Ein Wochenende mit dem TH!NK City – Tag 1

Das Ereignis am Großglockner machte mich auf diesen Blog aufmerksam, und so nutzte ich meine Kontakte, um selbst Erfahrung mit einem Elektroauto zu sammeln. Heute Nachmittag war es so weit, ich durfte mir einen TH!NK City aus dem zweiten Bezirk abholen.

Ein kleines Testprogramm möchte ich dieses Wochenende absolvieren, um die Eignung des Autos für verschiedene Einsatzzwecke zu testen. Als Familienvater liegen die Testfälle auf der Hand:

  • Passt der Kinderwagen in den Kofferraum?
  • Wie funktioniert das mit den Kindersitzen?
  • Was ist beim Transport von Kindern sonst zu beachten?

Heute war bloß ich das Versuchskaninchen, der das Auto aus dem dichten Wiener Freitagnachmittagsverkehr sicher in das Nordburgenland bewegte. Der bei der Einweisung gehörte Satz „Es ist wie ein SMART“ brachte die Bedienung auf den Punkt: Es gibt kein Pedal für die Kupplung, der linke Fuß kann ruhen. Auch die Dimensionen sind ähnlich, beide Autos verfügen über zwei Sitzplätze. Während jedoch beim SMART bei 135 km/h elektronisch abgeregelt wird, bewegt sich die Tachonadel beim TH!NK kaum an die 110km/h-Markierung.

In der Stadt verlief die Fahrt wie gewohnt, erst auf der Autobahn zeigten sich die Unterschiede. Bei Geschwindigkeiten, wo bei einem normalen Auto die Geräusche des Verbrennungsmoters die Rollgeräusche übertönen, ist der Motor noch immer leise, und man hört den Fahrtwind – besonders durch das Faltschiebedach – und auch die Rollgeräusche. Im Economy-Modus wird die Bremsenergie beim Verlassen des Gaspedals zurückgeführt, was zu einer guten Bremswirkung führt. Das Bremspedal braucht man eigentlich nur zum Einschalten und für den Stillstand, wenn man vorausschauend fährt.

Zuhause angekommen kam gleich mein Nachbar, der gerade auf der Straße war, um einen Blick auf das Auto zu werfen. Inzwischen steht der schwarze Zweisitzer im Hof, um ihn aufzuladen. Das funktioniert jedoch momentan nicht, und ich kann nicht ausschließen, dass ein Bedienfehler die Ursache ist. Nach Anleitung ist die Reihenfolge so:

  • Ladegerät an die Steckdose stecken
  • Auto an das Ladegerät stecken

Ich wählte den umgekehrten Weg und arbeitete mich von außen nach innen, wofür mich das Ladegerät jetzt mit einem roten Licht bei Power Fault belohnt. Da fließt kein Ladestrom, wie mir auch das Energiemessgerät bestätigt. Natürlich habe ich schon andere Steckdosen und Stromkreise probiert, auch gewartet, falls eine thermische Sicherung angesprochen hätte. Der Fehler bleibt. Nachdem sehr viele unterschiedliche Verbraucher problemlos ihren Dienst versehen, wird es ja nicht an meinem Haus liegen.

Ganz verständlich ist es mir nicht, dass dieser Fehler gleich zu einer Beschädigung führt. Dafür kommt unfreiwillig ein neuer Testfall dazu:

  • Was tun bei einer elektrischen Panne?

Mein morgiges Vormittagsprogramm wird aller Voraussicht nach eine Änderung erfahren, außer es passiert ein Wunder, aber die sind in der Elektrotechnik selten.

PS: Nach umfangreichem Studium aller Unterlagen wäre das Schlimmste, was beim Anstecken in verkehrter Reihenfolge passiert, dass die Sicherung im Zählerkasten fällt. Das war aber definitiv nicht der Fall.

 
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Franz Knipp

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In Wien geboren, im Burgenland aufgewachsen entwickelt Franz Knipp schon sehr früh ein Interesse an Elektrotechnik und Elektronik. Das mündet in die Ausbildung an der HTL für Maschinenbau-Flugtechnik und später dem Studium der Elektrotechnik an der TU Wien. Seit 10 Jahren ist er in einem Wiener Unternehmen im Bereich Internetanwendungen tätig. Inzwischen mit seiner Familie im Burgenland wohnhaft, wird das Thema Mobilität möglichst mehrdimensional betrieben: Der Weg zur Arbeit wird mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt, in der Freizeit betrachtet der Privatpilot Österreich aus der Vogelperspektive. Wege im Ort werden zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt. http://franz.knipp.org http://www.facebook.com/knipp http://twitter.com/fknipp

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