Think im Selbsttest – Tag 1

Tag 1

Wohoo! I am E-mobile. Tag 1 des Selbsttests mit einem Elektroauto ist vorüber und nebst kleinen Hindernissen ist der erste Tag gut überstanden und der kleine Think steht ladenderweise in der Garage im Waldviertel.

Heute morgen durfte ich den Think in Wien abholen und bin dann gleich mal ins Waldviertel zum Haus meiner Eltern gefahren, da nur dort die Stromversorgung über Nacht gesichert werden kann (er muss ja schließlich 5-8 Stunden angesteckt sein). Ich dachte am ersten Abend bin ich lieber auf der sicheren Seite. Es waren  ca. 95 km und trotz Regen und widrigen Fahrbahnumständen bin ich anstandslos angekommen. Dann überkam mich jedoch der Übermut und ich wollte mit meinem Vater in der Gegend noch eine Spritztour machen. Der Ladestand war noch bei 20% und ich dachte, die 3km hin und zurück wird er wohl noch schaffen. Hin wars auch wirklich kein Problem, aber als wir die Rückfahrt antreten wollen, war der Think dann leider nicht mehr zu bewegen. Ich nehme an die plötzlich eingetretenen winterlichen Temparaturen haben der Batterie zu schaffen gemacht.

Da wir Gott sei Dank gerade auf einem Parkplatz bei einem Gasthaus waren und wir den Wirt kannten, haben wir das Auto, gemeinsam mit braven Männern vom Bundesheer ein paar Meter geschoben und kurz angesteckt. Nach 20 min Laden und einem ungewollten Einkehrschwung gings wieder zurück in die Garage, wo die Steckdose bereits wartete. Apropos Steckdose, mir fällt auf, dass die meisten Leute verwundert sind, dass man das Auto wirklich an eine ganz normale Steckdose anstecken kann, das zeigt wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung noch ist.

Ich habe mich auch online umgesehen, wo in der Gegend Stromtankstellen eingetragen sind. In Horn gibt es anscheinend keine Einzige, nur in umliegenden Dörfern. Mir fehlt auch wirklich noch eine Smart Phone App mit Google Map Verknüpfung. Vielleicht könnt sich diesem Thema jemand annehmen? Die Kelag ist mit ihrem e-tankstellen-finder ja schon recht weit (es gibt auch eine mobile Version fürs iPhone), aber das Entwicklungspotential ist noch riesengross.

Da es bei Selbsttests ja auch darum geht, Schwächen aufzuzeigen, möchte ich dies auch tun. Hier meine Verbesserungsvorschläge nach dem ersten Tag.

  • Die Türen im Think müssen unbedingt noch verbessert werden. Es klingt nach einer Kleinigkeit, aber sie schließen nicht richtig und man ist solche „Kinderkrankheiten“ einfach nicht mehr gewohnt. Schließlich kostet er auch nicht wenig (derzeit € 36.000).
  •  Der Motor des Autos macht zwar keine Geräusche, dafür hört man den Fahrtwind sehr stark. Obwohl es nach „nonaned“ klingt, bin ich mir sicher, dass es hier noch etwas windschlüpfrigere Designs gibt (siehe Kutsche mit Ottomotor), die ein tatsächlich annähernd geräuschloses dahingleiten ermöglicht. Ich glaub auch mich erinnern zu können, dass es im Tesla nicht so rauscht ;-)
  • Es gibt keinen Heckscheibenwischer und heute bei Regen war die Sicht dadurch ziemlich eingeschränkt.

Ich weiß, diese Punkte sind sehr allgemein und haben nichts mit der Elektroauto Technologie zu tun aber um massentauglich zu werden, sind diese Kleinigkeiten, die man von herkömmlichen Autos gewohnt ist für die Kaufentscheidung doch wichtig.

Morgen gehts dann wieder ab nach Wien und ich werde mal testen ob mir die Twitter Community beim Finden eines Nachtstellplatzes mit Steckdose im 15. Bezirk helfen kann. Stellplatz sollte wenn möglich in der nähe der U-Bahn Station Johnstrasse sein – Angebote nehme ich auch hier gerne entgegen.

 
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About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

6 Comments

  1. Hallo Cornelia,
    wie sieht es denn mit den Stromquellen deiner Nachtstellplätze/“Steckdosen“ aus? Haben deine E-Mobile-Energielieferanten schon auf seriösen Ökostrom gewechselt oder selbst eine Kleinanlage?

  2. Schön wärs, aber wir wissen alle, dass dies in Österreich noch sehr lange dauern wird. Ich selbst habe Ökostrom aber aus dem drittten Stock die Steckdose runterzulassen ist leider etwas schwierig. Es ist noch ein weiter Weg und ich bin seit gestern der Meinung, dass das Auto doch ruhig den Strom selbst produzieren könnte. Fahrtwind, Reibungsenergie, Abwärme, Sonnenenergie etc. da ist bestimmt noch einiges drinnen. Dann brauchen wir uns auch über die Stromtankstellen keine Sorgen mehr zu machen. Klingt sicher utopisch, bin mir aber sicher, dass das möglich sein wird. Ein Blogbeitrag dazu folgt.

    Hier auch noch ein kritischer Artikel zum ganzen Elektrohype. Man muss wirklich aufpassen, dass sich nicht die falschen Konzepte durchsetzen.

    http://www.zeit.de/auto/2010-08/elektroauto-mobilitaet

  3. hi,

    danke für das pdf. komisch, dass die nicht auch im kelag portal drinstehen. das problem an all den tankstellen ist, dass sie wenn überhaupt nur untertags zugänglich sind und vor allem meist ziemlich weit weg. ich träum noch davon direkt vor meiner haustür eine steckdose zu finden ;-)

  4. Hallo Cornelia, folgendes habe ich in deiner Nähe über http://www.lemnet.org/LEMnet_Map.asp gefunden:
    WIPARK Garagen AG, Parkhaus Westbahnhof, Felberstraße, office(at)wipark.com, http://www.wipark.com, 01 892 35 13
    3 Steckdosen (16 A) / offen: 24 h / Parken: Gebühr / Standort: Parkleitsystem Wien, Gürtel, P Westbahnhof
    .
    Elektro Korkisch GmbH, Linzer Straße 217 (263?), solar(at)korkisch.at, http://www.korkisch.at
    1 Steckdose / tel. Anmeldung, 01/877 25 25
    .
    Lugner City, Gablenzgasse 5-13 / Moeringgasse 18, http://www.lugner.at/html/05luci_main.htm, (0)1-98 150-0
    1 Steckdose / offen: Geschäftszeiten
    .
    Apollo-Garage, Kurt Weber, Apollogasse 11-13, 01/523 10 48
    3 Steckdosen (16 A) / offen: Mo-So 6-23 Uhr

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