Zukunft Heizung

Ich habe in den letzten 2 Jahren unser privates Einfamilienhaus thermisch auf den letzten Stand gebracht. Dabei wurde sowohl eine Wärmeschutzfassade als auch die Wärmeisolierung der obersten Geschossdecke durchgeführt.
Man glaubt es kaum, aber die Heizkosten gingen in den 2 Jahren um rd 40% zurück. Also statt ca 3500 lt Heizöl nur mehr rd 2000 Liter. Bei den hohen Ölpreisen tut das gut.

Jetzt möchte ich den nächsten Schritt gehen. Unsere Ölheizung ist 16 Jahre alt, zwar laufend gewartet und noch ganz gut im Schuss, aber eigentlich möchte ich noch etwas mehr für die Umwelt tun.
Eine Pelletsheizung erschien mir bis vor Kurzem die einzig sinnvolle Alternative, da ich Radiatoren zum Heizen habe und leider keine Fußbodenheizung. Einen nachträglichen Umbau der Heizanlage auf Fußbodenheizung möchte ich uns nicht antun.
Daher brauche ich ca 60-65 Grad Vorlauftemperatur.

Jetzt hat mir unser Installateur geraten, eine Wärmepumpe zu nehmen. Da ist nicht einmal eine Tiefenbohrung oder Flächenverlegung mehr notwendig, sondern die 65 Grad Vorlauftemperatur lassen sich auch in unseren Breitengraden mit einer Luft-Wärmepumpe erreichen. Der Verdampfer wird dabei irgendwo im Garten unauffällig aufgestellt und es sind keine großen Bohrungen bzw Grabungen notwendig.

Jetzt bin ich mir unsicher, welches System mehr Zukunft hat und ob so ein Wärmepumpensystem mit Luft überhaupt langfristig kostengünstig ist.

 
About the Author

Reinhard Würger

Avatar

Im Jahr 1999 hat Mag. Reinhard Würger das Thema Ökoenergie, zuerst im Immobilien- und Ökoenergiebereich und anschließend im KFZ- und Fuhrparkmanagement ins Rollen gebracht. Seit 2004 ist er Bereichsleiter für den Bereich Mobilien- , KFZ-Leasing sowie Elektromobilität und ist maßgeblich für die Umstellung des Raiffeisen-Leasing Fuhrparks auf Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen (Hybrid, Pflanzenöl, Erdgas und Ethanol) verantwortlich. Im Rahmen seiner Tätigkeit in der Raiffeisen-Leasing hat er das Netzwerk Auto & Umwelt mit dem ÖAMTC initiiert und arbeitet federführend bei der Raiffeisen-Klimaschutzinitiative im Arbeitskreis Verkehr und Treibstoffe mit. Im Rahmen der Elektromobilität unterstützt und berät er mehrere Modellregionen der Elektromobilität sowie regionale Mobilitätsprojekte.

10 Comments

  1. Ich habe gehört, dass die Anschaffung einer Wärmepumpe inkl. Fußbodenheizung und Installation ca. um die € 25.000,– kostet. Im Vergleich dazu, kostet eine Gasheizung inkl. Fußbodenheizung nur ca. € 12.000,–. Die alternative Heizmethode wird zwar in allen Bundesländern gefördert, jedoch nicht in der Höhe des Differenzbetrages, sondern nur z.B. in NÖ mit ca. € 2.500,–. Wenn weiters das Heizsystem noch fremdfinanziert wird, müssen auch noch Finanzierungskosten hinzugerechnet werden. Stellt sich die Frage, ab wann rechnet sich die so ein System? Bin ich auf 20 Jahre gesehen, nicht mit einer Gastherme billiger?

  2. @ Beatrix Emberger:
    Ihre Frage kann ich nur beantworten, wenn Sie mir sagen wie die nächsten 20 Jahre die Gaspreise aussehen werden ;-) Jedenfalls sollten Sie die laufenden Betriebskosten berücksichtigen – und die sind bei Wärmepumpe und Pellets bedeutend niedriger.

  3. @ Reinhard Würger:
    Von einer Luft-Wärmepumpe (genauer Luft/Wasser WP) würde ich abraten (geringer Wirkungsgrad, höhere Betriebskosten, höherer Wartungsaufwand). Außerdem ist der eingesetzte Strom zum Betrieb der WP auch nicht 100% Öko.

  4. @Ökonom:
    Es mag ja sein, dass die Gaspreise eine große unbekannte sind und die Betriebskosten für eine Wärmepumpe bedeutend niedriger sind. Aber wenn man ein Haus baut, wie ich im vorigen Jahr, dann ist man beinahe schon froh, wenn man den Kredit für den Hausbau bekommt. Eine Erweiterung des Kredites für eine ökologische Heizmethode ist dann nicht mehr drinnen. Da hilft es mir nichts, dass es sich in 10 – 20 Jahren rechnet, wenn mir für die Erstinvestition das Geld fehlt.

