Was Strom wirklich kostet und wie mans verstehen darf

Eine neue Studie vom  Forum Ökologisch-Soziale Steuerreform (FÖS) für Deutschland ist erschienen. Sie schließt an meinen Beitrag zum Thema Externe Kosten und Subventionen von fossilen und atomaren Energieträgern an. Es ist nicht mehr zu verleugnen, dass die Subventionen für fossile Energien Fakt sind. Ich musste mich jedoch sehr wundern als ich diese Grafik gesehen habe:StromkostenstudieWas löst diese Grafik bei Ihnen aus? Bei mir war es einerseits Bestätigung was die fossilen und atomaren Energien betrifft und andererseits Verwunderung was die Photovoltaik betrifft. Wie kommen sie auf diese Werte? Ich hab mich schlau gemacht  und in der Langfassung folgenden Satz gefunden:

Der vergleichsweise hohe Wert bei Photovoltaik ist dabei auch im Vergleich zur Markteinführungsphase der Atomenergie zu sehen. Darüber hinaus ist das große Potential der PV für Kostensenkungen zu berücksichtigen. Gegenüber der hier verwendeten EEG-Durchschnittsvergütung von 46,8 Ct/kWh wurde bei Neuanlagen bereits ein deutlicher Rückgang realisiert. So liegen die Vergütungssätze von Neuanlagen im Jahr 2011 bereits zwischen 21,1 und 28,7 Ct/kWh.

Es wurde also jener Wert herangezogen, der in Deutschland im Jahr 2010 für PV-Förderung ausgegeben wurde, dies beinhaltet die Vergütung für ALLE Anlagen, die in den letzten Jahren gebaut wurden und noch Förderung erhalten. Auch jene, die noch 60ct bekommen. Ich betone dies, weil ich schon wieder Österreicher (Standard Kommentierer) höre, die dann meinen, dass das auch für Österreich so viel kosten würde. Der Preisturz im letzten Jahr ist an vielen vorübergegangen. Vielen ist noch gar nicht klar, dass die Stromgestehungskosten auf die Lebensdauer aufgerechnet schon bei unter 15 ct/kWh liegen. Tendenz fallend, wenn man von einer höheren Lebensdauer als 25 Jahre ausgeht. Dazu wird es aber einen eigenen Beitrag geben.Hier auch noch die Grafik zu den historischen Förderungen. Leider gibts für Österreich noch immer keine Zahlen. Hab bei der OECD nochmal nachgefragt und wir sind einfach zu klein.Subventionen Energieträger

 
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Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

6 Comments

  1. Hallo Lorenz,
    was die Entsorgung betrifft ist schon klar, dass die Rohstoffe zum Zeitpunkt des Wechsels, also nach 25-35 Jahren noch sehr wertvoll sein werden und im schlimmsten Fall die Kosten fürs Abmontieren decken. Bestenfalls bekommt man aber noch Geld dafür. Ein großer Teil der Firmen hat sich schon im Recyclingverband PV-Cycle zusammengeschlossen. Es gibt leider oder besser GSD noch nicht wirklich alte Module in großem Ausmaß die verwertet werden könnten.
    Was die Kosten betrifft, darf man nicht vergessen, dass die hier angegebenen Werte nicht die Gestehungskosten von heute (die sind bereits bei 15 ct-25ct/kWh) sondern das Fördervolumen der Vergangenheit, welches jährlich sinkt.

  2. Geben wirds die Zahlen vermutlich schon irgendwo. Sie sind aber jedenfalls nicht öffentlich und überregional sind wir ein zu kleines Land. Die OECD erhebt eben zuerst die großen Länder. Bis wir dran sind dauerts anscheinend noch.

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