Klimaschutz ist weder LINKS noch RECHTS sondern ZENTRAL!!!!

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  • Achtung. Dies wird ein sehr emotionaler Post. Ein ganz echter Blogbeitrag also. Weil’s notwendig ist.

Ich kann’s aber echt nicht mehr hören. Nun ist es seit ein paar Wochen ziemlich heiß. Die Zeitungen sind auf einmal voll mit Artikeln zum Klimawandel und der Politik fällt echt nichts besseres ein als darüber zu diskutieren welchem Lager dieses Thema zuzuordnen ist?? Wenn ein Herr Doskozil das Thema Klimaschutz als „grün-linke-Fundi-Politik“ bezeichnet dann brennen bei mir sämtliche Sicherungen durch. Es hat mich auch schon immer geärgert, dass das Thema nur einer Partei zugesprochen wird, früher den Grünen eben. Warum nicht den Schwarzen als Wirtschaftspartei? Gehen doch Milliarden an Investitionen und Wirtschaftswachstum damit einher? Oder warum nicht den Roten? Es ist die Möglichkeit auch den schwächsten Mitgliedern einer Gesellschaft zu langfristig günstiger Energie zu verhelfen und vor Abhängigkeiten von bösen Konzernen zu schützen. Also warum nicht deren Thema?

Das Thema GEHÖRT aber absolut keiner Farbe. Weder Blau, noch Schwarz, noch Rot noch Grün! Im übrigen auch nicht Türkis. Es ist DAS ZENTRALE Thema unserer Zeit und sich in solchen Diskussionen zu verrennen ist einfach nur zum Schreien.

Klimaschutz müsste in jedem Parteibuch als zentrales Thema verankert sein. Es darf UNTER KEINEN UMSTÄNDEN einer Partei „gehören“. Ok, ich wiederhole mich, aber es regt mich einfach sooo auf!!  Vielleicht ist das auch der Grund, warum es eben niemand wirklich vorantreibt. Es ist lediglich das Stiefkind jeder Partei (auch bei den Grünen wars schon vor den Verlusten nicht zentral), wer sich damit beschäftigt, verliert Wahlen, so die große Angst. Aber muss das so sein??

Jetzt gerade scheint es „en vogue“ zu sein sich mit dem Thema zu schmücken. Ein Spielzeug im Sommerloch. Bald schon aber wird den Kids wieder langweilig mit diesem Spielzeug werden und sie werden es in die Herbstschublade schieben. Oder vielleicht nicht? Was wäre wenn die Medien auch nach dem Sommerloch nicht locker lassen würden und die Parteien in einem positiven Wettkampf der Ideen das großartigste Energiegesetz der Welt auf Schiene bringen? Die Branche und auch ich haben große Erwartungen an diesen neuen Wurf. Also lasst uns wirklich was daraus machen. Was wäre wenn alle ihre Egos einpacken würden und nicht an Selbstdarstellung, sondern an der bestmöglichen Lösung für die Zukunft arbeiten würden? Auch wenn das für manche Bewahrer der fossilen Industrie eine Schocktherapie bedeuten würde: Florian Maringer schreibt in einem Standard Kommentar recht treffend:

Ohne die Schocktherapie einer ökosozialen Steuerreform werden sie uns auch noch lange begleiten, auch wenn es ein Rückzugsgefecht ist. Medien sollten vor allem darüber berichten und unbequem bohren, warum Entscheidungen ausbleiben, wie sie getroffen wurden und warum etwa Interessengruppen rückwärtsgerichtete Ziele vertreten, während die Antwort für eine gesunde Volkswirtschaft sicher nicht in fossilen Relikten liegt.

Und dann wäre da noch eine gute Nabelschau unter den Politikern und Interessensvertretern ganz gut und jeder mündige Bürger sollte Politiker der „Prüfung“ von Manuel Grebenjak unterziehen. Er beschreibt in einem interessanten Artikel „Warum die mediale Debatte nichts an der Klimapolitik ändert“ folgendes:

Wenn PolitikerInnen im Jahr 2018 nichts gegen die Klimakatastrophe tun, kann das drei Gründe haben:

    • Sie glauben tatsächlich nicht an den Klimawandel oder sind sich nicht über dessen Folgen im Klaren. Allein das disqualifiziert sie für jedes Amt.

 

    • Sie hoffen auf technologische Wundermittel, die das Problem in der Zukunft lösen werden. Aber Wunder sind leider keine ernsthafte politische Option.

 

    • Sie wollen nichts ändern und nehmen lieber globale Konflikte in der Zukunft in Kauf, um die imperiale Lebensweise zu schützen. Sie sind schon heute dazu bereit, diese mit Gewalt zu verteidigen.

 

Also, hört endlich auf das Thema Klimaschutz, Erneuerbare Energien oder Nachhaltigkeit einzufärben. Es ist kein Osterei und auch kein Spielzeug mit dem man sich grad mal beschäftigt weil einem langweilig ist. Es ist viel entscheidender als jede Diskussion über Migration, weil es eben langfristig DER Grund für Migration und Klimaflüchtlinge ist. Und nebenbei bemerkt: Was wäre so schlimm daran, wenn die Klimakatastrophe doch nicht so schlimm ist und wir in 10 Jahren saubere und günstige Energie im Überfluss haben?? Dann würden wir uns echt ärgern, oder??

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

One Comment

  1. Problem: Politik denkt nur maximal 5 Jahre in die Zukunft. Somit ist Klimawandel immer das Problem der nächsten Regierung. Und man will sich ja keine (Dumpf-)Wähler vergraulen. Demokratiepolitisch unlösbar.

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