  5. @Reinhard Würger
    Wir leben seit 2,5 Jahren in einem neu gebauten Haus mit einer Luft-Wärmepumpe. Wir benutzen diese um unsere Fußbodenheizung, die kontrollierte Wohnraumlüftung und die Warmwasserbereitung zu betreiben. Wir können nur sagen, bisher funktioniert das System tadellos. Leider kann ich derzeit noch nicht sagen, wieviel Strom die Wärmepumpe (und der zusätzliche Heizstab im Warmwasserkessel) braucht. Dazu müßte ich noch Verbrauchszähler für drei Stromkreise einbauen, was bisher finanziell noch nicht möglich war. Allerdings dachte ich bisher, daß Wärmepumpen, wenn sie ausschließlich für die Heizung Verwendung findet, am effizientesten im Niedrigtemperaturbereich arbeiten. Aber da sollte man sich einen Installateur seines Vertrauens suchen, der mit solchen Systemen schon Erfahrung gemacht hat. Der „normale“ Installateur“ kann solche Fragen meiner Meinung nach nicht ausreichend beantworten.

  6. @ Ökonom:
    Unsere seit 2,5 Jahren im Einsatz befindliche Luft/Wasser WP hat lt. Herstellerkontrolle einen guten Wirkungsgrad, braucht für eine WP normal „wenig“ Strom und hat bisher EUR 0,00 Wartungskosten verursacht (abgesehen von den Filtereinsätzen für die Wohnraumlüftung). Und der eingesetzte Strom kann bei einem Ökostrombetreiber zugekauft werden.

  7. Mein haus hat eine Wohnfläche von 250 m2. Es ist BJ 1985 und es ist durchschnittlich isoliert ( 40 cm porosierter Ziegel mit k- Wert von 0,45 W/m2K,
    2 und teilweise 3 fach Verglasung, oberste Geschossdecke hat 12 cm Isolierung, usw ). Ich habe bisher 2300 L Heizöl pro Jahr verbraucht. Für
    die Warmwasserversorgung habe ich seit 20 Jahren eine WP OLWP 310 von Fa. Ochsner.
    Diese braucht € 120 .– im Jahr.
    Kürzlich habe ich eine Luft / Wasser WP Type LWS 18 KW von KNV installiert. Die Vorlauftemp. beträgt 50°C. Inklusive Montage und E – Installation habe ich in Summe € 21.000,– bezahlt. Als Heizosten wurden mir € 940,– incl. WP – Stromzähler pro Jahr ausgrechnet. Ich kann noch nicht sagen, ob das stimmt. Nach der Heizperiode weiss ich mehr.
    f. staufer

  8. Also Ihr Installateur hat das total verwechselt. Genau das Gegenteil ist der Fall: Eine Wärmepumpe hat einen sehr SCHLECHTEN Wirkungsgrad, wenn sie ein hohes Temperaturniveau bereitstellen muss. Sie empfiehlt sich deshalb vor allem dort, wo es FUßbodenheizungssysteme ets. gibt. (Gerne schicke ich Ihnen ein entsprechendes Wirkungsgrad-Diagramm)
    Beim Pelletskessel sind die hohenTemp. praktishc kein Problem – im Gegenteil: Da man hier ohnedies im Normalfall eine Rücklauftemperaturanhebung braucht (damit es im Kessel nicht zu Rauchgas-Kondensation kommt) muss man diesen ohnedie auf z.B. mind. 60°C betreiben. Sicher hat ihr Installateur das verwechselt (oder er ist inkompetent.)
    mfg Dipl.-Ing. Dietrich Wertz
    P.S.: Infos zum Thema finden Sie auf der homepage unseres gemeinnützigen Vereins http://www.energiestammtisch.at.tf (sowohl über Wärmepumpen als auch über Biomasseheizungen)

  9. Elektrische Fußbodenheizungen für Laminat, Dielen, Parkett, Fliesen etc. Heizfolien sind die dünnste Variante der elektrischen Fußbodenheizung. Die Heizelemente der Heizfolie sind als elektrisch leitende Beschichtung auf einen Träger aufgebracht und in Polyesterfolie eingeschweißt. Über zwei Kupferbänder wird elektrischer Strom in die Heizfolie geleitet und dessen elektrische Energie in Wärme umgewandelt.
    http://www.tf-fussbodenheizungen.com

  10. Von der Heizungstechnik sind vor allem Hausstauballergiker betroffen. Als Hausstauballergie
    bezeichnet man eine Sensibilisierung und allergische Reaktion gegenüber dem Kot von
    Hausstaubmilben, die Rhinitis, Jucken und allergisches Asthma auslösen können.
    Ausgelöst wird diese Reaktion des Immunsystems nicht durch den Hausstaub direkt, sondern durch
    den Kot von Hausstaubmilben, die in dem Staub leben. Dieser Kot haftet am Hausstaub und wird mit
    jeder Form von Konvektion „aufgewirbelt“. Je niedriger der Konvektionsanteil desto besser für den
    Allergiker. Den prinzipbedingt niedrigsten Konvektionsanteil hat die Infrarotstrahlungsheizung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.