Solare Fahrbahnen

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(c) FotoliaIm Juni gewann „Solar Roadway“ aus Sagle, Idaho unter 3795 eingesendeten Ideen den „Community Award“ der „General Electric Ecomagination Challenge“ mit ihrem Projekt, Solarzellen in die Fahrbahn zu integrieren.

 

 

 

GE vergab an das Projekt $ 50.000 .- von der insgesamt 200 Mio Dollar Challenge, die sich an Unternehmen, Innovatoren und Studenten aus den drei Bereichen „Erneuerbare Energien“, „Stromnetz-Effizienz“ und „Ökohäuser/gebäude“ richtet.

„Solar Roadway“ baut 12 mal 12 feet (3,66m x 3,66m) Elemente, die Solarzellen, LEDs, Wärmeelemente und eventuell Drucksensoren enthalten und mit Glas geschützt sind. Die Herausforderungen an das Glas sind: genug Licht für die Solarzellen durchzulassen, aber nicht zu spiegeln und dadurch Fahrer zu blenden, feuerfest zu sein, das Gewicht von LKWs auszuhalten und ähnliche Reibungseigenschaften zu haben wie Asphalt. Das Know-How für das richtige Glas ist da, meint Prof. for Materials Science Carlo Pantano von der Penn State University, es muss nur an das Projekt adaptiert werden. Es gibt zum Beispiel schon Glas, das eine höhere Zähigkeit aufweist als Stahl.

Die solare Fahrbahn erzeugt Strom und spielt dadurch die Kosten für ihre Entstehung wieder herein. Eingebaute LEDs leuchten sowohl als Mittel- und seitliche Begrenzungsstreifen, als auch in Form von Zusatzinformationen für Autofahrer, zB. „Slow down“ vor Zebrastreifen. „Solar Roadway“ könnte sogar vor Menschen, Wild oder anderen Hindernissen, die sich auf der Fahrbahn befinden, warnen, wenn Drucksensoren eingebaut werden.

 

Asphalt ist ein antiquiertes Material, das wir schon viel zu lange verwenden, meint Co-Gründer Scott Brusaw. Das Ersetzen aller amerikanischen Straßen durch solare Fahrbahnen würde ca. drei Mal mehr Energie erzeugen, als momentan benötigt wird. „Solar Roadway“ wird auch in dem sehr lustigen und sehenswerten Film YERT (Your environmental road trip) beschrieben, in dem sich zwei Amerikaner und eine Amerikanerin ein Jahr lang auf eine Reise durch die 50 Staaten begaben, um positive Beispiele zur „Rettung der Welt“ und dem Umgang mit dem Klimawandel zu entdecken. (http://www.youtube.com/watch?v=xb1ohS8buws)

Vor einem Monat bekam Solar Roadways eine staatliche Kleinunternehmer-Förderung von $ 750.000.-, um einen ersten Prototypen von einem „Solar Roadway Parkplatz“ zu bauen. Eine andere staatliche Förderung für $ 100.000.- erhielten die zwei Gründer Scott und Julie Brusaw auch schon, um einen Straßen-Prototypen zu bauen. Eingebaute Wärme-Elemente sollen die Straße schneefrei halten.

In einer zukunftsweisenden Restaurierung eines ehemaligen Autobahn-Abschnittes in Süditalien ist die Solar Roadway auch schon eingeplant (http://www.oekoenergieblog.at/2011/07/innovative-windkraft-brucke/ ).

Die Vision von „Solar Roadway“ ist es, alle Asphalt- und Betonflächen mit Solarpanelen zu ersetzen. Beginnend mit Einfahrten, Radwegen, Gehsteigen, Terrassen, Spielplätzen und vor allem Parkplätzen, um noch Erfahrungen zu sammeln. Solarpanele auf Parkplätzen können die „Reichweite“ von Elektroautos erhöhen, wenn sie bei Supermärketen, beim Arbeitsplatz, oder wo auch immer am Netz hängen. Nachdem die Erkenntnisse auf Parkplätzen ausgewertet sein werden, könnten Wohnstraßen, auf denen die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge und damit die Anforderungen an den Glasbelag noch nicht so hoch sind, der nächste Schritt sein. Endziel ist es, das amerikanische Autobahnnetz in ein riesiges Solarkraftwerk zu verwandeln, auf denen Elektroautos auch gleich induktiv aufgeladen werden können.

Das ist ein sehr großes Ziel, wie ich finde, aber schon wieder so „verrückt“, dass es eine gewaltige Attraktivität ausstrahlt.

 

 
About the Author

Valentin Heppner

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Aufgewachsen in Graz, kam ich durch das Studium „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ an der Universität für Bodenkultur nach Wien und wechselte dann in die Finanzbranche. 2004 machte ich mich als Vermögensberater selbständig. 2006 spezialisierte ich mich auf „Nachhaltige Investments“, bei denen neben der Rendite auch soziale und ökologische Kriterien mitberücksichtigt werden. In weiterer Folge gründete ich die Firma „Fair investieren“ – mit dem Ziel die Welt zu retten. Seit Anfang 2011 führe ich Projekte für Unternehmen und NGO´s durch, die mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Investments“ zu tun haben – mit den drei Schwerpunkten: schreiben, vernetzen und Know-how-aufbereiten.

One Comment

  1. Die gleiche Idee hatte ich auch mal. Nur in einem viel kleineren Maßstab. Ich hatte mir mal unter „http://de.farnell.com/solarzellen-panele“ ein paar Solarzellen besorgt und damit im Garten dann eine kleine Carrera Bahn aufgebaut :). Natürlich kann man sowas nicht mit dem Vorhaben von Solar Roadway vergleichen. Insbesonders da gerade mal nur soviel Strom erzeugt wurde das die kleinen Modellautos mit etwas mehr als SChrittgeschwindigkeit „losgebrettert“ sind :). Aber Hut ab vor diesem Vorhaben und ich drücke den Jungs die Daumen das es gelingt ein paar Straßen damit auszurüsten.

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