Lego + Nachhaltigkeit + Digitalisierung

Mein Highlight von Fifteenseconds in Graz.

  • Hubert Rhomberg. Fifteenseconds Graz 2018 (c) Betina Kitzler

  • Das Fifteenseconds Festival ist eigentlich ein reines Marketing Festival. Ich hab mich dort auf die Suche nach der Kombination von Marketing + Nachhaltigkeit gemacht, weil es da meiner Meinung nach noch viiiiiiel Luft nach oben gibt. Nachhaltigkeit muss nich immer langweilig und schwer kommunizierbar sein. Es geht auch anders.

Industrie 4.0, Digitalisierung oder Internet der Dinge

sind Schlagworte, welche man oft bei Veranstaltungen wie diesen hört. Ich gebe zu, ich war anfangs ein wenig skeptisch, als ich mich auf den Weg nach Graz machte. Und gleichzeitig war ich gespannt. 

„…Wir müssen in Zukunft so bauen, wie wir leben wollen.
Und dazu müssen wir die Welt des Bauens revolutionieren.“,
erzählt Hubert Rhomberg auf der Bühne.

„Wie revolutioniert man eine der größten Industrien der Welt, die hinsichtlich des Digitalisierungsgrads den vorletzten Platz belegt?“, fragte ich mich. (McKinsey & Company, Feb 2018, S.5.)

Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.

Hr. Rhomberg gab sich nicht zufrieden, den erfolgreichen Familienbetrieb nach den aktuellen Branchenstandards weiterzuführen. Er hatte eine Vision.

      • „Wir brauchen eine Art kybernetischer Tisch für alles,
        was die Themen Planen, Errichten und Betreiben von Gebäuden betrifft.
      • Wir brauchen eine digitale Plattform,
        auf der alle relevanten Informationen zu Bauprojekten, behördlichen Vorgaben, Baumaterialien, Bauteilen, Baubeteiligten gesammelt werden, verfügbar sind
      • und vor allem gemeinschaftlich weiterentwickelt und erweitert werden.“

Das klingt wirklich nach Revolution! 

Ihr kennt sicher diverse Start ups und kleine Unternehmen, die nachhaltig und vorwiegend mit Holz bauen. Tolle Lösungen und spannend. Rhomberg geht jedoch einen großen visionären Schritt weiter.

Durch das Einsetzen von neuen Technologien, bringt er Menschen auf einer cloudbasierten Plattform zusammen, auf der Know How und Erfahrungen international geteilt und ausgetauscht werden.

Der ganzheitliche Ansatz beinhaltet das Wechselspiel von Holz(hybrid)bau und Systematisierung, Vorfertigung und Recycling, Gebäudebetrieb und Lebenszyklus-Betrachtung sowie Building Information Modeling (BIM) und dem Internet der Dinge (IOT).

Lego + Nachhaltigkeit + Digitalisierung  = Bauen 4.0

Fazit. Ein österreichische Unternehmen legt sich mit einer der größten Industrien der Welt an! Aus meiner Sicht ein echter „disruptiver Ansatz“. Ich bin gespannt wie es weitergeht!

Ein inspirierender und zukunftsweisender Vortrag, bei dem man mehr als nur die Schlagworte „Digitalisierung“ und „Nachhaltigkeit“ hört.

Exkurs: Leider war gerade dieser Vortrag eher spärlich besucht. Der Programmtitel „A Platform of Opportunities. Disrupting the Construction Industry“ war vielleicht nicht sehr gut für dieses Publikum gewählt. Im Gegensatz dazu, musste ich mich beim Vortrag von Andrew Cross – Pornhub, durch ein Labyrinth, aus am Boden sitzenden Menschen, kämpfen. Thema „How to advertise when no one will take your money.“ Darüber hatte ich bis jetzt auch noch nicht nachgedacht…

Alle Vorträge zusammengefasst gibts hier noch von vervievas.

 
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Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

2 Comments

  1. Auch bei Deinem Titel ist nicht gleich zu erkennen worum es geht. Aber der Ansatz von Herrn Rhomberg ist sehr spannend. Ich habe kürzlich erst in der Zeitschrift brandeins davon gelesen.

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