Elektromobilität-woher kommt der Strom da aus der Steckdose?

Lesedauer: 2 Minuten

Müssen wir, wenn der Run auf die Elektroautos wirklich los geht, unsere Kohlekraftwerke wieder anwerfen?

Eine berechtigte Frage, aber eine mehr als uncharmante Antwort auf eine an und für sich saubere Mobilität.

Heute produzieren moderne Diesel -bzw Benzinautos so rund 180 g/km CO².Mit Strom aus Kohlekraftwerken lässt sich die CO² Produktion von E-Autos theoretisch leicht senken ( CO² Ausstoss des in E- Autos verbrauchten Stroms, wenn dieser durch Kohlekraftwerke erzeugt würde). Ein  E-Auto mit dem heute gängigen Strommix aus verschiedenen Erzeugungsquellen zu betreiben,senkt den CO² Verbrauch auf unter 100 g/km.

Das E- Auto mit zB Strom aus Windkraft zu fahren bedeutet nur mehr 4 g/km.Also was liegt näher als den Strom für E-Autos aus erneuerbaren Energiesystemen zu speisen, wie Wind, Solar etc.

Blöd ist nur, meistens bläst der Wind dann, wenn das Auto nicht geladen werden kann oder die Sonne scheint nicht, wenn ein Auto am sinnvollsten geladen werden sollte,nämlich in der Nacht, wenns eh steht.

Ein durchschnittliches Auto in Deutschland steht so ca 23 Stunden am Tag einfach nur herum. Ich gehe mal davon aus, dass wir in Österreich nicht viel mobiler sind.

Was liegt da näher, als darüber nachzudenken, das künftige E- Auto selbst zum Energiespeicher zu machen und somit genau die Ungleichgewichte zwischen Erzeugung von sauberer Energie und Verbrauch zu optimieren bzw auszugleichen, ohne dass wir teure Speicherkraftwerke bauen müssten.

Wie das gehen kann, zeigt beigefügte Studie aus Deutschland.

Also – sinnvoll sind E-Autos nur mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern zu betreiben und so wie`s aussieht ist dieses Ziel auch erfüllbar.

stausee1.doc © Agentur für Erneuerbare Energien

 
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Reinhard Würger

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Im Jahr 1999 hat Mag. Reinhard Würger das Thema Ökoenergie, zuerst im Immobilien- und Ökoenergiebereich und anschließend im KFZ- und Fuhrparkmanagement ins Rollen gebracht. Seit 2004 ist er Bereichsleiter für den Bereich Mobilien- , KFZ-Leasing sowie Elektromobilität und ist maßgeblich für die Umstellung des Raiffeisen-Leasing Fuhrparks auf Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen (Hybrid, Pflanzenöl, Erdgas und Ethanol) verantwortlich. Im Rahmen seiner Tätigkeit in der Raiffeisen-Leasing hat er das Netzwerk Auto & Umwelt mit dem ÖAMTC initiiert und arbeitet federführend bei der Raiffeisen-Klimaschutzinitiative im Arbeitskreis Verkehr und Treibstoffe mit. Im Rahmen der Elektromobilität unterstützt und berät er mehrere Modellregionen der Elektromobilität sowie regionale Mobilitätsprojekte.

2 Comments

  1. Wunderbare Überlegungen, jedoch manche dieser „Ideen“ sind nicht realistisch umsetzbar. Wie z.B. der Austausch der Akkus bei der Stromtankstelle, zum schnelleren Weiterfahren. Erstens werden es die Hersteller vermutlich nicht schaffen sich auf einen Akku- und Anschlußtyp zu einigen, siehe Handyladekabel. Zweitens kauft jeder Elektroautobesitzer mit dem Fahrzeug einen vollwertigen, neuen und voll ladefähigen Akku. Wer garantiert an der Stromtankstelle, dass der nun eingesteckte Akku die gleiche Ladefähigkeit bzw. Reichweite ermöglicht. Alleine schon altersbedingt kann von einer schlechteren Leistung des ausgetauschten Akkus ausgeganegen werden. Bezüglich der Kraftwerkssituation ist festzustellen, dass die Kohlekraftwerke zur Grundlastabdeckung immer längerfristig in Betrieb sind (wegen der langen Anlaufzeiten) und zur kurzfristigen Spitzenabdeckung Gasturbinen eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass zur Reduktion des CO2-Verbrauchs im Grundlastbereich Anlagen geschaffen werden müssen, die unabhängig von Tageszeit, Windverhältnissen oder Wasserstand eine gleichmäßige Versorgung ermöglichen. Außer Erdwärme und Biomasseverbrennung kenne ich keine unabghängige Alternativgenergiequelle, die dies erfüllt. Bezüglich des rollenden Stromspeichers (Auto als Pufferspecher mit Einspeisung) ist anzumerken, dass vermutlich niemand nach erfolgten Ladevorgang mit halb leeren Akku und demnach halber Kilometerleistung losfahren möchte. Alles in allem also gute Ideen aber bis zur Umsetzung ist es noch ein weiter Weg.

  2. Meine Antworten zu Dieter Lami:
    Wie z.B. der Austausch der Akkus bei der Stromtankstelle, zum schnelleren Weiterfahren. ->Gibt es bereits (Shai Agassi)
    Zweitens kauft jeder Elektroautobesitzer mit dem Fahrzeug einen vollwertigen, neuen und voll ladefähigen Akku. -> Warum? Akkus kann man auch leasen ;-) Plant auch Hr. Agassi
    Dies bedeutet, dass zur Reduktion des CO2-Verbrauchs im Grundlastbereich Anlagen geschaffen werden müssen, die unabhängig von Tageszeit, Windverhältnissen oder Wasserstand eine gleichmäßige Versorgung ermöglichen. -> Das wird das spannende Thema – Speicherung. Hier gibt es z.B. für die derzeit in Diskussion befindlichen Solarkraftwerke (Desertec) Salzspeicher, die die volle Leistung auch in der Nacht ermöglichen und natürlich auch die Autoakkus.
    …dass vermutlich niemand nach erfolgten Ladevorgang mit halb leeren Akku und demnach halber Kilometerleistung losfahren möchte. -> hängt davon ab – wenn ich ihnen etwas dafür zahle, dass ich ihren Speicher benutze, und sie die 15 km nach Hause ohne Probleme schaffen, werden sie vielleicht anders denken (falls ihr Arbeitgeber diesen Nebenverdienst während der Arbeitszeit duldet ;-))
    Alles in allem also gute Ideen aber bis zur Umsetzung ist es noch ein weiter Weg. -> ist für mich kein Argument gute Ideen nicht weiter zu verfolgen.

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