Kesseltausch-Förder-Ranking 2018

  • Auch heuer habe ich mir die Mühe gemacht, alle Landesförderungen für den Einbau von Holzheizungen zu erheben. Dabei wurde ein Kesseltausch-Förder-Ranking von Heizöl auf Pellets durchgeführt. Als Grundlage für die Berechnung wurden Kosten von 15.000 Euro für einen 15 kW Pelletskessel sowie die optimale Erfüllung aller Fördervoraussetzungen für den Pelletskessel angenommen.

Kärnten führte das Ranking schon einige Jahre an, wurde aber aufgrund einer Änderung heuer von Vorarlberg abgelöst. Das Bundesland gewährt bei einem Kesseltausch einen Einmalzuschuss von bis zu 6.000 Euro.

Doch Achtung! Der Teufel steckt – wie immer – im Detail. Betrachten wir Vorarlberg näher. Hier wird grundsätzlich in drei Förderstufen gedacht, Basis sowie Bonusstufe 1 und 2. Die Basisförderung fordert keine Grenzwerte beim Heizwärmebedarf (HWB). Bei der Bonusstufe zwei im Neubau wären es <24 kWh/m2 und im Altbau <30. Beide Grenzwerte setzen demnach eine gute Dämmung voraus, ermöglichen aber eine Förderung von bis zu 3.500 Euro. Zusätzlich wird ein Förderbonus Altbau (Baubewilligung des betroffenen Gebäudes muss mindestens 20 Jahre zurückliegen) gewährt, wenn Öl- sowie Gas-Zentralheizungen oder Elektrodirektheizungen durch ein Biomasse-Heizungssystem ersetzt werden und das alte Heizungssystem entfernt wird. Bonus: 2.500 Euro. In Summe wäre das maximal 6.000 Euro, wenn die Prämisse 50% der Gesamtkosten nicht überschritten wird. Alles nicht so einfach, deshalb erspare ich Ihnen, die Formalitäten für die Antragsstellung zu erläutern. Aus diesem Grunde bin ich davon überzeugt, dass unsere kompakte Länderübersicht samt Kontaktadresse zu den Beratungsstellen sehr hilfreich sein kann.

Normalerweise wird im Rahmen der Energiesparmesse Wels (Anfang März) auch die Bundesförderung des Klima- und Energiefonds für den Kesseltausch vorgestellt. Aufgrund der neuen Regierungsbildung werden aber die Budgets voraussichtlich erst im April stehen. Zusätzlich könnten auch noch Förderungen von Gemeinden in Betracht gezogen werden, die in dieser Aufstellung nicht berücksichtigt worden sind.

Aber zurück zum Ranking: Gefolgt wird Vorarlberg von Salzburg mit einer Fördersumme von 5.020 Euro. Auf den dritten Rang hat sich heuer Tirol mit einem direkten Zuschuss von 3.750 Euro katapultiert. Auch die Bundesländer Steiermark (3.600 Euro), Niederösterreich (3.000 Euro), Oberösterreich (2.900 Euro) und Kärnten (2.700 Euro) liegen bei den Fördersummen knapp hintereinander. Den vorletzten Platz belegt heuer Burgenland mit 2.200 Euro. In Wien wird keine Direktförderung des Kesseltausches auf Biomasse-Heizungen gewährt. Nur im Zusammenhang mit einer thermisch-energetischen Sanierung können einmalige nicht rückzahlbare Beiträge im Ausmaß von 30% der als förderbar anerkannten Baukosten berücksichtigt werden.


Noch eine kurze und interessante Übersicht: Die meisten Holzheizer sind in Niederösterreich beheimatet (145.168, Bundesanteil 26%), den größten Zuwachs an Holzheizungen erfuhr – auch dank großzügiger Förderungen – Vorarlberg (+42% auf 26.667 Stück) im Zeitraum 2013/14 bis 2015/2016. Auch in Salzburg und Tirol konnten deutliche Zugewinne verzeichnet werden. Trotz der Bemühungen der Länder und des Bundes konnte in dieser Zeitperiode keine deutliche Senkung des Heizöl-Kesselbestandes erzielt werden. Die meisten Ölkessel stehen in der Steiermark (Anteil 20%) gefolgt von Tirol (16%). Überraschend präsentieren sich die Zahlen der Bundeshauptstadt: In Wien hat sich die Anzahl der Ölheizer im Beobachtungszeitraum mehr als verdoppelt!

Hier finden Sie die Förderübersicht samt Kontaktadressen in den einzelnen Ländern.

 

 
About the Author

Antonio Fuljetic-Kristan

Antonio Fuljetic-Kristan

DI Antonio Fuljetic-Kristan ist seit 2010 Pressesprecher des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Chefredakteur der Zeitschrift ökoenergie. Er studierte Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien und hat sich im Rahmen postgradualer Lehrgänge ein Fachwissen in Öffentlichkeitsarbeit und Exportmanagement angeeignet. Mit seiner Gattin und dem fünfjährigen Sohn bestreitet er den Alltag und wandert am liebsten mit seinem Hund in seiner Heimat – dem Wienerwald.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.