Meine Reise zum Schürfen der ersten Solarcoin – Teil 1

  • Dies ist der erste Teil meiner Reise zur ersten Solarcoin. In diesem Teil erfahrt ihr alles über die Hürden auf dem Weg zum Online Geldbörsl – auch Wallet genannt –  in die ich dann meine Solarcoins geben soll/kann.

Jetzt wollte ich gerad einen superduper Tutorial-Artikel über Solarcoin schreiben und euch darüber berichten, wie ich meine Anlage angelegt und damit Solarcoins gemined bzw. geschürft habe, aber leider Fehlanzeige. Das ist nicht so einfach wie gedacht. Deshalb wird das hier ein Blogartikel in seiner reinsten Form. Ich lasse euch nun an meiner Reise zum/zur? ersten Solarcoin teilhaben und vielleicht werden wir alle gemeinsam etwas klüger.

Was ist eine Solarwährung eigentlich?

Die Idee ist ja bestechend. Mit Solarwährungen soll es möglich sein mit der eigenen Anlage zusätzlich Geld zu verdienen, da der Wert der Währung steigt, je mehr Anlagen sich dazu anmelden. Das Gegenteil einer inflationären Währung, die weniger Wert wird, je mehr Geld im Umlauf ist. Solarwährungen sind meist gleichzeitig Kryptowährungen und auf dem Blockchain-Prinzip aufgebaut, was bedeutet, dass es eigentlich keinen Zwischenhändler braucht, sondern alles in einem „Grundbuch“ (Ledger) eingetragen ist. Eine dieser Solarwährungen ist die „Solarcoin“ und ich möchte nun versuchen meine kleine 9 kWp Anlage dort anzumelden um Solarcoins zu schürfen. Vorher noch eine kleine Erklärung zu den Coins.

Solarcoin aus den USA

Solarcoin läuft angeblich so: Für jede produzierte Megawattstunde bekommt man 1 Solarcoin also 1000 kWh=1 Solarcoin. Die Value Proposition: Je mehr Sonnenenergie im Netz ist, desto mehr wird die Währung wert, weil es bei Kryptowährungen keine Inflation gibt, sondern eine begrenzte Menge, die in immer mehr Teile aufgesplittet wird, je höher die Nachfrage ist. Ich hoffe, ich hab das richtig verstanden, falls nicht, korrigiert mich bitte. Das Unternehmen dahinter ist Solarchange. Man kann schon jetzt die Währung kaufen, auch wenn man keine eigene Solaranlage hat. Als Käufer ist es dann eben eine Wette darauf, dass der Wert der Währung steigt. Hier kann man sich ansehen, wo er derzeit liegt. Nämlich bei 0,00007770 Bitcoins. Hier auch ein kurzes Erklärvideo dazu, das meiner bescheidenen Meinung nach aber nicht sehr viel aussagt:

Der Weg zur 1. Solarcoin ist steinig

Geht man nun auf die Website steht als erstes, dass es nur zwei Schritte bedarf um an die Solarcoins zu gelangen:

Step 1 – Choose a wallet – Step 2 – Register your facility… Also zu deutsch: Geldbörse aussuchen und Anlage registrieren. Gesagt getan, aber leider nicht so einfach. So kommt man zur ersten Hürde.

Hürde 1: Macbook lässt mich das Programm nicht öffnen

Weil das Programm von einem nicht verifiziertem Entwickler kommt, lässt es sich nicht installieren. Ich schaue mich nach Alternativen um und beim herumklicken finde ich die „Paper Wallet“ also ein Papiergeldbörsl. Als nicht wirklich kryptowährungserprobter Mensch bin ich verwirrt und fasziniert zu gleich. Was ist das nun wieder, aber auch hier kleine Hürden.

Hürde 2: Die Druckereinstellungen scheinen seeeeeehr wichtig zu sein

Neugierig klicke ich also weiter und versuche an meine Papiergeldbörse zu gelangen. Derjenige der das geschrieben hat dürfte hunderte Male von Usern angerufen worden sein, dass etwas mit dem Drucker nicht stimmt, weil ich noch nie so ausführlich über die Druckeinstellungen und Druckerkonfiguration informiert wurde. Man muss den Drucker vorab sogar kalibrieren und ich hab keine Ahnung ob das bei mir funktioniert hat. Irgendwie kommt ich nach 10 Hinweisen „UNBEDINGT IN QUERFORMAT“ auszudrucken dann doch zu meinem Papiergeldbörsl. Tataaaa!!! Ich weiß zwar noch nicht was ich damit machen soll, aber es fühl sich nach einem erfolgreichen Schritt in Richtung Solarcoin an.

Hürde 3: Ich scheitere an der Bastelanleitung

Endlich habe ich das Ding ausgedruckt und jetzt muss ich es auch noch falten?? Ich war nie gut im Bastelunterricht… das rächt sich ausgerechnet jetzt?? Da soll nochmal einer sagen in der Schule lernt man nichts fürs Leben, hätt ich da nur besser aufgepasst. Ich versuch es jetzt doch nochmal mit dem Online-Geldbörsl…

Lösung 1: Lasse Solarcoin Programm doch am Mac laufen

Nach meinem gescheiterten Bastelversuch und der Erkenntnis, dass man entweder ein Online- oder ein Offline Geldbörsl (Wallet) haben kann, probier ichs doch nochmal mit dem Programm und siehe da, mit ein paar Warnungsmeldungen und dem berühmten rechten Mausklick auf nicht verifizierte Programme, öffnet sich ein Downloadfenster, das zumindest so aussieht als hätte ich etwas richtig gemacht!

Hürde 4: Wie registriere ich nun meine Anlage?

In dem Programm gibt es nun die Möglichkeit SolarCoins zu „claimen“. Leider führt der Link nur zur Solarcoin Website und ich stehe an.

Lösung 2: Slack Community beitreten

Auf Umwege zu einer Community, die mir dabei helfen könnte meine Anlage zu registrieren. Anscheinend gibt es auf Slack (Online-Kollaborationstool) eine Gruppe die einem dabei hilft sich mit dem Programm auseinanderzusetzen.  Das wars dann auch mit dem ersten Teil meiner Reise zu den Solarcoins. Ich habe nun einen Beitrittswunsch in die Gruppe verschickt und warte auf die Aufnahme. Im nächsten Teil erfahrt ihr dann wie es weitergeht.

Was ist heute aber anscheinen geschafft habe, ist es den ersten Schritt von angeblich 2 einfachen Schritten zu gehen. Das Anlagen meiner „Wallet“ aka „Geldbörsl“.

Nun interessiert mich aber natürlich: Was sind eure Erfahrungen mit Solarcoins? Was sind eure Fragen? Mit wem sollte ich unbedingt reden wenn ich wissen will welche Solarwährung sich langfristig durchsetzen wird? Fragen über Fragen und ich werde sie gemeinsam mit euch beantworten.

PS: Mein erstes Fazit: Diese aufwändige „Paper Wallet Seite“ ist superirreführend!!! Wenn ich es richtig verstanden habe braucht die kein Mensch, aber dadurch, dass sie so aufgeblasen ist, wirkt es als wäre sie unabdingbar… Nur meine 50ct…

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. Seit 2012 ist sie Chefredakteurin des von der Ritter Gruppe initiierten Solarthermieblogs Ecoquent-Positions und Mitbegründerin des größten deutschsprachigen Energiebloggerzusammenschlusses www.energieblogger.net. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die größte Einkaufsgemeinschaft für Unternehmen www.tausendundeindach.at und hält laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien.

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