Strom II) Die Zukunft der Stromversorgung in Österreich

(c) FotoliaÖsterreich hat innerhalb von Europa zwei bedeutsame Rollen. Einerseits verfügt es, neben der Schweiz und Norwegen, über wichtige Speicherkapazitäten. Andererseits ist es in Nord-Süd- und Ost-West- Richtung ein Strom-Transitland. Mit der verstärkten Integration erneuerbarer Energien in die Stromnetze werden beide Rollen an Bedeutung gewinnen.

 

 

Innerhalb von Österreich befinden sich die Stromerzeuger eher im Osten, die Speicher dafür mehr im Westen. Die „Problemzonen“ der Stromnetze und Transformatoren liegen also hauptsächlich im Raum Wien, Neusiedler See (Windparks), rund um die Pumpspeicherkraftwerke in den Alpen, den Übertragungsleitungen dazwischen und den Anbindungen nach Deutschland.

Die gängigen Studien rund um dieses Thema (40%-Studie, [r]enewables 24/7, EWIS II, Roadmap 2050, SUSPLAN) gehen alle von einem steigenden Strombedarf. Gründe dafür sind unter anderem der vermehrten Einsatz von Klimaanlagen, Elektromobilität (fällt laut Studien ab ca. 2030 substantiell ins Gewicht), immer mehr „Feldwegbeleuchtungen“ in Gemeinden, Beleuchtung von Auslagen und Gebäuden, zum Teil die Architektur von Gebäuden, die nicht energiespar-freundlich ist (Glaspaläste) und der generell niedrige Strompreis, der Verbraucher nicht zum sparen „zwingt“.

 

 

Somit liegen die wesentlichen Herausforderungen für Österreich in einem Ausbau der Übertragungs-, Verteilungsnetze und Transformatoren und einer stärkeren Verbindung mit den Nachbarländern.

Und auch wenn die aktuellen Studien nicht davon ausgehen, halte ich die Annahme, dass der Energiebedarf auch die nächsten 40 Jahre noch steigen werde für überdenkenswert. Also liegt eine wesentliche Herausforderung sicher auch darin, Wege zu finden, wie wir Energie effizienter nutzen, und – trotz Elektromobilität – den Verbrauch generell reduzieren können.

 

Ein weiterer Aspekt, der oft rund ums Thema Energieversorgung auftaucht, ist die „Energieautarkie“.

Hier ist es wichtig zwischen Energieautarkie und Leistungsautarkie zu unterscheiden. Energieautarkie bedeutet, dass eine Region genauso viel Strom erzeugen kann wie sie verbraucht. Das ist laut Experten relativ leicht zu erreichen. Schwieriger wird es bei der Leistungsautarkie. Sie bedeutet, dass der Stromfluss zwischen Erzeuger und Verbraucher in jeder Sekunde ausgeglichen ist. Da aber nicht immer die Sonne scheint oder der Wind weht, wenn wir Strom brauchen, kann man nur den Umweg über Speicher gehen. Dass jedes Haus zwei Tonnen Akkus im Keller stehen hat, nur um auch leistungsautark zu sein, wird wenig Sinn machen. Der vernünftige Mittelweg scheint aus momentaner Sicht bei 60%-70% Energie/Leistungsautarkie zu liegen.

 

 
About the Author

Valentin Heppner

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Aufgewachsen in Graz, kam ich durch das Studium „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ an der Universität für Bodenkultur nach Wien und wechselte dann in die Finanzbranche. 2004 machte ich mich als Vermögensberater selbständig. 2006 spezialisierte ich mich auf „Nachhaltige Investments“, bei denen neben der Rendite auch soziale und ökologische Kriterien mitberücksichtigt werden. In weiterer Folge gründete ich die Firma „Fair investieren“ – mit dem Ziel die Welt zu retten. Seit Anfang 2011 führe ich Projekte für Unternehmen und NGO´s durch, die mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Investments“ zu tun haben – mit den drei Schwerpunkten: schreiben, vernetzen und Know-how-aufbereiten.

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