Deutschland droht den Anschluß an die Elektromobilität zu verlieren

In einem mir kürzlich zugegangenen Artikel kommt der deutsche Autopapst Prof. Dr. Dudenhöffer zu vier Feststellungen:

  • Die Elektromobilität hat für Deutschland das Potenzial von gut 100 000 Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie bzw vorgelagerte Industriezweige, wie zB Batterieerzeugung
  • Das Ziel der deutschen Bundesregierung, bis 2020 1 MIO Elektroautos auf den Straßen Deutschlands zu haben wird nicht erreicht.
  • Die Förderlandschaft in Deutschland ist wegen der Höhe und der föderalistischen Zersplitterung unzureichend für die Erreichung der Ziele
  • Nur 2% der Lithium – Ionen Batterieproduktion ist in Deutschland aber 20 % aller weltweiten Autos werden in Deutschland produziert

Wenn das stimmt, dann hat das natürlich auch Auswirkungen auf die österreichische Zulieferindustrie. Ziegt aber auch, dass Österreich förderungsmäßig nicht denselben Fehler machen soll wie Deutschland – nämlich zu gering und allenfalls zu kurzfristig zu fördern.

Eines aber verschweigt Herr Prof Dudenhöffer aber ganz elegant. Die deutsche Autoindustrie hat den Zug der Zeit ganz einfach verschlafen und hinkt jetzt hinterher.

Noch vor eineinhalb Jahren hat ein ehemaliger Konzernvorstand für Technik dessen Konzern viele Autos für das Volk herstellt in einem Vortrag eine halbe Stunde lang bewiesen, dass das mit dem Elektroauto nie was wird und der Verbrennungsmotor immer überlegen sein wird.

Auch heute noch wird ein höchstrangiger deutscher Autoboss informell zitiert:“ wir wollen Verbrennungsmotoren verkaufen!“

Also bei soviel Vision ist die Förderlandschaft auch schon wurscht.

Aber auch andere Autokonzerne in Deutschland versuchen die verschlafenen Jahre durch Joint Ventures mit anderen weiter fortgeschrittenen Chinesen zu kompensieren.

Also einer der Gründe für das Nachhinken ist auch die fehlende Vision und die trügerische Sicherheit in die Verbrennungsmotoren.

Dabei gibt Prof Dudenhöffer, im Anhang zu seinem Artikel, einen Ausblick auf 2025, den ich für sehr realistisch halte. Demnach werden 2025 von 87 Mio weltweit produzierten Autos rd 57 Mio in irgendeiner Art elektrifiziert sein.

artikel-07-10-e-mobiliy-arbeitsplatze.pdf

 
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Reinhard Würger

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Im Jahr 1999 hat Mag. Reinhard Würger das Thema Ökoenergie, zuerst im Immobilien- und Ökoenergiebereich und anschließend im KFZ- und Fuhrparkmanagement ins Rollen gebracht. Seit 2004 ist er Bereichsleiter für den Bereich Mobilien- , KFZ-Leasing sowie Elektromobilität und ist maßgeblich für die Umstellung des Raiffeisen-Leasing Fuhrparks auf Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen (Hybrid, Pflanzenöl, Erdgas und Ethanol) verantwortlich. Im Rahmen seiner Tätigkeit in der Raiffeisen-Leasing hat er das Netzwerk Auto & Umwelt mit dem ÖAMTC initiiert und arbeitet federführend bei der Raiffeisen-Klimaschutzinitiative im Arbeitskreis Verkehr und Treibstoffe mit. Im Rahmen der Elektromobilität unterstützt und berät er mehrere Modellregionen der Elektromobilität sowie regionale Mobilitätsprojekte.

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