Biogas hat Zukunft

  • Biogas leistet wesentlichen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgas-  und Feinstaubemissionen
  • Bis zu 20% des österreichischen Erdgasverbrauches könnten langfristig durch Biogas gedeckt werden
  • Einspeisung von Biogas in Gas- und Stromnetz („Ökostrom“) möglich

Biogas in der Verwendung als Kraftstoff für erdgasbetriebene Fahrzeuge verbrennt nahezu rückstandsfrei und verursacht deutlich weniger CO2-Emissionen als andere Brennstoffe. Darüber hinaus reduziert Biogas auch die klassisches Schadstoffemissionen und verursacht praktisch keinen Feinstaub. Ein Anteil von 5% Biogas am
Kraftstoffmarkt, so rechnen Experten, würde die CO2-Emissionen um 1 Mio. t/Jahr reduzieren.

Dieses Beispiel ist mit ein Grund, wieso der Energiepark Bruck an der Leitha gemeinsam mit elf Projektpartnern in eine Pilotanlage für Biogasreinigung investiert, um Biogas fit für die Straße zu machen. Dafür ist vor allem eines notwendig: Biogas muss auf Erdgasqualität gereinigt werden. Dies geschieht derzeit mittels innovativer, in
Österreich entwickelter Membrantechnologie im Ausmaß von 800.000 m3/Jahr. Damit entspricht die Menge des in Bruck an der Leitha aufbereiteten Biogases fast der Hälfte des derzeitigen Verbrauchs aller Erdgas-Fahrzeuge in Österreich.

Erste Ergebnisse zeigen, dass die Produktion und Veredelung von Biogas auf Erdgasqualität technisch machbar, energieeffizient und somit auch wirtschaftlich ist, bestätigt DI Michael Hannesschläger, Geschäftsführer des Energieparks Bruck an der Leitha. Als Erfolgsrezept bezeichnet Hannesschläger auch die Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette durch die Projektpartner. Von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und Aufbereitung von Biogas bis hin zur Verwendung als Kraftstoff wird alles projektintern abgewickelt. Ziel ist es der Aufbereitungstechnik zum wirtschaftlichen Durchbruch zu verhelfen und den Kraftstoff Erdgas durch die Beimischung von lokal gewonnenem Biogas noch umweltfreundlicher zu machen.

Wichtigstes Kriterium bei der Gewinnung von Biogas ist die Verwendung nachwachsender Rohstoffe, welche in keinem Konkurrenzverhältnis zur Lebensmittelproduktion stehen. Die Anlage in Bruck an der Leitha setzt daher größtenteils auf organische Abfälle,
landwirtschaftliche Nebenprodukte und Zwischenfrüchte.

Als zentrale Herausforderung sieht Hannesschläger die Wettbewerbsfähigkeit von Biogas zu stärken, denn „derzeit liegen die Kosten von gereinigtem Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen über jenen der Erdgas-Importpreise“. Schätzungen zufolge, könnten aber bis
zu 20% des österreichischen Gasverbrauches langfristig durch Biogas gedeckt werden. Auch wäre die Verwendung von Biogas für die Gewinnung von Ökostrom denkbar.

Die Gesamtprojektkosten für das Pilotprojekt „Virtuelles Biogas“ in Bruck an der Leitha belaufen sich auf rund 4 Millionen Euro. Projektpartner sind Universität für Bodenkultur, Universität Wien, Technische Universität Wien, Energiepark Bruck an der Leitha, Biogas
Bruck an der Leitha, Axiom,  EVN, OMV Gas & Power, OMV Future Energy Fund, Wien Energie, AVL LIST, Grazer Energieagentur und LuPower.

 
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Reinhard Würger

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Im Jahr 1999 hat Mag. Reinhard Würger das Thema Ökoenergie, zuerst im Immobilien- und Ökoenergiebereich und anschließend im KFZ- und Fuhrparkmanagement ins Rollen gebracht. Seit 2004 ist er Bereichsleiter für den Bereich Mobilien- , KFZ-Leasing sowie Elektromobilität und ist maßgeblich für die Umstellung des Raiffeisen-Leasing Fuhrparks auf Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen (Hybrid, Pflanzenöl, Erdgas und Ethanol) verantwortlich. Im Rahmen seiner Tätigkeit in der Raiffeisen-Leasing hat er das Netzwerk Auto & Umwelt mit dem ÖAMTC initiiert und arbeitet federführend bei der Raiffeisen-Klimaschutzinitiative im Arbeitskreis Verkehr und Treibstoffe mit. Im Rahmen der Elektromobilität unterstützt und berät er mehrere Modellregionen der Elektromobilität sowie regionale Mobilitätsprojekte.

2 Comments

  1. Adhoc Pressemitteilung

    OMV Tochter Petrom investiert 20 Millionen in ARCHEA Biogasanlagen

    Der Ölmulti aus Rumänien investiert in Biogas und erstellt bis 2011 mehrere Biogasanlagen in Rumänien. „Wir sind eine strategische Partnerschaft zur Erreichung gemeinsamer Ziele eingegangen“, sagte Mariana Gheorghe Cief Executive Officer Petrom. „Wir wollen mit ARCHEA Biogas NV im Ersten 10 Anlagen bis 2011 errichten und betreiben. Wir wollen die Marktführung in Rumänien auf dem Sektor der erneuerbaren Energie ausbauen und setzen auf den Komplettanbieter ARCHEA Biogas NV. Eine Beteiligung an ARCHEA Biogas NV ist geplant um unsere langfristige Kooperation zu unterstreichen. Starke Partner sichern den Erfolg und garantieren Synergieeffekte auf diesem Segment“ so Mariana Gherghe

    Dan Pazara
    Director of Corporate Communications
    Calea Dorobantilro 239
    District 1
    010567 Bucharest
    Romania

  2. Durch die grossflächige Ausbreitung von Biogasanlagen wäre es doch prima die meist ländlichen Anlagen als Tankstellen für modernste Fahrzeuge zu nutzen. Wärme, Strom und Sprit für die Fahrzeuge. Ole Biogas

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