Schenkt mir bitte keinen (Plastik-) Müll

  • Mehr als neun Milliarden Tonnen Plastik hat die Menschheit bisher produziert. Wohl kaum ein anderer künstlich hergestellter Stoff hat seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts einen vergleichbaren Siegeszug hinter sich.

Plastik ist überall: von der Verpackung unserer Lebensmittel bis hin zum Baby-Flascherl, in der Sonnencreme und im Duschgel, im Spielzeug, in unserer Kleidung, sogar in der künstlichen Herzklappe.

In den letzten Jahren war Plastik immer öfter in der Kritik. Aufgrund der Weichmacher oder anderer Zusatzstoffe mit potenziellen Gesundheitsgefahren. Aufgrund von Plastikteilchen in unterschiedlicher Größe in unseren Meeren und Flüssen. Aufgrund des Ausgangsstoffes für die Produktion: Erdöl. Und natürlich aufgrund der Kurzlebigkeit der Produkte. Nein, falsch, im Gegenteil. Plastik hat eine sehr lange – oft viel zu lange – Lebensdauer. Nur die Verwendung ist meist auf einen sehr kurzen Zeitraum beschränkt.

Weniger als zehn Prozent des weltweit produzierten Plastiks werden recycelt, ein geringfügig größerer Anteil wird verbrannt. Und der Rest? Mit fast 80 Prozent des Plastikmülls muss unsere Umwelt umgehen. Mit entsprechenden Folgen.

Wir können derzeit nicht auf Plastik verzichten. Aber wir können dort, wo es möglich ist, überflüssiges Plastik vermeiden und notwendiges Plastik auf Basis natürlicher, nachwachsender Rohstoffe herstellen (wobei hierfür intensivere Forschung nicht schaden würde). Wichtig ist auch, dass Plastikabfälle noch gezielter recycelt werden. Selbstverständlich sind nicht nur wir in Österreich oder in Europa betroffen. Der meiste Plastikmüll kommt heute aus Afrika und Südasien. Wir können jedoch einmal anfangen, vor unserer eigenen Haustür zu kehren und erste Schritte zu gehen. Weihnachten ist dafür bestens geeignet. Was meinen Sie?

 
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Hans Mayrhofer

Hans Mayrhofer

DI Hans Mayrhofer studierte Agrarökonomie an der BOKU Wien und startete seine Laufbahn als agrarpolitischer Referent im Niederösterreichischen Bauernbund. Anschließend managte er als Büroleiter das Rektorat an der Universität für Bodenkultur Wien und wechselte von dort im Sommer 2011 ins Büro von Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich. Seit Juli 2012 ist Mayrhofer im Ökosozialen Forum tätig, wo er unter anderem die Wintertagung, die größte agrarische Informations- und Diskussionsveranstaltung in Österreich, betreute. Seit 1. 1. 2014 ist Mayrhofer Generalsekretär des Ökosozialen Forums. An den Wochenenden kümmert er sich um seinen landwirtschaftlichen Betrieb im niederösterreichischen Lichtenegg. Seine Leidenschaft gilt darüber hinaus dem Reisen in ferne Länder..

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