Strom aus Biomasse wächst einfach nach

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    Lange hat es gedauert, bis die politischen Entscheidungsträger die „kleine“ Ökostromgesetz-Novelle diesen Sommer beschlossen haben.

    Der Biomasse-Branche und hier insbesondere den Heizkraftwerken haben die Änderungen aber nicht geholfen.

Das bestehende Ökostromgesetz regelt weiterhin nicht die Zeit nach dem Tarifende von 13 Jahren – demnach laufen 2017 19 Anlagen aus, 2018 sind es 23 und 2019 sogar 46, etc.. Der ursprüngliche Plan (rund um das Jahr 2003) war, die Tarife nach Ablauf wieder anzupassen und zu verlängern. Daran können sich aber heute nur mehr wenige erinnern. Ein wirtschaftliches Überleben bei einem Marktpreis von 3 Cent/kWh ist für die Werke unmöglich. Damit stehen 6.400 regionale Arbeitsplätze und 6,5 Milliarden Kilowattstunden erneuerbarer Energie in Form von Strom und Wärme am Spiel. Betroffen sind in Summe 133 Anlagen. Deshalb startet der Österreichische Biomasse-Verband mit Kooperationspartnern die Infokampagne „Strom aus Biomasse“, um auf die Bedeutung und Notwendigkeit des Ökostroms aus Biomasse hinzuweisen und fordert im gleichen Atemzuge von der Politik eine Zukunftsperspektive im Rahmen der „großen“ Ökostromgesetz-Novelle, die nach den Wahlen beschlossen werden sollte (bzw. muss).

Grundsätzlich werden in der Diskussion über Biomasse-Heizkraftwerke (und allen voran beim Strompreis) Äpfel mit Birnen verglichen. Der Strom aus Biomasse ist ein rohstoffabhängiger (kein witterungsabhängiger wie PV und Wind) und steht rund 8.400 Stunden im Jahr zur Verfügung – ist also grundlastfähig und dadurch anders zu bewerten. Alle Heizkraftwerke produzieren auch gleichzeitig Wärme. Rund 20% der heimischen Fernwärme wird durch Biomasse-KWK-Anlagen bereitgestellt. Der durchschnittliche Tarif (bei Neubauten) über alle Leistungsklassen beläuft sich bei rund 13 Cent. Nicht abgeschriebene (genauso grundlastfähige) Gaskraftwerke brauchen rund 8 Cent/kWh (siehe gescheitertes Projekt in Mellach), um „wirtschaftlich“ zu produzieren – ohne Kosten für Umweltschäden durch den Klimawandel einzubeziehen. Neue Atomkraftwerke brauchen mindestens 11 Cent (siehe Hinkley Point), wiederum ohne die Kosten für die Versicherung und Abwrackung zu kalkulieren. Für beide trägt diese Kosten die Allgemeinheit. Die Folgen für die Österreicher sind Klimaschäden in der Höhe von jährlich bis zu 8,8 Mrd. Euro!

Wenn die österreichische Bevölkerung sowie die politischen Entscheidungsträger einen grundlastfähigen Ökostrom möchten, braucht es die Biomasse. Dafür müssen im Augenblick rund 5 Cent/kWh mehr bezahlt werden als für Strom aus Gas, wenn nicht, dann müssen stattdessen wieder Kohle- und Gaskraftwerke und/oder enorme Speicherkapazitäten gebaut werden. Ich bin davon überzeugt, dass die zusätzlichen 5 Cent gut investiert sind: Es wird heimische Wertschöpfung generiert und nicht beispielsweise nach Russland exportiert; die Wälder, in denen wir spazieren/wandern gehen, werden gepflegt (Stichwort Schadholz/Borkenkäfer) und die Ressourcen sinnvoll sowie nachhaltig genutzt; gleichzeitig wird der Klimawandel bekämpft …

Was will man mehr? Wie sehen Sie das? Falls Sie die Biomasse-Branche unterstützen wollen, einfach einen lustigen oder informativen Beitrag auf der facebook-Seite @stromausbiomasse mit Ihren Freunden teilen!

Link: www.stromausbiomasse.at

 
About the Author

Antonio Fuljetic-Kristan

Antonio Fuljetic-Kristan

DI Antonio Fuljetic-Kristan ist seit 2010 Pressesprecher des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Chefredakteur der Zeitschrift ökoenergie. Er studierte Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien und hat sich im Rahmen postgradualer Lehrgänge ein Fachwissen in Öffentlichkeitsarbeit und Exportmanagement angeeignet. Mit seiner Gattin und dem fünfjährigen Sohn bestreitet er den Alltag und wandert am liebsten mit seinem Hund in seiner Heimat – dem Wienerwald.

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