klar dass es den großen Energieversorgern nicht gefällt, wenn Herr und Frau Mustermann selbst Ihren Strom erzeugen.

    mit sonnigen Grüßen aus Bayern Sepp München Olching

  2. Hallo Sepp,
    danke dir! Zum Thema Netz kommt die nächsten Tage ein wichtiger Beitrag. Da ist in Ö nämlich auch einiges im Argen. Würde mich freuen auch dann deine Meinung zu hören.

    Bin aber auch zuversichtlich, dass die Wende von unten nicht mehr aufzuhalten ist. Vielleicht wird ja Österreich bald das neue Bayern.

  3. Sehr geehrter Herr Sedlak, zu diesen beiden Tagen lagen mir über einzelne Veröffentlichungen die Daten vor. Ich denke, dass dies nun regelmäßig von unabhängiger Seite betrachtet wird. Es geht im Ergebnis darum auf diese Tendenz hinzuweisen.

  4. Ja, ich denke, dass dieser Fall seit 2011 an verbrauchsschwachen, sonnigen und/oder windigen Tagen die Regel ist. Gleichzeitig wird dadurch sichtbar, dass ohne Netzausbau der Ausbau von Windkraftwerken und Solarzellen an Grenzen stößt, weil sie zu manchen Zeiten bereits mehr Strom erzeugen als lokal benötigt wird und das vorhandene Netz abtransportieren kann.

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