Bitte Hausaufgaben auch in den Ferien machen!

  • Jetzt geht sie wieder los, die Hauptreisezeit von Frau und Herrn Österreicher. Topdestination ist das eigene Land (erst dahinter folgen Italien und Kroatien) – laut Umfrage des ÖAMTC plant heuer ein Fünftel einen Urlaub innerhalb der Landesgrenzen.

Die Beliebtheit Österreichs als Urlaubsort kommt nicht von ungefähr, sind wir doch besonders stolz auf die landschaftliche Schönheit unseres Landes (78 % der Österreicher sind stolz darauf, nur übertroffen vom sauberen Trinkwasser, auf das 84 % stolz sind). Grund dafür ist unter anderem die hohe Umweltqualität.

Auch wenn durchwegs noch Verbesserungspotential vorhanden ist, steht Österreich in Sachen Umwelt- und Naturschutz nicht so schlecht da. Die Luftqualität und der ökologische Zustand der Fließgewässer haben sich in den letzten Jahren verbessert, Treibhausgas-Emissionen und Schadstoffbelastungen sinken, der Anteil erneuerbarer Energieträger und die Ressourceneffizienz steigen, die Recyclingquoten sind hoch und die Umweltwirtschaft wächst.

Erst im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich im deutschsprachigen Raum der Naturschutzgedanke. Der Verlust von vertrauten Kulturlandschaftsflächen war so etwas wie die Initialzündung. Die Kulturlandschaft – der maßvolle Umgang mit der Natur – stand im Gegensatz zum stärker werdenden Raubbau an der Natur. Mittlerweile sind Natur- und Umweltschutz nicht nur in der breiten Öffentlichkeit, sondern auch in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften angekommen. So berechnen beispielsweise Ökonomen den Wert von Natur bzw. von den Leistungen, die durch Ökosysteme zur Verfügung gestellt werden. Eine deutsche Forschergruppe setzte beispielsweise 2009 den weltweiten Wert der ökologischen Dienstleistung durch Bestäubung auf rund 350 Milliarden US-Dollar an. Das entsprach dem Wert bestäubungsabhängiger Agrarprodukte. Trotz berechtigter Kritik an einem solchen Vorgehen lässt sich mit diesem Ansatz darstellen, wie wichtig die Natur und eine intakte Umwelt für uns Menschen (und letztlich auch für die Wirtschaft) ist.

Die derzeit wohl drängendste Gefahr für die Natur ist der Klimawandel. Das gesamte Ausmaß der Auswirkungen ist noch nicht wirklich abschätzbar, auch die Kosten nicht. Auch wenn der amerikanische Präsident sich nicht mehr länger an die Vereinbarung des Klimagipfels von Paris gebunden fühlt, sollten wir Europäer unsere Hausaufgaben machen. Ich bin überzeugt, wenn wir das klug angehen, macht sich das langfristig auch ökonomisch bezahlt.

 
Über den Autor

Hans Mayrhofer

Hans Mayrhofer

DI Hans Mayrhofer studierte Agrarökonomie an der BOKU Wien und startete seine Laufbahn als agrarpolitischer Referent im Niederösterreichischen Bauernbund. Anschließend managte er als Büroleiter das Rektorat an der Universität für Bodenkultur Wien und wechselte von dort im Sommer 2011 ins Büro von Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich. Seit Juli 2012 ist Mayrhofer im Ökosozialen Forum tätig, wo er unter anderem die Wintertagung, die größte agrarische Informations- und Diskussionsveranstaltung in Österreich, betreute. Seit 1. 1. 2014 ist Mayrhofer Generalsekretär des Ökosozialen Forums. An den Wochenenden kümmert er sich um seinen landwirtschaftlichen Betrieb im niederösterreichischen Lichtenegg. Seine Leidenschaft gilt darüber hinaus dem Reisen in ferne Länder..

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