Warum kämpfen Bankenbosse nicht für ein funktionierendes EEG?

(c) FotoliaNun bin ich seit in paar Tagen hier in Deutschland um Erfahrungen im Solarmekka zu sammeln und frage mich bei allem, was man hier so hört immer wieder: Warum erkennen die österreichischen Banken eigentlich nicht das riesige Potential, das in einem funktionierendem Ökostromgesetz für Photovoltaik steckt, nicht??

 

 

Ich hätte gern mal Zahlen, wie viel Kohle (ich meine Sonnengeld ;-) die deutschen Banken mit diesen 100% sicheren Krediten, die von der kfW mitfinanziert und hintennach auch noch drei mal versichert sind, gemacht haben.

Jedenfalls hab ich heute zwei nette Geschichten, wie Banken hierzulande mit dem Thema umgehen. Es ist ja leider so, dass Banken eher auf Millionengeschäfte stehen und sich mit Kleinkram so um die 30.000,- gar nicht gern herumschlagen möchten.  Dies könnte ein Grund für die Untätigkeit in Österreich sein, denn diese Megaanlagen wirds bei uns nie geben, aber selbst diese Kleinkredite boomen in Deutschland, weil die Prozesse einfach standardisiert wurden und eben PV-Kredite absolut keine Arbeit verursachen, da die Ausfallquote praktisch null sein müsste (Gesetzessicherheit, Versicherung, Know-How).

Geschichte Nummer Eins die eigentlich klingt wie ein Witz

Geht ein deutscher Kunde zum Bankbeamten und will einen Bausparer abschließen. Sagt der Bankbeamte zum Kunden: Haben Sie kein Dach??

Kein Witz, deutsche Realität. Gerade Bausparbanken hätten aufgrund rückgängier Darlehensvolumina ein großes Interesse hier geregelte Rahmenbedingungen zu schaffen.

Geschichte Nummer Zwei – 100% Fremdfinanzierung

Ich habe von Familien gehört, die einfach nur zur Bank gehen und sagen, dass sie gern eine PV-Anlage hätten. Ein Vertrag wird unterschrieben und die Familie hat zwar die Anlage am Dach,  muss aber auch nie Geld in die Hand nehmen. Nach den 10 Jahren gehört die Anlage ihnen. 100% Fremdfinanzierung ist keine Ausnahme! Es war nicht ganz klar, ob man sich um den Bau der Anlage selbst kümmern muss, oder das auch von der Bank abgewickelt wird, würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn sie dieses Geschäft auch einfach integrieren. Jedenfalls hat jeder hier die Möglichkeit, sich das Geld aus der Stromrechnung mehrfach wieder zurückzuholen und gleichzeitig sein Geld sprichwörtlich arbeiten zu lassen um die Volkswirtschaft zu unterstützen.

Jedenfalls gäbe es viele Gründe, warum Banken es unterstützten könnten, dass diese realwirtschaftliche Investitionen getätigt werden, trotzdem hört man von den Big Bosses kein Wort in diese Richtung… Jetzt wäre übrigens ein guter Zeitpunkt, das Gesetz soll ja am 14. beschlossen werden…

 

 

 

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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