QUANT NLV SOLAR, ein Solar-Auto?

Beim Surfen im Internet stolperte ich über einen futuristischen Prototypen, der schon das 2te Mal im Genfer Autosalon ausgestellt wurde: QUANT NLV SOLAR.

 

Das Fahrzeug, an dessen Entwicklung die schwedische Edelsportwagenschmiede Koenigsegg beteiligt war und nunmehr von der Schweizer Photovoltaik-Firma NLV Solar AG weiterentwickelt wird, fällt mit seinen 600kW (800PS), einer Beschleunigung von 0-100 in 2,8 Sekunden und einer Spitzengeschwindigkeit von 377km/h, definitiv in den Bereich der Super-Sportler. Abgesehen davon, dass dieses Auto demnach recht teuer sein wird, birgt es doch einige sehr interessante Konzepte:

  • Der Monotube-Fahrgastraum aus Carbonfasern bietet 4 Passagieren Platz und Sicherheit.
  • Zur Reichweitenerhöhung ist die gesamte Karosserie mit einer semitransparenten Dünnschicht-Solarzelle aus Pyrit überzogen.
  • Für die Energiespeicherung kann man zwei verschiedene Systeme wählen:
    • konventioneller Akku (Metall-Luft)
    • Redox-Flow-Zelle
  • Allradantrieb mit vier rekuperationsfähigen 150kW Motoren.

NLV-Solar will noch dieses Jahr den Prototyp zertifizieren lassen und 2012 in Serienproduktion gehen.

Der Monotube …
ist eine Abwandlung des aus der Formel-1 bekannten Monocoque, wird also aus einem einzigen Stück hergestellt und bietet daher größtmöglichen Schutz.

Die Pyrit-Schicht:
Pyrit, oder auch Katzengold (FeS2) ist das weltweit am Häufigsten, natürlich vorkommende Sulfidgestein. Diese Solarzelle soll theoretisch einen Wirkungsgrad von 38% erreichen. Allerdings fehlen laut www.spiegel.de wissenschaftliche Nachweise.

Redox-Flow-Zelle:
Eine Redox-Flow-Zelle ist sowohl mit dem Akkumulator als auch mit der Brennstoffzelle verwandt. Der interessanteste Aspekt dieser Technolgie ist, dass der Akku „nachgetankt“ werden kann. Der Elektrolyt besteht aus einem flüssigen Lösungsmittel in dem Salze aus u.a. Titan, Eisen, oder Schwefel gelöst sind. Diese Flüssigkeit könnte an speziellen Tankstellen einfach ausgetauscht und dort regeneriert werden. Eingesetzt werden diese Zellen bereits als Reservequelle für Mobilfunk-Basisstationen oder als Pufferbatterie für Windkraftanlagen.

Rekuperation …
ist das Rückgewinnen der Energie beim Bremsen oder Bergabfahren.

 
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Jörg Bönisch

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Jörg Bönisch ist ein Quereinsteiger in den Bereich Marketing und PR. Anfang 2010 betreute er Veranstaltungen und Messen der Raiffeisen-Leasing zum Thema Elektromobilität, wo er die E-Fahrzeuge erklärte und Testfahrten koordinierte. Seit Mai 2010 ist er fest bei der Raiffeisen-Leasing - Marketing und PR - angestellt und übernimmt dort unter anderem auch die Betreuung des Internet-Auftrittes. Während seiner Tätigkeit als Trainre im Bereich IT und Elektronik bei der Siemens AG Österreich hat er den berufsbegleitenden HTL-Lehrgang mit ausgezeichnetem Erfolg absolviert. Sein Zuständigkeitsbereich umfasste die Aus- und Weiterbildung von Lehrlingen und Erwachsenen, ebenso wie die Fortbildung sehbehinderter Menschen bis hin zu Zertifizierungen in Spezialgebieten der EDV. Nach Abschluss des HTL-Lehrgangs wechselte er in die Programm- und Systementwicklung der Siemens AG Österreich, wo er als Software-Entwickler im Bereich der VoIP Telefonie tätig war. Ökologische und nachhaltige Energieerzeugung, Energie effizient einsetzen und „last not least“: Elektromobilität! Themen für die Jörg Bönisch sich schon seit seiner Jugend begeistert. Sein Traum, eine Welt ohne Atom- und Verbrennungskraft erleben zu dürfen, rückt "Gott sei Dank" immer näher.

One Comment

  1. Was ist denn nun aus der Seienfertigung geworden, die schon vor gut 2 Jahren hätte anlaufen sollen?
    Gibt es zumindest schon Messungen des Energie-Speichers oder Erklärung, wieviel die geringe Fläche an Solarzellen zur Fortbewegung beitragen soll?
    Gibt es zumindest irgendwo wissenschaftliche Veröffentlichungen über die Funktion des Akkus?
    Wieviele Leute arbeiten mittlerweile in München in den gemieteten Hallen von Siemans?

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