Die Kosten von Photovoltaikanlagen in Österreich 2017

  • Preise und Kosten Photovoltaik in Österreich 2017

  • Die Kosten für Photovoltaik sind stark gefallen. Hier ein Überblick über die historische Entwicklung und die aktuellen Preise und Kosten.

Wie im letzten Artikel versprochen, gibt es nun endlich mal wieder einen Artikel zu den Photovoltaikkosten in Österreich. Die TU-Wien hat die Preise aus den Studien zudem recht klug aufgeteilt und eine neue Preisformel entwickelt, die ich euch hier erklären werde. Vielen Dank nochmal an Hans Auer, Andreas Fleischhacker und Bernadette Fina von der TU-Wien, für die Zurverfügungstellung der Grafiken und Informationen aus der Studie.

Wo wir herkommen – Historische Preisentwicklung der Photovoltaik

 Investitionskosten Photovoltaik 2016 Quelle: TU-Wien
Photovoltaikanlagen Preise seit 2006-2014, Kosten Photovoltaik

Quelle: BSW Solar – Photovoltaikpreise Deutschland bis 2014

Bevor ich euch die aktuellen Zahlen zeige, möchte ich noch einmal mit aller Deutlichkeit auf die Ausnahmeentwicklung der Photovoltaik hinweisen. In meinen Vorträgen erkläre ich immer anhand meiner persönlichen Geschichte, wo wir eigentlich herkommen, nämlich von einem der teuersten Energieträger zu einem der günstigsten. Leider ging das so flott, dass die Gesellschaft nicht so schnell mitgekommen ist. In der Photovoltaik spricht man immer von €/kWp wenn es um Preisvergleiche geht und als ich 2008 in die Branche gekommen bin, waren es noch sage und schreibe knappe 5.000 €/kWp. Das war wirklich ein Vermögen und die Energieversorger haben aus ihrer Sicht zurecht gemault, wie man nur eine so teure Technologie fördern könnte. Das hat sich im Laufe der letzten Jahre jedoch drastisch verändert und 2009 setzte ein rapider Preisverfall ein, der bis 2013 andauerte. Seitdem gibt es jährlich kaum signifikante Preisänderungen und die Preise orientieren sich nun eher an der Nachfrage am Weltmarkt. Wenn gerade viel gebaut wird, gehen die Preise sogar kurzfristig wieder nach oben. Die obige Grafik endet mit dem ersten Quartal 2014 mit 1.640 €/kWp für Kleinanlagen bis 10 kWp. Das ist wirklich unglaublich was da passiert ist und ich bin stolz darauf das alles miterlebt zu haben, aber all das jetzt weiter zu erzählen würde hier wohl den Rahmen sprengen. Nun also zu der Preisstudie aus Österreich.

Photovoltaik-Preise in Österreich

Wie auch schon im letzten Artikel erwähnt, habe ich früher das Photovoltaikzentrum bei der Preisstudie in Österreich unterstützt und selber an diesen Studien mitgearbeitet. Seitdem der deutsche Markt zusammengebrochen ist, gibt es auch immer weniger Dienstleistungsunternehmen in diesem Bereich und daraus folgend weniger Studien dazu. Deshalb bin ich sehr froh, dass in Österreich zumindest noch geringe Forschungsgelder zur Verfügung stehen, um sich dem Thema zu widmen.

Aufteilung in fixe und variable Kosten von Photovoltaik

Die Kollegen der TU haben eine sehr schlaue Einteilung geschafft und die Investitionskosten in fixe und variable Anteile geteilt. Die Fixkosten von ca. 3500 € für Genehmigungen, Projektentwicklung usw. kommen bei kleineren Anlagen natürlich stärker zum Tragen als bei größeren Anlagen. Die variablen Investitionskosten betragen laut Studie 1.038 €/kWp. Mit diesem Modell kommt man auf folgende Anlagenkosten.

30 kWp: ca. 35.000 €

20 kWp: ca. 24.200 €

10 kWp ca. 13.800 €

Investitionskosten Photovoltaik 2016 Quelle: TU-Wien

Behördenauflagen verteuern Anlagen unverhältnismäßig

Bei den größeren Anlagen sieht man einige Ausreißer nach unten und nach oben, was meiner Meinung nach nicht an den Unternehmen, sondern an den behördlichen Auflagen liegt. Leider herrscht hier sehr oft Willkür. Den ärgsten Fall kenne ich von einem bekannten Großunternehmen, bei dem die behördlichen Auflagen bei einer wirklich großen Anlage mehr als 200 €/kWp – 300 €/kWp ausmachten und in die 10.000e ging. Auch hier besteht dringender Handlungsbedarf. In vielen Bundesländern sind Photovoltaikanlagen von der Betriebsanlagengenehmigungsänderung befreit und es wäre sehr wichtig, diese Befreiung im Bundesgesetz zu verankern wie ich auch hier schon mit Dr. Schwarzer diskutiert habe. Eine Bau- und elektrizitätswirtschaftliche Genehmigung ist völlig ausreichend, weil da dann auch Profis als Sachbearbeiter am Werk sind.

Natürlich ist das hier oben trotz allem nur ein Richtwert und viele Variablen spielen bei der Preisgestaltung mit. Auch Zusatzkosten für Monitoring oder Internetanschluss können gleich mal noch deutlich dieses Bild verändern. Jetzt wo die Module nicht mehr der große Preistreiber sind andere Faktoren wie der Zustand der Hauselektrik und des Daches, deutlich größeren Einfluss auf den Preis der Anlage haben, als das früher der Fall war.

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. Seit 2012 ist sie Chefredakteurin des von der Ritter Gruppe initiierten Solarthermieblogs Ecoquent-Positions und Mitbegründerin des größten deutschsprachigen Energiebloggerzusammenschlusses www.energieblogger.net. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die größte Einkaufsgemeinschaft für Unternehmen www.tausendundeindach.at und hält laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien.

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