Elektrisch fahren ist gesünder

Lärm ist gesundheitsschädlich. Das beweisen diverse Lärmschutzmaßnahmen, die unsere Autobahnen zu noch langweiligeren Röhren mutieren lassen und unsere schöne Landschaft verstecken. In Städten werden Glaswände gebaut, welche die Bewohner schützen sollen, ebenso wie hermitsch abgeriegelte, dreifach verglaste Fenster.
Aber das alles sind „Symptombehandlungen“ und keine „Ursachenbehandlung“. Schlucken Sie eine Schmerztablette und hoffen, dass die Zahnschmerzen schon vorbei gehen werden, oder gehen Sie zum Zahnarzt?

Wenn man sich das Thema genauer ansieht, stellt man fest, dass sich der Straßenlärm aus drei Komponenten zusammen setzt. Dem Antriebsgeräusch des Motors und Getriebes, dem Rollgeräusch der Reifen und dem Windgeräusch der Karosserie.

Im urbanen Bereich, d.h. bis zu Geschwindigkeiten von ca. 40km/h bei PKWs und ca. 60km/h bei LKWs, überwiegt das Antriebsgeräusch. Mir ist allerdings nicht ganz klar, ob diese Lärmpegel bei konstantem, niedertourigem Vorbeirollen oder während des Beschleunigungsvorganges gemessen wurden. Wenn ich mich zu Fuß in Wien bewege und an der Kreuzung Autos beim Wegfahren  beobachte, höre ich hauptsächlich das Aufheulen der Motoren. Die meisten wollen möglichst schnell weiter kommen und schalten daher recht spät in den nächsten Gang (um das gleiche Spiel an der nächsten Kreuzung wiederholen zu können).
Bei Elektrofahrzeugen fallen Antriebsgeräusche so gut wie weg. Dadurch verringert sich der emittierte Schallpegel um 3 bis 6 dB(A) (um ca. 30 – 50 %).

Aber das ist nur die eine Seite. Was ist denn mit den Leuten, die in den Autos sitzen? Die leisesten PKWs, gemessen bei 50 km/h, sind Luxuslimousinen mit ca. 55 dB(A) im Innenraum. Kleinwagen bzw. Mittelklasseautos liegen bei ca. 65 dB(A). Bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h befindet sich der Schalldruckpegel zwischen 64 und 85 dB(A).

Was bedeuten diese Zahlen?

  • ab 30 dB(A): psychische Beeinträchtigungen wie Nervosität, Niedergeschlagenheit, Depressionen, Schlafstörungen, Aggressionen, Verärgerung, …
  • ab 65 dB(A): vegetative Reaktionen der inneren Organe wie Blutdruckerhöhung, Herz-Kreislauf-Probleme, Kopfschmerzen, …
  • ab 90 dB(A): Hörschäden
  • ab 120 dB(A): mechanische Schäden

(dB … Dezibel, logarithmisches Verhältnismaß; (A) … genormte Bewertungskurve, die dem menschlichen Hörverhalten entspricht)

In der Elektromobilität liegt also neben dem Ökologie-, Energiespar- und Klimafaktor auch enormes Potential zur Verbesserung der Lebensqualität.

Quellen:
http://www.geschichteinchronologie.ch
http://www.laerm.zh.ch/
http://www.autobild.de/
http://de.wikipedia.org/

 
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Jörg Bönisch

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Jörg Bönisch ist ein Quereinsteiger in den Bereich Marketing und PR. Anfang 2010 betreute er Veranstaltungen und Messen der Raiffeisen-Leasing zum Thema Elektromobilität, wo er die E-Fahrzeuge erklärte und Testfahrten koordinierte. Seit Mai 2010 ist er fest bei der Raiffeisen-Leasing - Marketing und PR - angestellt und übernimmt dort unter anderem auch die Betreuung des Internet-Auftrittes. Während seiner Tätigkeit als Trainre im Bereich IT und Elektronik bei der Siemens AG Österreich hat er den berufsbegleitenden HTL-Lehrgang mit ausgezeichnetem Erfolg absolviert. Sein Zuständigkeitsbereich umfasste die Aus- und Weiterbildung von Lehrlingen und Erwachsenen, ebenso wie die Fortbildung sehbehinderter Menschen bis hin zu Zertifizierungen in Spezialgebieten der EDV. Nach Abschluss des HTL-Lehrgangs wechselte er in die Programm- und Systementwicklung der Siemens AG Österreich, wo er als Software-Entwickler im Bereich der VoIP Telefonie tätig war. Ökologische und nachhaltige Energieerzeugung, Energie effizient einsetzen und „last not least“: Elektromobilität! Themen für die Jörg Bönisch sich schon seit seiner Jugend begeistert. Sein Traum, eine Welt ohne Atom- und Verbrennungskraft erleben zu dürfen, rückt "Gott sei Dank" immer näher.

5 Comments

  1. Prinzipiell bin ich ganz der Meinung und freue mich auch schon auf „ruhigere Zeiten“. Die Anführung von dreifach verglasten Fenstern als Folgewirkung für die Lärmzunahme halte ich aber für verfehlt.

    Nach meinem Wissensstand sind dreifach verglaste Fenster absolut sinnvoll und notwendig, um den Heizbedarf eines Hauses zu senken.

  2. Hallo !

    Ja das wäre was. Kein Autolärm mehr bei uns an der Straße…*träum* . Übrigends ein sehr guter Block den ich mir gerade unter den Lesezeichen gespeichert habe. Liebe Grüße aus dem nicht schönen Krümmel.

  3. Nachdem ich ja aus der Glasindustrie komme, drängt es mich, hier etwas zu Isoliergläsern zu schreiben: Schallschutz wird im wesentlichen durch unterschiedlich dicke Gläser bewirkt, das verhindert die Schallübertragung durch unterschiedliche Eigenfrequenzen. Dreifach-Iso-Scheiben haben gewöhnlich ein dünneres Mittelglas, d.h. erfüllen die Anforderungen so nebenbei.
    Wärmeschutz entsteht zum überwiegenden Teil durch Beschichtung (bedampfung) des Glases mit einer „Wärmeschutzschicht“ – das wirkt mehr als die dritte Glaschicht. Daher kommt die Meinung, „Moderne“ 2-fach Gläser wären besser als 3 fache. Stimmt, aber: nur, wenn die 3-fachen nicht beschichtet sind. Wenn doch, dann sind letztere besser.
    Und 2-fache Schallschutzscheiben sind gewöhnlichen 3-fach Scheiben normalerweise überlegen, da die Glasdicken (s.o.) aufeinander optimiert sind.
    Zu allen genannten Glaskombinationen müsste man dann natürlich auch noch die Gasfüllung (Argon, SF4 etc.) als weiteren Faktor hinzuziehen, der entweder Wärme oder Schallschutz (aber nicht gleichzeitig beides) verbessert. Deren Einfluss ist allerdings relativ geringer als der von Dicke und Beschichtung.

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