Die Solarpreis Halbierer

PhotovoltaikSeit einigen Tagen überlege ich was wohl das beste Thema für meinen ersten Beitrag für den ÖkoEnergie-Blog sein soll. Die Wirtschaftsblatt Ausgabe vom letzen Donnerstag nahm mir diese Entscheidung mit dem Artikel „Salzburg AG will Preis für Solarstrom halbieren“ ab. Wie immer lese ich Beiträge zum Thema Photovoltaik in Printmedien mit besonderer Aufmerksamkeit und freute mich endlich wieder etwas über die Zukunftspreise für Solarstrom zu lesen, da in letzter Zeit ständig jemand behauptet den Solarstrompreis halbieren zu können. Leider wurde meine Neugier nicht befriedigt und so stelle vielleicht nicht nur ich die Frage: Was ist nun der berühmte halbe Preis?

Dazu noch eine Frage: Wissen Sie wieviel ein  kWp Solarstrom kostet?

Eine Komplettanlage vom Verbund bei der diesjährigen Ausschreibung (2009) kostete laut diesem Beispiel  € 25.000,- also € 5000,- pro kWp für eine schlüsselfertige Anlage. Ich habe mich damals bereits über diesen Preis gewundert, da ich aus meiner Tätigkeit bei einer Photovoltaik Investment Firma wusste wo das Preisniveau für Kraftwerke im Ausland liegt (zwischen 3000,- und 4000,-/kWp Turnkey). Wenn man sich näher mit dem Thema Einspeisetarife beschäftigt wird klar, dass sich die Preise im Inland immer den jeweiligen Förderbedingungen anpassen. Die ziemlich hohe einmalige Investitionsförderung hat scheinbar dazu geführt, dass die Anlagen so teuer verkauft werden konnten und so ist es auch kaum verwunderlich, dass nach Ablauf der Förderung findige Unternehmer aus dem Waldviertel es durch Einkaufsgemeinschaften geschafft haben, für kurze Zeit  internationale Preisniveaus nach Österreich zu bringen. Einige wenige Anlagen wurden damals um € 2500,–3000,-/kWp angeboten also zu dem Preis, zu dem tausende Menschen bereit gewesen wären eine Photovoltaikanlage zu installieren, jedoch viele davon nicht zum Zug gekommen sind. Dieser Preis ist zur Zeit in Österreich flächendeckend für Kleinanlagen noch nicht haltbar, wahrscheinlich auch deshalb, weil die Branche sich in den letzten Jahren nicht wie die Unternehmen im Ausland entwickeln konnten. Danke jedenfalls für diese erste Preishalbierung, sie zeigt dass niedrigere Preise schon heute möglich sind – auch mit hochwertigen Modulen.

Diese hochwertigen, ressourcenschonenden, effizienten und vor allem leistbaren Module gilt es zu produzieren. Keine leichte Aufgabe, der sich jedoch immer mehr Unternehmen und Forscher stellen. Hervorheben möchte ich hier einen weiteren „Solarstrompreishalbierer“: Abound Solar,  ein Unternehmen, welches zwar noch nicht weitläufig bekannt ist, jedoch bereits kurz nach der Gründung Dünnschichtmodule am Fließband zu Preisen unter dem Niveau von First Solar, dem Preis- und Marktführer im Dünnschichtbereich anbieten will . Im Februar 2009 hat First Solar die magische $1/Watt ($ 1000/kWp) Marke für die Produktion der Module unterschritten. Abound ist ebenfalls dabei diese Marke zu unterschreiten und viele Länder arbeiten wie in Österreich die Salzburg AG und das aufstrebende Solar-Start-up Crystalsol daran den Preiskampf zu gewinnen. Aber: Was ist nun der halbe Preis?

Einen genauen Wert kann auch ich nicht festlegen, jedoch sind schon einige Faktoren sichtbar, die dazu führen werden, dass die Preise auf Modulebene weiter fallen und so der Gesamtanlagenpreis drastisch sinken wird. Es braucht dafür aber auch die richtigen Anreizsysteme, damit sich ein echter Marktpreis entwickeln kann.

