Meeresenergie II) Wellenenergie-Gewinnung mit einer Wasserschlange

(c) FotoliaDas britische Unternehmen „Checkmate UK“, das als eines von vier Geschäftsfeldern die Entwicklung von Meeresenergie-Generatoren hat, ist dabei, Wellenenergie auf eine ganz neuartige Weise nutzbar zu machen: mit der Meeresschlange „Anaconda“.

 

 

Die „Anaconda“ ist eine 200 Meter lange, 5,5 Meter dicke und 500 Tonnen schwere Gummischlange, die Wellenenergie über eine Turbine in Strom umwandelt. Laut einer unabhängigen Analyse des „Carbon Trusts“ könnte die Meeresschlange die nächste Generation in der Nutzung von Meeresenergie in Bezug auf Energieausbeute und Kostenreduktion darstellen.

 

Funktionsweise:

Die Anaconda ist an einer Kette knapp unter der Wasseroberfläche verankert, und wird mit dem „Kopf“ zum offenen Meer ausgerichtet. Wenn nun eine Welle auf den Kopf der Ananconda trifft, wird ein Puls im inneren der mit Wasser gefüllten Schlange erzeugt, der nach hinten wandert, an Druck zunimmt und am Ende mittels einer Turbine in elektrischen Strom umgewandelt wird.

 

Vorteile der Anaconda:

  • Durch die Verankerung an einer Kette ist der Eingriff in die Umwelt minimal.
  • Da die Schlange zum größten Teil aus Gummi besteht, gibt es nur wenige bewegliche Teile und somit wenig wartungsanfällige Mechanik, also niedrigere laufende Kosten.
  • Die Anaconda wird mit einer wireless-Technologie ausgestattet sein, die Technikern eine unaufwendige Überwachung der einzelnen Teile und eine frühzeitige Erkennung von Schäden erlauben wird, wieder um Wartungskosten gering zu halten.
  • Gummi ist ein Naturprodukt, das die Meeresumgebung nicht negativ beeinflusst.
  • Durch die Beweglichkeit des Gummis kann die Schlange auch unter rauhen Bedingungen eingesetzt werden.
  • Durch die Länge und die Funktionsweise der „Anaconda“ ist die Energieausbeute im Vergleich zu anderen Wellenenergie-Generatoren besonders hoch.

Der Stand der Dinge:

Die weitere Vorgehensweise von Checkmate UK sieht vor, mit Tests an kleineren Anacondas (8m und 50m) zu beginnen, um wichtige Erfahrungen zu sammeln, bevor die 200m Variante gebaut wird. Wenn alles nach Plan läuft, soll der große 200m-Prototyp 2014 fertig sein. Bis inklusive des Prototypen werden £ 17 Millionen benötigt, die mit Hilfe des „Carbon Trusts“ aufgestellt werden. Der „Carbon Trust“ ist ein staatlich finanziertes Non-Profit-Unternehmen, das der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor bei der Implementierung von Umwelttechnologien, der CO2-Reduktion und der Aufstellung von Finanzierungen hilft. Im Endausbau soll es dann Schlangen-Farmen von ca. 20 bis 50 Anacondas in den nach Westen ausgerichteten Küstenregionen geben, die die rauheste See haben.

 

Eine Anaconda wird voraussichtlich in der Lage sein, 1MW Strom zu liefern, also ca. 1000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die potentiell ergiebigsten Standorte sind alle Westküsten in England, Irland und Kontinentaleuropa, amerikanische und südamerikanische Küsten, und Teile der Küsten von Südafrika, Australien, Malaysien, Japan und Neuseeland. (Da Wellen durch den Wind, der darüber bläst, entstehen, ergeben sich die ertragreichsten Standorte dort, wo der Wind am stärksten und am längsten über die Wasseroberfläche bläst.)

 
About the Author

Valentin Heppner

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Aufgewachsen in Graz, kam ich durch das Studium „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ an der Universität für Bodenkultur nach Wien und wechselte dann in die Finanzbranche. 2004 machte ich mich als Vermögensberater selbständig. 2006 spezialisierte ich mich auf „Nachhaltige Investments“, bei denen neben der Rendite auch soziale und ökologische Kriterien mitberücksichtigt werden. In weiterer Folge gründete ich die Firma „Fair investieren“ – mit dem Ziel die Welt zu retten. Seit Anfang 2011 führe ich Projekte für Unternehmen und NGO´s durch, die mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Investments“ zu tun haben – mit den drei Schwerpunkten: schreiben, vernetzen und Know-how-aufbereiten.

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