Green Logistics

  • Logistikprozesse sollen zukünftig sowohl ressourceneffizienter als auch umweltgerechter gestaltet werden. Dies leitet sich insbesondere aus den im EU-Weißbuch Verkehr von 2011 festgelegten Zielsetzungen ab. Darin wird eine CO2-freie Stadtlogistik bis 2030 und ein gänzlicher Verzicht von konventionellem Kraftstoff im Stadtverkehr bis 2050 festgehalten.

Im Nationalen Strategierahmen “Saubere Energie im Verkehr“ von November 2016 steht geschrieben, dass der Güterverkehr etwa die Hälfte der Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors verursacht. Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (Abk. BMVIT) engagiert sich daher im Rahmen der Umsetzung der Maßnahmen des Logistikaktionsplans, der den Gesamtverkehrsplan im Bereich Güterverkehr und Logistik weiterentwickelt, auch für die Erhöhung des Anteils alternativer Antriebe in diesem Sektor.

Als Maßnahme und Best-Practice Beispiel wird in dem Strategierahmen beispielsweise das Council für nachhaltige Logistik (Abk. CNL) erwähnt, welches im Folgenden näher beschrieben wird.

Das Council für nachhaltige Logistik ist an der Wiener Universität für Bodenkultur situiert und vereint 17 große Unternehmen aus dem Bereich Handel, Logistik und Produktion, darunter die wesentlichen Supermarktketten in Österreich. Das CNL organisiert gemeinsam mit Vertretern des Bundes und der Städte Logistikdialoge, um bis 2030 eine CO2-freie Stadt-Logistik zu erreichen. Ziel ist es, geeignete Rahmenbedingungen zu entwickeln um den Einsatz von E-Nutzfahrzeugen und Investitionen in den Städten zu fördern.

Darüber hinaus arbeiten CNL-Mitgliedsunternehmen mit dem Lkw-Hersteller MAN an der Fertigung von Elektro-Lkw am Standort Steyr. Ab Ende 2017 werden elektrisch angetriebene Lkw bei Anwendungen im täglichen Einsatz erprobt. Die Elektro-Lkw der Vorserie sollen eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern bei optimalen Verhältnissen – bei schlechten Bedingungen rechnet man eher mit 120 Kilometern – und eine Schnellladedauer von einer Stunde haben. Der CO2-Ausstoß gegenüber einem Dieselfahrzeug werde um 40 Prozent reduziert, der Lärm um 19 Prozent auf 65 Dezibel.

Mit einem emissionsarmem Personen- und Güterverkehr beschäftigen sich darüber hinaus auch eine Reihe von BMVIT geförderten Forschungsprojekten im Bereich Elektromobilität und Logistik. Hierzu zählen unter anderem die Leuchtturmprojekte EMILIA, SEAMLESS und LEEFF.

Das Programm „Leuchttürme der Elektromobilität“ fördert Technologien zur Effizienzsteigerung sowie innovative Entwicklungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Elektromobilität. Die Projektabwicklung liegt bei dem Klima- und Energiefonds gemeinsam mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (Abk. FFG) und dem BMVIT.

LEEFF – eine Abkürzung für Low Emission Electric Freight Fleets – beschäftigt sich beispielsweise mit dem städtischen Lieferverkehr und dessen Potenzial zur Emissionsentlastung. Dabei steht ein innovatives und effizientes Flottenmanagement im Zentrum. Der Projektstart war im April 2016 und erstreckt sich über 3 Jahre.
Die Arbeit des Council für nachhaltige Logistik sowie die Bestrebungen der Politik im Bereich Verkehr zeigen mir, dass die Forderungen des Klimaabkommens von Paris umgesetzt werden.

Council Nachhaltige Logistik

BMVIT Strategierahmen

 
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Über den Autor

Alexandra Göd

Alexandra Göd

Alexandra studiert Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der Universität für Bodenkultur Wien. Durch ihr interdisziplinär angelegtes Studium hat sie gelernt, dass die komplexen globalen Herausforderungen dieser Zeit nur mit einem ganzheitlichen Blick verstanden werden können. Um aktiv einen Beitrag zu leisten und das Gelernte in die Praxis umzusetzen, engagiert sie sich seit November 2014 beim Ökosozialen Studierendenforum (Abk. ÖSSFO) und seit September 2016 ist sie Vorstandsvorsitzende. Ganz nach der Vision des ÖSSFO -Eine global gerechte Gesellschaft, die sich im Einklang mit der Umwelt entwickelt- richtet sie ihr Handeln aus. Diese Vision vereint ihrer Meinung nach die drei Nachhaltigkeitsdimensionen: Ökologische Verantwortung und soziale Gerechtigkeit sind das Fundament, auf der eine (wirtschaftliche) Entwicklung aufbaut.

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