Mit Geld kann man nicht alles kaufen, aber das Richtige

  • Die Ansicht, dass in der Veranlagung von Kapital allein Rendite und Sicherheit zählen, war gestern. Immer stärker setzt sich die Überzeugung durch, dass es um mehr geht. Egal ob unter dem Titel, Impact Investing, Sustainable Finance oder nachhaltige Geldanlage – sie alle bringen auf den Punkt, was schon der Industrielle Henry Ford im vorigen Jahrhundert gesagt hat, aber zu oft vergessen wurde: „Ein Geschäft, das nur Geld einbringt, ist ein schlechtes Geschäft.“

Dieser Geist ist endlich auch in der Politik angekommen. Sowohl die Europäische Kommission als auch die österreichische Bundesregierung haben sich Impact Investing auf ihre Fahnen geschrieben. So hat die EU Ende 2016 die High Level Expert Group on Sustainable Finance installiert mit einem klaren Auftrag. Ziel ist ein nachhaltiges Finanzsystem in einem nachhaltigen Wirtschaftssystem. Wie kann Kapital mobilisiert werden, das dazu beiträgt, die Klimaziele und die UN-Agenda 2030 zu erreichen? Der Bericht der Expertengruppe liegt jetzt vor. So weit, so noch nicht ungewöhnlich. Das Bemerkenswerte ist jedoch, dass dieser Auftrag von der DG FISMA kam, also der Generaldirektion, die für Finanzstabilität und Kapitalmärkte zuständig ist.

In Zeiten der Wirtschaftskrise standen Stabilisierung der Finanzmärkte und Risikominimierung im Zentrum. In der neuen Logik ist Wirtschaft kein Selbstzweck mehr, sondern soll gesellschaftlich erwünschte Entwicklungen unterstützen. Aktuell stehen einige finanzpolitische Regelungen – z. B. zur Liquidität – nachhaltigen Veranlagungen noch im Weg. Das soll sich ändern. Auch in Österreich. Die Bundesregierung hat in Sachen Impact Investing viel vor. Sie will privates Kapital für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen wie Demographie, Klimaschutz, nachhaltige Energie und Bildung mobilisieren. Gleichzeitig soll es für institutionelle Investoren wie Pensions- und Vorsorgekassen leichter werden, ihre Gelder in nachhaltigen Projekten anzulegen. Und auch die öffentliche Hand soll nachhaltig veranlagen. Das ist ein „Mainstreaming“ von Umwelt- und Sozialanliegen.

Und auch jede und jeder Einzelne kann etwas beitragen, um diese Entwicklung zu unterstützen. Etwa durch die Gretchenfrage an die eigene Hausbank: Nun sag, wie hast du’s mit der nachhaltigen Geldanlage?

High-Level Expert Group on Sustainable Finance

 
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Hans Mayrhofer

Hans Mayrhofer

DI Hans Mayrhofer studierte Agrarökonomie an der BOKU Wien und startete seine Laufbahn als agrarpolitischer Referent im Niederösterreichischen Bauernbund. Anschließend managte er als Büroleiter das Rektorat an der Universität für Bodenkultur Wien und wechselte von dort im Sommer 2011 ins Büro von Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich. Seit Juli 2012 ist Mayrhofer im Ökosozialen Forum tätig, wo er unter anderem die Wintertagung, die größte agrarische Informations- und Diskussionsveranstaltung in Österreich, betreute. Seit 1. 1. 2014 ist Mayrhofer Generalsekretär des Ökosozialen Forums. An den Wochenenden kümmert er sich um seinen landwirtschaftlichen Betrieb im niederösterreichischen Lichtenegg. Seine Leidenschaft gilt darüber hinaus dem Reisen in ferne Länder..

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