Studie: Auswirkungen von Elektrofahrzeugen auf die Stromwirtschaft

Frei nach Armin Assinger: „jo des hätt I jetzt net glaubt“.

Auch ich hatte mir vor einiger Zeit die Frage recht intensiv gestellt, wie sich die absehbare Einführung von Elektroautos auf die Stromproduktion und -verbrauch auswirken würde. Meine grosse Befürchtung war ein massiver Ausbau der Kernenergie.

Jetzt belegt eine brandneue Studie von Pricewaterhouse Coopers im Auftrag des Klima und Energiefonds, dass die Einführung von immerhin gut 20% an Elektrofahrzeugen- und das sind in Österreich immerhin ca 1 Mio Fahrzeuge!! – mit keinen nennenswerten Erweiterungen in der Erzeugung von Strom und mit der bestehenden Netzkapazität bewältigbar wäre.

Weiters gäbe es einen enormen Investitionsimpuls und signifikante positive Effekte bei der CO2 Einsparung.

Die Highlights der äusserst interessanten Studie im Überblick (Auszug aus der Studie):

Eine Einführung von 20% Elektrofahrzeugen (ca. 1 Mio Fahrzeuge) würde den österreichischen Stromverbrauch um ca. 3% erhöhen und ein Ausbau von Kraftwerkenwäre nicht notwendig. Die Stromverbrauchsanalyse über einen durchschnittlichen Werktag zeigt, dass die bestehende Netzinfrastruktur ausreichend ist und Adaptionen im Verteilnetzbereich nur im Bau der Ladestationen notwendig sein werden. Eine Netzverstärkung ist bei einem Anteil von 20% Elektrofahrzeugen an den Gesamtfahrzeugen nicht notwendig. Bei einer Einführung in ganz Österreich wären ca. 16.200 Ladestationen notwendig. Dafür müssten 650 Mio EUR investiert werden. Setzt man den Ausbauschwerpunkt auf Städte wären ca. 2.800 Ladestationen notwendig, wofür ca. 111 Mio EUR für die Ladestationen inkl. Netzanschluss investieren müsste. Ausgehend von einem Stromerzeugungsmix, der in etwa der heutigen Stromerzeugung entspricht, würden sich die spezifischen CO2-Emissionen der PKWs auf 40g/km reduzieren. Dies würde einer Reduktion von rund 2/3 der derzeitigen spezifischen Emissionen von konventionellen Kraftfahrzeugen entsprechen.

Die Klimabilanz (gesamte CO2 Emissionen von Österreich) würde sich um knapp 2 Mio t CO2 verbessern, dies entspricht einer Reduktion von 16% der CO2 Emissionenvon PKWs, leichten Nutzfahrzeugen und einspurigen Fahzeugen, wobei hier ein Stromerzeugungsmix hinterlegt wurde, der der heutigen Stromerzeugung entspricht. Für die Volkswirtschaft ergibt die Einführung von Elektrofahrzeugen einen positiven Nettoeffekt von rd. 1,3 Mrd. EUR, wobei der Effekt für Staatsausgaben in etwa neutralist, für Investitionen sich insgesamt ein positiver Effekt von 1,3 Mrd. EUR ergibt (ca. 10% des derzeitigen Branchenumsatzes der Energiewirtschaft) Elektrofahrzeuge haben insgesamt einen höheren Wirkungsgrad als konventionelle Fahrzeuge. Eine Einführung von 20% Elektrofahrzeugen würde einen Beitrag zurEnergieeinsparung von ca. 8,4 TWh liefern, das entspricht ca. 37% des Energieeffizienzzielsfür 2016.

 
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Reinhard Würger

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Im Jahr 1999 hat Mag. Reinhard Würger das Thema Ökoenergie, zuerst im Immobilien- und Ökoenergiebereich und anschließend im KFZ- und Fuhrparkmanagement ins Rollen gebracht. Seit 2004 ist er Bereichsleiter für den Bereich Mobilien- , KFZ-Leasing sowie Elektromobilität und ist maßgeblich für die Umstellung des Raiffeisen-Leasing Fuhrparks auf Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen (Hybrid, Pflanzenöl, Erdgas und Ethanol) verantwortlich. Im Rahmen seiner Tätigkeit in der Raiffeisen-Leasing hat er das Netzwerk Auto & Umwelt mit dem ÖAMTC initiiert und arbeitet federführend bei der Raiffeisen-Klimaschutzinitiative im Arbeitskreis Verkehr und Treibstoffe mit. Im Rahmen der Elektromobilität unterstützt und berät er mehrere Modellregionen der Elektromobilität sowie regionale Mobilitätsprojekte.

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