Karrierenetzwerk „Fondsfrauen“ erweitert sich nach Österreich

  • Fondsfrauen: von links: Ingrid Szeiler, Rebekka Reinhard, Manuela Fröhlich, Anke Dombrowski, Anne Connelly, Veronika Lammer; Foto (c) Sabine Schneider

  • WIEN.  Das Karrierenetzwerk „Fondsfrauen“, das Anfang 2015 in Deutschland gegründet wurde, weitet den Aktionsradius auf Österreich aus. Gestern (21. März 2018) fand in der Raiffeisen Bank International, die gemeinsam mit ihren Töchtern Raiffeisen Capital Management und Valida  das Frauennetzwerk fördert, die Auftaktveranstaltung dazu statt. Mit knapp 130 Teilnehmerinnen war der Event ausgebucht. Neben Anne E. Connelly, Gründungsmitglied der Fondsfrauen in Deutschland, trat die Philosophin Rebekka Reinhard als Gastrednerin auf, die Gedankenanstöße aus ihrem Bestseller „Kleine Philosophie der Macht (nur für Frauen)“ einbrachte. Als Proponentinnen der Fondsfrauen in Österreich fungieren federführend Veronika Lammer (Investmentexpertin bei Raiffeisen Research) und Ingrid Szeiler (Chief Investment Officer bei Raiffeisen Capital Management).

„Studien belegen, dass gemischte Teams größeren unternehmerischen Erfolg haben. Dies sollte die Investmentbranche für sich nutzen und in allen Bereichen anstreben. Doch noch immer ist insbesondere die Fondsbranche durch niedrige Anteile an Fondsmanagerinnen im Vergleich zu Fondsmanagern gekennzeichnet. In Deutschland lag die Zahl 2016 bei 9,26 %“, so Connelly. Gesetze für eine Genderquote in Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften sorgten zwar für viel Diskussionsstoff sowohl in Deutschland als auch in Österreich doch hätten diese für viele lediglich Signalwirkung. „Daher bedarf es Anstrengungen auf breiterer Basis sowie Bewusstsein und Mut seitens der Frauen und Männer, Verhalten zu ändern und wohlwollend zu akzeptieren. Dafür setzen wir uns ein“, beschreibt Connelly die Mission der Fondsfrauen.

Die Karriereförderung von Frauen ist kein Selbstzweck, sondern sowohl volkswirtschaftlich als auch betriebswirtschaftlich sinnvoll. Volkswirtschaftlich, weil Frauen durchschnittlich besser ausgebildet seien als Männer und zusätzlich noch andere Fähigkeiten und Sichtweisen einbringen. Betriebswirtschaftlich, weil ein höherer Frauenanteil in Führungspositionen positiv mit der Ertragskraft der Unternehmen korreliert. Das Netzwerk der Fondsfrauen will einen Beitrag leisten, dass Frauen im Finanzsektor bessere Aufstiegschancen haben. Es eröffnet die Möglichkeit sich über die Grenzen des eigenen Arbeitgebers hinaus mit Frauen der Branche zu vernetzten. Dadurch erhalten sie mehr Information, lernen schneller und gewinnen an Profil. Frauen werden so auch sichtbarer für weibliche und männliche Kolleginnen, Vorgesetze und Headhunter. Weitere wichtige Anliegen sind, das Wissen über Veranlagungen zu erhöhen und Frauen zu mehr finanzieller Vorsorge anzuregen.

Sehr interessante Aspekte zum Thema Frau und Karriere wurden von Rebekka Reinhard in einem ebenso lebhaften wie inspirierenden Vortrag angesprochen. Die deutsche Philosophin beschäftigt sich mit Führung, Ethik und weiblicher Macht und will Frauen ermutigen, umzudenken und ganz bewusst nach Macht zu greifen, um ein erfülltes privates und berufliches Leben zu führen. „Jede Frau muss sich damit auseinandersetzen und sich fragen: Was will ich? Wofür lebe ich? Wie kann ich Freiräume schaffen? Und wo kann ich am meisten bewirken?“ Wichtig sei, den Schritt vom Denken zum Tun zu wagen.

Bei Drinks und Snacks starteten die Teilnehmerinnen nach den Vorträgen noch lebhafte Diskussionen und hatten Gelegenheit Networking zu betreiben.

Am Rednerpult Anne Connelly, Foto (c) Sabine Schneider

Die Fondsfrauen – gegründet Anfang 2015 – sind ein Karrierenetzwerk zur Förderung und Gleichstellung von Frauen in der deutschsprachigen Investmentfondsindustrie. Sie möchten Frauen über Hierarchieebenen hinweg vernetzen, um einen regelmäßigen Austausch zu ermöglichen und sie bei der Umsetzung ihrer privaten und beruflichen Ziele zu unterstützen.

 

1 Quelle: Statistik der Fondsfrauen GmbH, nach der im Jahr 2016 der Anteil weiblicher Fondsmanagerinnen bei in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Fonds bei 9,26% liegt.

 
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