Wärmewende: Es zahlt sich aus!

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  • Die Energiewende im Heizungskeller zahlt sich nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch aus. Zu diesem Schluss kommt die kürzlich präsentierte Studie zum Heizkostenvergleich der TU Wien.

Die Studie verdeutlicht eindrucksvoll, dass der Energiewende im Wärmebereich wirtschaftlich nichts im Wege steht und Heizungen auf Basis von Scheitholz, Hackgut oder Pellets für die meisten Bestandsgebäude – egal ob saniert oder unsaniert – sehr konkurrenzfähig sind.

Die TU Wien legt im Rahmen der Studie eine Vollkostenanalyse verschiedener Heizsysteme vor. So basieren die Berechnungen auf dem tatsächlichen Gebäudebestand in Österreich und damit auf realistischen Einschätzungen über den Wärmeverbrauch der betrachteten Gebäude. Überdies werden von der EU empfohlene Entwicklungsszenarien der Energiepreise hinterlegt. Der wichtigste Unterschied zu den unzähligen Vergleichen besteht darin, dass nicht nur die momentane Situation abgebildet wird, sondern auch die Unsicherheiten berechnet werden, die sich aus möglichen Energiepreisschwankungen, ineffizienten Betriebsweisen und anderen Einflussfaktoren ergeben.

Das Ergebnis: die Unsicherheiten, wie hoch die zukünftigen Heizkosten tatsächlich ausfallen könnten, sind für Gas und Ölheizungen wesentlich höher, als für Heizanlagen auf Basis erneuerbarer Energie. So können die Heizkosten eines unsanierten Einfamilienhauses, das mit Öl beheizt wird, um fast 3000€ pro Jahr schwanken, wenn man von historischen Preisschwankungen ausgeht. Auch Gasheizungen könnten sich als sehr teuer entpuppen, wenn CO2-Steuern eingeführt werden, was in immer mehr Ländern der Fall ist.

Fossile Energieträger weisen laut TU-Studie kaum Kostenvorteile gegenüber erneuerbaren Energieträgern auf. Im unsanierten Einfamilienhaus liegen biogene Energieträger vorne, im Neubau sind Luftwärmepumpen am günstigsten. In Mehrfamilienhäusern können Hackschnitzel und Pellets sowohl im unsanierten Bestand als auch im sanierten Bestand eine günstige Heizungsform darstellen. Bedeutsamer als diese eher geringfügigen Kostenvorteile ist allerdings die Tatsache, dass in allen Fällen das Risiko sehr hoher Heizkosten bei fossilen Heizsystemen deutlich höher ist.

 
About the Author

Antonio Fuljetic-Kristan

Antonio Fuljetic-Kristan

DI Antonio Fuljetic-Kristan ist seit 2010 Pressesprecher des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Chefredakteur der Zeitschrift ökoenergie. Er studierte Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien und hat sich im Rahmen postgradualer Lehrgänge ein Fachwissen in Öffentlichkeitsarbeit und Exportmanagement angeeignet. Mit seiner Gattin und dem fünfjährigen Sohn bestreitet er den Alltag und wandert am liebsten mit seinem Hund in seiner Heimat – dem Wienerwald.

One Comment

  1. Nicht nur die Energieträger sind die Verursacher von Kosten, sondern auch das Material aus dem das Eigenheim gebaut ist. Ein Bekannter aus Wien hat nicht nur seinen Energieträger geändert, er hat auch seine Wohnung thermisch sanieren lassen. Hat ein Traditionsunternehmen gemacht. Hat sich echt ausgezahlt.

    http://www.koenig-heinrich.at

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