Stehen wir am Beginn der nächsten, globalen Umweltkatastrophe?

Auf ARTE lief heute eine Dokumentation unter dem Titel „Goldrausch in der Tiefe„. Vor allem der französische Erdölkonzern TOTAL schürft seit einigen Jahren vor der Küste von Angola nach Erdöl. Bereits heute sind riesige Flächen am Meeresboden von Tiefsee-Erdölförderanlagen bedeckt. Wie es in der Dokumentation hieß: „Dort schaut kein Umweltschützer vorbei“. Schließlich liegen die Anlagen auch in der Tiefsee, also 500 Meter unter dem Meeresspiegel. Ohne aufwändige technische Ausrüstung unerreichbar und diese können sich nur Ölkonzerne leisten.

Schon begonnen: der weltweite Abbau der Bodenschätze in den Ozeanen

Die Bilder, als Russland seine Flagge im August 2007 medienwirksam auf dem Meeresgrund am Nordpol platziert hat, gingen um die Welt. Tatsächlich fehlen verbindliche Regeln über die Rechtsverhältnisse jener Meeresbodenflächen, die außerhalb der 200-Meilen-Zonen liegen, und das sind fast 2/3 der Erdoberfläche!

Neuseeland ist Vorreiter im Erteilen von Schürfrechten auf ihrem Meeresboden an internationale Konzerne. Im Pazifischen Ozean haben aber z.B. auch deutsche Unternehmen bereits Schürfrechte in der Tiefsee. Besonders begehrt ist ein neuer Rohstoff: Manganknollen, die in 1 Million (!) Jahre ca. 5 mm wachsen, ein fossiler Rohstoff also. Der Bericht hat gezeigt, dass 1976 durchgeführte Abbautests von Manganknollen am Meeresboden heute noch so sichtbar sind, als wäre es gestern geschehen. Der Tiefseemeeresboden ist offensichtlich noch empfindlicher als die Landoberfläche des Planeten.

Mich beunruhigt diese Entwicklung außerordentlich. Ich habe heute erstmals über dieses Thema überhaupt gehört. Der Bericht endet übrigens mit der Hoffnung, „die Fehler die am Land gemacht wurden, in der Tiefsee zu vermeiden“. Dieser Hoffnung schließe ich mich an, allein mir fehlt der Glaube …

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Günter Strobl

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Günter Strobl leitet seit 2006 den Bereich Information & Organisation in der Raiffeisen-Leasing. 2003 hat er das Qualitätsmanagement für das Unternehmen entwickelt und aufgebaut. Neben IT und Unternehmensstrategie ist er für das Betriebsmanagement und damit für Beschaffung und Gebäudemanagement verantwortlich. Die bisherigen privaten und beruflichen Stationen des gebürtigen Waldviertler waren nach dem Betriebswirtschaftsstudium in Wien und den USA u.a. das Unternehmen PHILIPS, der ORF, die Stuttgarter Managementberatung Horváth & Partners sowie die Wiener Grünen. Sein XING-Profil:

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