VCÖ-Untersuchung: Geländewagen-Boom in Österreichs Landeshauptstädten!

Die Gewohnheiten von Herr und Frau Österreicher beim Autokauf sind schon recht, sagen wir, seltsam. Jedenfalls habe ich Probleme damit, mir Gründe vorzustellen, die Stadtbewohner zum Kauf eines SUV bewegen.

Was diese Kategorie von Auto für Umwelt und Sicherheit bedeutet, das stellt die aktuelle VCÖ-Untersuchung eindrucksvoll dar. Hier ein paar Zitate :

  • Heuer wurden in Österreich bis Ende Mai um ein Viertel mehr SUV neu zugelassen
  • Der SUV-Boom erhöht die Feinstaub- und Stickoxidbelastung
  • Salzburg-Stadt ist der Bezirk Österreichs, wo die meisten dieser Geländewagen ähnlichen Autos gekauft wurden. An zweiter Stelle liegt Wien-Liesing, an dritter Graz-Stadt.
  • Salzburg, Wien und Graz sind gerade jene Städte, wo die Feinstaubbelastung extrem hoch ist und schon jetzt, Mitte Juni, der Feinstaub-Jahresgrenzwert überschritten ist
  • Laut Studie des Umweltbundesamts stoßen Diesel-SUV auf der Autobahn mehr Stickoxide aus als 40-Tonnen-Lkw!
  • Stickoxide schädigen die Atemwege, vor allem bei Kindern können Asthma und Bronchitis dadurch verursacht werden

Sollte also ein verantwortungs- , sicherheits- und umweltbewußte Stadtbewohner (und eine ebensolche Stadtbewohnerin) nicht darüber nachdenken, ob der geplante SUV – Kauf denn wirklich nötig ist? Ich hoffe, der Artikel hilft bei der Entscheidung.

Übrigens: auf den „Mode“- Schadstoff CO2 wurde in der Studie gar nicht eingegangen, aber natürlich wird auch davon unnötig viel erzeugt.

Abschließend etwas zum Schmunzeln: die Abkürzung „SUV“ hat sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte wohl verselbständigt. Der Begriff kommt aus den USA und stand dort für „Suburban Vehicle“, hat sich dann aber scheinbar über „Suburban Utility Vehicle“ zu „Sport Utility Vehicle“ weiter entwickelt. Unter dem Titel „Sport“ verkaufen sich solche Autos wohl besser. Die Bedeutung „Simple Unstable Vehicle“ hat übrigens auch Verbreitung gefunden (warum wohl?). Übrigens: im US Patent 2,888,296 aus dem Jahr 1959 taucht der Begriff Suburban Vehicle erstmals auf. Es geht dabei aber um einen 9-sitzigen Kombi …

 
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Walter Dafanek

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Als geborener Wiener studiert man nach dem Gymnasium natürlich in Wien. Und als Physik und Technik Fan bietet sich Maschinenbau an. Das habe ich dann auch gemacht. Zunächst ein wenig Kraftfahrzeugbau bei Prof. Lenz, mit tollen Möglichkeiten die deutsche Automobilindustrie kennen zu lernen - in meinem Fall die Bayrische (... nein, Audi). Das war dann allerdings auch der Grund, warum ich mich letzlich für den betriebswissenschaftlichen Zweig entschieden habe - ich wollte kein Technik-Beamter werden, wie die Entwicklungsingenieure damals genannt wurden. Mich hat eher Qualitätsmanagement und im Speziellen der organisatorische Aspekt interessiert. Nach dem Studium habe ich in der Glasindustrie gearbeitet, war selbständig, dann in einer Unternehmensberatung, wieder in der Industrie und schließlich bin ich 2000 - nach einem längeren privaten USA-Aufenthalt - in der Raiffeisen Informatik gelandet. Dort fühle ich mich seither zu Hause - angefangen habe ich als Prozessmanager, durfte dann die Gruppe "interne Organisation" aufbauen und schließlich bin ich 2005 in die Logistik gewechselt. Dort versuche ich seither, gemeinsam mit meinen Kollegen, ein modernes Facility Management zu etablieren und weiter zu entwickeln. Soo ... weit weg von meinen Wurzeln, der Betriebstechnik, ist das gar nicht, wie ich festgestellt habe. Nach wie vor interessiere ich mich für Autos, Rad fahren ("das Fahrrad ist das am weitesten entwickelte Fahrzeug"), Fotografieren, Reisen und für kritische Literatur. Mein derzeitiger Favorit: "Virus Auto" - natürlich von Prof. Knoflacher.

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