Geht uns aus der Sonne!

(c) FotoliaDer Energieexperte, Dokumentarfilmer und Bestsellerautor Hans Kronberger hat vor kurzem ein sehr lesenswertes Buch mit dem Titel „Geht uns aus der Sonne“ herausgegeben. Er zeigt darin den Weg der Energienutzung des Menschen seit der Steinzeit auf, die Merkmale der einzelnen fossilen Energieträger, über die Abhängigkeit und vermeintliche Unverwundbarkeit des Westens von fossilen Energieträgern, die wissenschaftliche Sichtweisen von Peak Oil, erklärt Zusammenhänge zwischen Zentralisierung, Macht und Ausbeutung, beschreibt Klimakonferenzen und was sie uns gebracht haben, Strategien der erneuerbaren Energie-Verhinderer und malt die kopernikanischen Energiewende und das neue Zeitalter aus, das schon begonnen hat.

Einige interessante Punkte darf ich in diesem Blogbeitrag herausgreifen:

 

Photovoltaik

„Photovoltaik ist die einzig bekannte Energietechnik, die über ausreichend Primärenergie verfügt, sowohl in der Menge (das 10.000 fache des Weltverbrauchs) als auch von der Laufzeit (5 Mrd. Jahre) und von den Primärenergiekosten (0,0 Cent).“ schreibt Kronberger. Und sie besitzt viele, wichtige Vorteile: sie reduziert die energetische Abhängigkeit eines Landes (Die Abhängigkeit der EU von Energieimporten liegt bei ca. 60%.), sie reduziert das militärische Konfliktpotential weltweit erheblich, sie trägt zum Wohlstand von Entwicklungsländern bei und reduziert damit den Migrationsdruck zwischen Nord und Süd und Ost und West, sie hält mehr Geld und Arbeitsplätze im Land und reduziert den Devisenabfluß (wenn wir regional Photovoltaikanlagen produzieren und installieren, anstatt fossile Energieträger aus fernen Ländern zu importieren. Die EU gibt jährlich 550 Mrd Euro für Energiezukäufe aus.), sie sondert keinen Geruch ab, bewegt sich nicht und ist daher lautlos und es entstehen keine Emissionen bei der Nutzung.

Strategien der Verhinderer

Drei typische Strategien der „Schattenmänner“, wie sie Kronberger nennt sind:

– Enthusiatisch zustimmen und unerfüllbare Bedingungen daran knüpfen. (Im Ziel übereinstimmen, nimmt Druck aus einer Diskussion, aber Weg in Frage stellen.)

– Zuerst Energieeffizienz, dann erst Umstellung auf erneuerbare Energien fordern Verhinderer gerne. Als einen der „Haupttäter“ führt Kronberger hier Ernst Ulrich von Weizsäcker (Faktor 4) an. Den Naturverbrauch um welchen Faktor auch immer zu verlangsamen, ändert grundsätzlich noch nichts am Grundmuster der Energiegewinnung. Und nicht dass Energieeffizienz nicht wichtig wäre, aber die die Art der Energiegewinnung ist noch viel entscheidender.

– Langzeitpläne. Die sind speziell in der Politik mit ihren relativ kurzen Wahlperioden sehr beliebt. Es werden großmächtige Pläne bis 2050 erstellt, damit man jetzt nichts tun muß.

Ökologischer Fußabdruck

Sehr kritisch sieht Kronberger das Konzept des ökologischen Fußabdruckes, das von Mathis Wackernagel und William E. Rees 1994 entwickelt wurde. „Es ist problematisch, wenn eine Gruppe von Menschen eine gezielte Erziehung für den Rest der Menschheit für nötig hält.“ Es ist wieder nur eine Methode Menschen in „sauber“ und „nicht sauber“, in gut und böse zu teilen und damit eine Variante mehr, die Gesellschaft zu spalten. Es ist ein bequemes Mittel der Politik, sich ihrer Verantwortung zu entledigen und statt die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, sämtliche Pflichten an das Volk zurückzuschieben (ihr dürft nicht reisen, nicht fliegen, nicht so viel Energie verbrauchen, …).

Neue Ideen folgen oft dem Weg der drei B´s: belächelt, bekämpft, bewundert. Erneuerbare Energien werden schon bekämpft. Also sind wir schon weit gekommen, schreibt Kronberger.

 

 
About the Author

Valentin Heppner

Avatar

Aufgewachsen in Graz, kam ich durch das Studium „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ an der Universität für Bodenkultur nach Wien und wechselte dann in die Finanzbranche. 2004 machte ich mich als Vermögensberater selbständig. 2006 spezialisierte ich mich auf „Nachhaltige Investments“, bei denen neben der Rendite auch soziale und ökologische Kriterien mitberücksichtigt werden. In weiterer Folge gründete ich die Firma „Fair investieren“ – mit dem Ziel die Welt zu retten. Seit Anfang 2011 führe ich Projekte für Unternehmen und NGO´s durch, die mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Investments“ zu tun haben – mit den drei Schwerpunkten: schreiben, vernetzen und Know-how-aufbereiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.