Solarpotenzialseiten in Österreich

Bei der letzten Tagung der PV-Austria lernte ich die Firma Laserdata kennen. Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit Einstrahlungsdaten und so war es spannend mit Leuten zu sprechen, die hinter den so wichtigen Bildern stehen. Da nur sehr wenige Menschen überhaupt wissen, dass es diese Solarkataster  gibt, und schon gar nicht, welche Orte bereits  abgedeckt sind, möchte ich eine Liste der Solarpotenzialseiten erstellen, die derzeit in Österreich zu finden sind. Ich freue mich natürlich über Hinweise zu Katastern, die hier nicht enthalten sind.

Katasterübersicht Österreich

Solarpotenzialkataster der Stadt Wien

Einfach Adresse eingeben und die m2 bebaubarere Fläche ansehen. Das “sehr gut geeignet” bedeutet mehr als 1.100 kWh/m2 Globalstrahlung und  “gut geeignet” bedeutet zwischen 900 kWh/m2. Ich würde mir hier wünschen, dass auch die Dachneigung noch ablesbar ist,  aber vielleicht wird ja bereits daran gearbeitet. Jedenfalls rate ich jedem, mal rein zu klicken. Als Faustregel gilt, dass für 1 kWp ca. 7-10 m2 Dachfläche gebraucht werden. Wens ganz genau interessiert, hier eine Präsentation darüber, wie die Daten erhoben wurden.

Solarkataster St. Pölten

St. Pölten befindet sich offenbar gerade mitten in einer Solaroffensive. Die Farbwahl für die Auswahl der bestgeeignetsten Flächen finde ich mit Grün und Gelb etwas unglücklich, da sich international die Farbe Rot bereits als Standard für die höchste Sonneneinstrahlung durchgesetzt hat. Wirklich gut finde ich, dass alle Haushalte, die ein sehr gut geeignetes Dach haben, darüber informiert werden.  Dieses Bewusstsein für den höheren Wert einer nach Süden ausgerichteten Dachfläche zu schaffen, halte ich für sehr wichtig.

Solarpotentlialanalyse Gleisdorf

Bei dieser Analyse handelt es sich zwar lediglich um ein pdf wo das Solarpotential ermittelt wurde, es wurde jedoch im Rahmen eines Energienutzungsplanes erstellt, wo das Erneuerbare Potential der gesamten Gemeinde erarbeitet wurde. Ein wichtiger Schritt, den sich auch andere Gemeinden  zum Vorbild nehmen können.

Solardachkataster der Stadt Graz

Die sehr guten und guten Flächen sind mit Rot bzw. Gelb gekennzeichnet. Gut finde ich, dass die Denkmalgeschützten Flächen in der Innenstadt  ebenfalls bereits eingezeichnet sind.

Solar”kataster” Vorarlberg

Auch bei den Solarkatastern wird deutlich wie stieftöchterlich PV in Österreich behandelt wird. Das Land Vorarlberg stellt einezelne PDF-Datein für die einzelnen Gemeinden zur Verfügung. Auch wenn das vielleicht mehr ist als andere Bundesländer, ist das Signal eindeutig.

Eine einheitliche Lösung für Österreich?

Unschwer erkennbar handelt es sich in Österreich noch um einen Fleckerlteppich an Einzelinitiativen. Da die Rohdaten schon längst für ganz Österreich verfügbar sind, hielte ich es für sinnvoll, einen Gesamtkataster für Österreich zu erstellen oder die Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung  zu stellen. Dieser Antrag wurde bereits im Parlament  eingebracht (parlamentarischer Entschlussantrag), ich konnte jedoch leider nicht rausfinden, ob es hier bereits einen Beschluss gibt. Hat hier jemand mehr Informationen?

Kastaster International

Andere Länder sind in dieser Hinsicht schon weiter fortgeschritten; hier noch eine Liste internationaler Katasterlösungen.

Focus Solar

Auf diese Seite bin ich erst kürzlich gestoßen un war überrascht von der Professionalität des Angebotes, welches ich auf so manchen öffentlichen Seiten vermisse. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass es sich um die einzige Seite handelt, die mit dem Angebot auch Geld verdient. Man kann sich um € 149,- eine hausgenaue Berechnung für das eigene Dach schicken lassen und das, soweit ich es verstanden habe, weltweit! Nettes Feature ist die interaktive Einstellung der Dachausrichtung und Dachneigung. Die Plattform arbeitet auch an einer Auswertung der bestehenden Anlagen und der Leistung; darauf bin ich besonders gespannt.

Solarkataster Wiesbaden

Dieser Kataster ist meiner Meinung nach schon am Weitesten fortgeschritten, wenn auch die Neigung ebenfalls nicht angezeigt wird. Mit dem (i) bekommt man jedoch sofort die passende Fläche und den möglichen zu erwirtschaftenden Ertrag. Leider sind jedoch noch die Tarife von 2010 enthalten. Es gibt außerdem einen Reiter für Solarthermie. Wir dürfen  neben dem ganzen PV-Hype nicht vergessen, dass sich solarthermische Anlagen sogar noch schneller rechnen als Photovoltaikanlagen und – wenn korrekt dimensioniert – den Warmwasserbedarf bis zu 70% decken können.

Google Maps

Auch Google bietet nun endlich das Solarpotenzialmessservice. Leider derzeit nur für die Gegend um San Diego, LA, dafür aber für jedes einzelne Monat. Wer sich bei der Eingabe fragt, was dort einzugeben ist: Es ist die Dachneigung/Tilt (idael bei 28°) und die Ausrichtung/Azimutz (eine Südliche Ausrichtung sind 180°). Alle anderen Azimuth Werte sind hier nachzulesen.

Ich freue mich über weitere Hinweise zu Katasterseiten im Kommentarfeld!

Weitere Links

Nachtrag: Tolles Berechnungstool der FH Pinkafeld.

Tipp: Einfach die geforderten Daten auf Focus Solar auslesen und die Infos, die dort zahlungspflichtig anzufordern sind im Tool der FH Pinkafeld eingeben. So schnell sind € 150,- gespart!

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

6 Comments

  1. Danke für die Übersicht! Sehr lehrreich und informativ.

    Besonders interessant fand ich das PDF http://www.nachhaltigwirtschaften.at/edz_pdf/events/20101029_pv_folien_petrini-monteferi.pdf

    Solche detaillierten Pläne helfen auch mit, den besten Standort auf bestehenden Dächern (mit Gaupen, etc.) herauszufinden. Für die Planung von Neubauten wäre es mitunter interessant, wenn man genaue 3D-Pläne der Häusern mit den Daten aus Fern- und Nahabschattung kombinieren könnte.

  2. Danke für den Hinweis! Wie funktioniert das konkret? Muss eine Gemeinde einen Auftrag für eine Potenzialanalyse erteilen und wie viel kostet das oder werden die Daten als Service der EVN zur Verfügung gestellt. (Letzteres wäre natürlich das Optimum!)

  3. Die Analyse wird im Auftrag der Gemeinde durchgeführt, die kleinste Auftragseinheit ist die Katastralgemeinde, die Kosten sind sehr unterschiedlich und sind abhängig von der Größe, der Anzahl der Gebäude und der Bebauungsdichte.
    Zusätzlich können einzelne Objekte einer Detailanalyse mit Ertragsprognose unterzogen werden.

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