Ein Sonnendorf in Kärnten – wie passend!

Sonnendorf Finkenstein in Kärnten (c)SunMedia/kk

Zum ersten Mal erfahren hab ich von dem Projekt bei der Green Expo im Juni. Das ausgestellte Modell des Sonnendorfes hat dort schon viele Menschen angezogen. Jetzt geht’s anscheinend tatsächlich los, denn der Bau der größten energieautonomen Wohnanlage Kärntens hat begonnen.

Das Sonnendorf Finkenstein am Faaker See wird in den nächsten drei Jahren entstehen. Die 14 Aktivhäuser werden laut Aussagen der Projektiere nach ihrer Fertigstellung mehr Strom erzeugen, als sie verbrauchen. Wohnen ohne Energiekosten wird somit Realität, die Öko-Eigenheime sind auch nicht teurer als konventionelle Bauten. Mit € 314.000,- ist man dabei und angeblich auch ab einem Eigenkapitalanteil von € 65.000,-.

Ein paar Fakten zum Projekt

  • Lage: Finkenstein am Faaker See, Ortsteil Goritschach
  • 14 Doppelhäuser / 28 Wohneinheiten
  • Fertigstellung Februar 2012 (6 Wohneinheiten), 22 Wohneinheiten bis Ende 2014
  • 4 Haustypen 100 bis 130 Quadratmeter
  • ca. 55 Quadratmeter Photovoltaik-Anlage pro Haus (das sind wohl zwischen 7-10 kWp pro Haus)
  • Heizung mit Luftwärmepumpe und Sole-Wärmepumpe
  • Der Gesamtjahresenergiebedarf wird selbst erzeugt, natürlich aber bilanziert

Die SunMedia Marketing GmbH hat sich außerdem noch ein paar Details am Randes des Projekts einfallen lassen.

Baustrom ebenfalls erneuerbar

Demnächst werden angeblich zwei Flüster-Windräder montiert. Denn sogar der Baustrom für das Sonnendorf soll zur Gänze selbst erzeugt werden. Bin gespannt welche Geräte da zum Einsatz kommen.

Lehrlinge maßgeblicher Erfolgsfaktor

Die ersten drei der insgesamt 14 Doppelhäuser werden bis zum Frühjahr 2012 als Lehrlingsbaustelle realisiert. Vom Maurer über Installateure und Elektriker bis hin zum Gartengestalter werden die Arbeiten – unter professioneller Aufsicht – fast ausschließlich von Lehrlingen ausgeführt. Insgesamt kommen auf der Baustelle rund 150 Kärntner Lehrlinge aus regionalen Betrieben zum Einsatz, davon mindestens 20 Prozent Frauen. Ich finde das großartig, die jungen Leute kommen so gleich mit den neuesten Technologien in Berührung und sind nach ihrer Lehre bestimmt begehrte Gesellen und Gesellinnen. Ich bin mir auch sicher, dass die Jungs und Mädls tolle Qualität liefern werden, da man bei so einem Projekt einfach nur absolut motiviert sein kann!

Soweit eine tolle Sache! Ich hoffe, dass alles nach Plan läuft und sich das Projekt multiplizieren lässt. Vielleicht kann man an der Umsetzungsdauer von 3 Jahren noch ein bissl feilen ;-). Hier noch ein paar tolle Bilder auch vom Innenbereich.

Mich würde interessieren, was Sie von dem Projekt halten. Besonders die Kombination von Photovoltaik mit einer Luftwärmepumpe ohne Unterstützung einer kleinen Solarthermieanlage ist teilweise recht umstritten. Würde einfach gern ein paar Meinungen hören, weil ich in meinen Gesprächen ständig unterschiedliche Standpunkte höre.

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin, Speakerin & Autorin. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.