NASA entwickelt die nächste Generation für Flugzeugtreibstoff

(c) FotoliaDer Luftverkehr hat in Bezug auf CO2-Emissionen weltweit einen Anteil von ca. 17% am Gesamtverkehr. In den vergangenen Jahren hat der Luftverkehr stark zugenommen. Deshalb hat es sich die NASA innerhalb der „National Aeronautics Directive“ zur Aufgabe gemacht, an der Entwicklung von „grünen“ Flugzeugtreibstoffen zu forschen. Mit grün ist umweltfreundlich, klimaneutral, sicher und heimisch gemeint.

Geforscht wird in der „GreenLab Research Facility“ des „NASA Glenn Research Centers“ in Ohio, einer von vielen Forschungsanlagen der NASA. Was versteht die NASA genau unter „green“?:

„Das Produkt wird unter Berücksichtigung der Gesellschaft und Umwelt hergestellt.“ Um sich von Greenwashing abzugrenzen, verwendet die NASA drei Messgrößen/Erfolgskriterien für „Green“:

– „Sustainable“: Bleiben die benutzten Ressourcen für zukünftige Generationen erhalten?

– „Alternative“: Unterscheidet sich das Produkt von herkömmlichen Lösungen und sind die Auswirkungen besser als die bisherigen (geringerer CO2 Footprint, …)

– „Renewable“: Sind die verwendeten Ressourcen wieder verwendbar, bzw. werden sie nicht aufgebraucht (Sonne, Wind, Wasser)?

Innerhalb des „Glenn Research Centers“, kurz GRC, gibt es noch drei zusätzliche Bedingungen, „the big three“, die bei der Erforschung von neuen Treibstoffen eingehalten werden müssen:

– Kein kultivierbares Ackerland darf verbraucht werden.

– Keine (eßbaren) Nutzpflanzen dürfen für Treibstoffe herangezogen werden.

– Kein Süßwasser darf verwendet werden, weil es fast „die“ wertvollste Ressource auf der Welt ist: nur 2,5 % des weltweit vorhandenen Wassers ist Süßwasser. Davon ist nur knapp ein halbes Prozent für Menschen zugänglich.

Der Forschungsschwerpunkt für die Herstellung von Biotreibstoffen liegt bei drei Arten von Pflanzen: Halophyten, also Pflanzen die an höhere Salzkonzentrationen an ihrem Standort angepasst sind, „Unkraut“ und Algen. Für den Anbau dieser Pflanzen sind, wie bei jedem anderen Anbau fünf Dinge notwendig: Samen, Boden, Wasser, Sonne, Dünger. Um dem „Green“ zu entsprechen, wird als Boden Sand verwendet, um keine Konkurrenz mit Ackerfläche zu erzeugen. Das Wasser ist wie gesagt Salzwasser und auch der Dünger ist kein künstlicher, sondern Fischkot vom Spitzmaulkärpfling (Familie Zahnkarpfen).

Unkräuter und Algen werden in sechs „Ökosystemen“ – Testbecken, in denen der Salzgehalt stetig bis zum Meereswasser-Niveau zunimmt – an salzhaltigere Standorte gewöhnt. Ziel ist es, eine Pflanzenart zu finden, die an möglichst vielen Standorten weltweit überlebt. Unter den getesteten 26 Halophyten-Arten, gab es bis jetzt fünf Gewinner, die durch Züchtung zu einer „Superart“ weiter verbessert werden soll.

 

Die Energiegewinnung für die „GreenLab Research Facility“ erfolgt übrigens durch zwei Windturbinen mit jeweils 2,4 kWh. Vier bis fünf weitere folgen demnächst. Außerdem wurde eine alte Photovoltaik-Anlage, die für andere Tests gebaut und schon 15 Jahre nicht mehr benutzt wurde, wieder in Betrieb genommen. Gleichzeitig wird dieses Energieversorgungssystem des GreenLab als Microgrid getestet, das Ergebnisse für einen großen Smartgrid im Bundesstaat Ohio liefern soll.

Die Züchtung einer Superart halte ich für nicht besonders sinnvoll, weil unsere Welt zu komplex ist für „die eine Lösung“. Ich denke, dass „die Lösung“ in der Vielfalt liegt und sich daher auch aus vielen Lösungen zusammensetzt. Ansonsten wirkt das Projekt recht durchdacht und hat sicher großes Potential für interessante Zukunftsperspektiven.

 

 
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Valentin Heppner

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Aufgewachsen in Graz, kam ich durch das Studium „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ an der Universität für Bodenkultur nach Wien und wechselte dann in die Finanzbranche. 2004 machte ich mich als Vermögensberater selbständig. 2006 spezialisierte ich mich auf „Nachhaltige Investments“, bei denen neben der Rendite auch soziale und ökologische Kriterien mitberücksichtigt werden. In weiterer Folge gründete ich die Firma „Fair investieren“ – mit dem Ziel die Welt zu retten. Seit Anfang 2011 führe ich Projekte für Unternehmen und NGO´s durch, die mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Investments“ zu tun haben – mit den drei Schwerpunkten: schreiben, vernetzen und Know-how-aufbereiten.

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