Ambitionierte Klima- und Energiestrategie

  • Energiewende fr Effizenz und Nachhaltigkeit

  • Nun ist sie da: die langersehnte Klima- und Energiestrategie #mission2030. Es ist einmal ein Entwurf, der sich im Augenblick im Konsultationsprozess befindet. Die Endversion soll aber bereits im Juni vorgelegt werden. Konsultiert wird grundsätzlich jeder, der sich daran beteiligen möchte.

Obwohl Papier bekanntlich geduldig ist, die Verbände der erneuerbaren Energien sich naturgemäß immer ambitioniertere Ziele setzen und die Umwelt-NGOs sich die Energiewende besser gestern als morgen wünschen, muss doch eines festgehalten werden:

Die Bundesregierung bekennt sich nicht nur mehr zur Energiewende, sondern setzt Zeichen und Deadlines für ihre Umsetzung. Anders formuliert: Es wird nicht darüber diskutiert, ob wir eine Energiewende brauchen, sondern vordergründig darüber, bis wann und wie wir es umsetzen müssen/sollen/wollen. Ein gutes Zeugnis darüber legen auch unsere Medien ab. Es wird kaum mehr negativ über die Energiewende berichtet oder daran gezweifelt, was mich in der kurzen Zeit sehr verwundert bzw. überrascht hat.

Hier die für mich wichtigsten Eckdaten der Klima- und Energiestrategie (PS. Jeder Punkt wäre einen eigenen Blog-Eintrag wert):

  • 36% weniger C02 ohne neue Steuern und Belastungen bis 2030 (gegenüber 2005)
  • Anteil erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch bis 2030 auf 45 bis 50% steigern (derzeit rund 33%)
  • 100% Ökostrom am Gesamtstromverbrauch (national bilanziell, derzeit rund 70%) bis 2030
  • Energieeffizienz: die Primärenergieintensität um 25 bis 30% gegenüber 2015 verbessern. Wird bis 2030 der Primärenergiebedarf von 1.200 PJ überschritten, darf der zusätzliche Verbrauch nur durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
  • Erhalt effizienter Bestandsanlagen
  • Steuer auf Eigenstromerzeugung wird gestrichen
  • Sanierungsrate im Zeitraum 2020 bis 2030 von derzeit rund 1% auf durchschnittlich 2 % erhöhen
  • Nach 2020 errichtete Gebäude sollen ohne Einsatz fossiler Brennstoffe für Raumwärme, Warmwasser und Kühlung auskommen.
  • „Erneuerbaren Gebot”: Beim Ersatz bestehender Ölkessel müssen erneuerbare Energieträger zum Einsatz kommen. Sozial verträglicher Ausstieg aus dem Ölheizungsbestand ab spätestens 2025, beginnend mit Kesseln, die älter als 25 Jahre sind.
 
About the Author

Antonio Fuljetic-Kristan

Antonio Fuljetic-Kristan

DI Antonio Fuljetic-Kristan ist seit 2010 Pressesprecher des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Chefredakteur der Zeitschrift ökoenergie. Er studierte Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien und hat sich im Rahmen postgradualer Lehrgänge ein Fachwissen in Öffentlichkeitsarbeit und Exportmanagement angeeignet. Mit seiner Gattin und dem fünfjährigen Sohn bestreitet er den Alltag und wandert am liebsten mit seinem Hund in seiner Heimat – dem Wienerwald.

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