Facebook goes Solar Cogeneration

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(c) FotoliaIn letzter Zeit häufen sich bei mir die Nachfragen, nach kombinierten Solarthermie und Photovoltaikanlagen und was ich davon hielte. Obwohl ich bisher der Meinung war, dass diese Anlagen einfach zu komplex und dadurch zu teuer wären, ist das Grund genug sich das Thema nochmal näher anzuschauen. Vor allem deshalb, weil ich letzte Woche innerhalb von 24 h von unabhängigen Quellen auf das Unternehmen „Cogenra“  aufmerksam gemacht wurde. Als sich dann herausstellte, dass Facebook gerade eine solche Anlage installiert, war klar, dass hier gerade etwas Neues im Gange ist. In Californien werden mit der Anlage 10 kW Elektrizität und 50 kW Wärme produziert. Angeblich soll sich das Investement in 5 Jahren rechnen. Wenn dem tatsächlich so ist, wäre es eine Revolution am Markt. Diese Info würde ich aber mit Vorsicht genießen.

 

Solar Cogeneration Anlage, Quelle: Cogenra

 

Was ist Solar Cogeneration?

Wie wir wissen, braucht Photovoltaik nur Licht für die Stromerzeugung und die anfallende Wärme ist eher lästig als nützlich.  Eine Solar Cogeneration Anlage produziert sowohl Strom als auch Wärme indem das Licht mit Spiegeln eingefangen und auf hocheffiziente Solarzellen projiziert wird. Die überschüssige Wärme wird vereinfacht gesagt mit dahintergelagerten Rohren „abtransportiert“ und dient als Warmwasseranlage. Da es zu einem bestimmten Zeitpunkt kein kaltes Wasser mehr gibt, dass die Hitze mitnehmen könnte,  braucht es auch noch eine Kühleinheit, die einen Teil des heissen Wassers wieder runterkühlt und zurück in die PV-Anlage schickt wo die Hinterkühlung der Zellen notwendig ist.  Hier gibt es noch ein Video dazu.

In diesem Video wird der Einsatz dieser Technologie für ein Weingut vorgestellt. Dort macht es wirklich Sinn, weil sehr viel heisses Wasser gebraucht wird und das ist der entscheidende Punkt. Diese Technologie ist geeignet für Anwendungen, wo vor Ort wirklich viel warmes Wasser benötigt wird (Schwimmbäder, Hotels, Prozesswärme). Der dabei anfallende Strom ist ein Add-on aber nicht das Herz der Anlage. Mein Bruder hat beim Diskutieren über das System einen sehr guten Vergleich gebracht. Eine solche Anlage für ein Einfamilienhaus wäre so, als wenn ein 4-Personenhaushalt einen Stockautobus mit 80 Sitzen kauft.

Wie man sieht ist das zwar nicht die eierlegende Wollmilchsau, aber zumindest ein weiterer Schritt in der Entwicklung neuer Solartechnologien. Der Wirkungsgrad der Anlage klingt ebenfalls toll. 65-75% sind besser als 20%. Ich nehme jedoch an, dass hier Wärme und Strom einfach zusammengezählt wurden. Aus den Unterlagen ist auch nicht klar ersichtlich, wie viel Strom durch die Kühlung verloren geht. Wenn hier jemand weitere Ein- und Ansichten hat, freue ich mich über Kommentare dazu.

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin, Speakerin & Autorin. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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