Einmal frisch gepresste Luft, bitte!

Letzes Mal stand das Thema Speicherung mit Wasser im Mittelpunkt der Blogserie. Heute geht’s weiter mit Luft. Die Umsetzung von Druckluftspeichern- oder CAES-Kraftwerken (Compressed Air Energy Storage) wurde von den Energieversorgern lange Zeit auf die lange Bank geschoben. Die Notwendigkeit die Stromspitzen von Wind- und Sonnenenergie zu regulieren, wird diese Einstellung nun ändern.

Bei Druckluftspeichern wird Luft mit überschüssiger Energie komprimiert und bei Bedarf mit der dekomprimierten Luft über eine Gasturbine Strom erzeugt.

Weltweit werden bislang nur zwei Speicherkraftwerke dieses Typs betrieben: Das Kraftwerk Huntorf in Deutschland und das Kraftwerk McIntosh in den USA.

Es tut sich aber einiges auf dem Sektor. Mehrere Forschungseinrichtungen springen auf den „Luftzug“ auf und arbeiten an effizienteren und leistbaren Lösungen. Hier einige davon. Ich freue mich natürlich immer, wenn diese Liste im Kommentarfeld weitergeführt wird.

Hydrostor

HydrostorGott sei Dank gibt es ein Bild für dieses Projekt. Sonst wäre die Anwendung wohl nur schwer vorstellbar. Unterwasserballoons werden am Meeresboden verankert und mit überschüssige Energie aus Off-Shore-Windanlagen wird Luft in den Ballons gepumpt und kompressiert. Die Ballons sind flexibel und der Wasserdruck sorgt dafür, dass der Druck im Ballon nicht sinkt, wenn Luft für die Turbine entnommen wird. Jeder dieser Tanks soll 50m3 Druckluft enthalten und in Kanada wird an einm Pilotprojekt gearbeitet. Die Hürden für die Genehmigung sind vermutlich enorm, deshalb wirds bis zum Prototyp noch eine Weile dauern. Hier noch eine nähere Erklärung.

Projekt ADELE

 

 

 

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ADELE steht für Adiabater Druckluftspeicher für die Elektrizitätsversorgung. Da die laufenden Druckluftspeicher nur einen Wirkungsgrad von 40% aufweisen, wird mit ADELE versucht, diesen Wert durch Rückgewinnung von Wärmeenergie auf 70% zu steigern.

Er hält Energie in Form von komprimierter Umgebungsluft in Reserve, die bei Bedarf eine Druckluft-Turbine antreibt. Die Pressluft wird in einer Kaverne gespeichert, die durch Aussolen eines Salzstocks hergestellt wurde. Die beim Komprimieren der Luft entstehende Wärme wird in einem eigenen Speicher gebunkert. Beim Rückgewinnen der Energie erwärmt sie die Druckluft-Turbine und beugt so deren Vereisung vor. (Quelle: Max Planck Institut)
Hier gibts weitere Infos zur Preisentwicklung solch großer Druckluftspeicher.

Elektro Autos mit Druckluftspeicher?

TataJa, es gibt auch Druckluftautos! Leider kamen bisher nur Konzeptautos zustande und keines hat es bislang bis zur Marktreife geschafft. MDI und Tata Motors beschäftigen sich am intensivsten mit diesem Thema. Die Idee wäre ja bestechend, die Energie statt mit Batterien, mit Luft zu speichern! Anscheinend gibt es derzeit jedoch noch Probleme mit der Energiedichte und dem Gewicht dieser schweren Drucklufttanks. Die Explosionsgefahr ist im Massenverkehr natürlich auch ein Thema. Hier noch eine Auflistung der derzeitigen Modelle:

Bei meinen Recherchen bin ich auf auf Dr. Armin Reller gestoßen. Er forscht ebenfalls sehr stark auf diesem Gebiet und ich habe ein Interview zum Thema Druckluftspeicher bei ihm angefragt. Soviel vorweg: Es könnte sein, dass in ferner Zukunft auch kleine, effiziente Speichereinheiten zum Einsatz  kommen.

Weitere Links:

Bilder: Hydrostor/RWE/Tata

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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