All diesen Anforderungen kann man nur in einem etablierten Markt gerecht werden. Die Milliarden die USA, Deutschland und China die letzten Jahre in Forschung&Entwicklung gesteckt haben, wird Österreich unter diesen Rahmenbedingungen nur schwer nachholen können. Lichtblicke wie Professor Dittrich und Unternehmungen wie Crystalsol zeigen jedoch, dass es auch für Österreich Hoffnung gibt, es aber sehr schwer werden wird sich auf dem Weltmarkt zu behaupten. Ich frage mich außerdem: Wenn unter diesen Rahmenbedingungen bereits solche Unternehmungen möglich sind, was könnte man in Österreich erreichen, wenn wir ein funktionierendes EEG hätten?

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

3 Comments

  1. Danke Valentin.

    Mir wurde soeben auch eine Liste der Solarpreisentwicklung seit 2007 zugespielt.
    http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-49413-7.html

    Ende 2009 kostete in Deutschland die Installation/kWp im Durchschnitt € 3135,- Sollte Deutschland die letzte Woche angegündigte Kürzung der der Einspeisetarife wirklich durchbringen, werden dies leider einige kleinere Unternehmen nicht überleben. Für die Konsumenten bedeutet das allerdings noch mehr „Solarpreishalbierer“ und dadurch fallende Preise.

    PS: Die anderen Grafiken sind ebenfalls sehenswert!

  2. Lange Zeit wurde die Notwenigkeit von Photovoltaik- und Solarthermiereinigung nicht in Betracht
    gezogen. Diverse Studien beweisen aber die Senkung des Wirkungsgrades durch Verschmutzung
    auf der Oberfläche der Anlagen. Lösungen mit entmineralisierten Wasser bietet hier bundesweit die
    Sunny Clean GmbH.

    In StudieN wurde bewiesen, welche Auswirkungen die Verschmutzung der Anlagen zur Folge hat. Prof. Dr. H. Häberlin und Ch. Renken von der Berner Fachhochschule (Hochschule für Technik und Architektur, CH-3400 Burgdorf) haben in mehreren Studien festgestellt, dass zum Teil sogar erhebliche Leistungsverluste von bis zu 13,8% bei den geprüften Anlagen vorlagen. Das Schmutzstreifenphänomen wurde sogar bei Modulen, die in einem Winkel von 65° aufgestellt sind, beobachtet.

    Diese Beeinträchtigung des Wirkungsgrades kann durch unser Reinigungsverfahren vermieden werden. Die Photovoltaik- und Solarthermieanlagen werden mit einer speziellen Maschine gereinigt.
    Zum Einsatz kommen hierbei eine rotierende Bürste und entmineralisiertes Wasser (Reinstwasser).
    Somit ist gewährleistet, dass jegliche organische Verschmutzung entfernt werden kann um die optimale Leistungsfähigkeit der Anlagen zu erreichen.

    Die Sunny Clean GmbH bietet Unternehmen und privaten Haushalten, welche Photovoltaik-Anlagen besitzen und betreiben professionelle Reinigungen dieser an. Wir arbeiten dabei stangengeführt mit entmineralisierten Wasser!

    Innovation bei der Reinigung von Solarmodulen durch entmineralisiertes Wasser mit dem PuraQleen – System ermöglicht:

    -Flecken- und streifenfreie Trocknung, auch bei direktem Sonnenlichteinfall

    -Längerer Schutz vor Wiederverschmutzung und dadurch langanhaltende Sauberkeit

    -Durch die Anwendung von mineralfreiem Wasser Reduzierung der statischen Aufladung auf ein Minimum

    -Optimale Erreichbarkeit und schnelle Arbeitsweise

    – Sichere Arbeitsbedingungen

    Die sehr leichten und stabilen CARBONPOLE® (Karbon) und TITANPOLE® (Titan) Rohrteile von PURAQLEEN® bewirken eine gute Erreichbarkeit und ein perfektes Reinigungsresultat.

    Ihre Vorteile:

    – professionelle Reinigung zu fairen Preisen
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    – ökologisch durch Verzicht auf chemische Mittel
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