Klimafonds startet Schwerpunkt für Sonnenhäuser und Solarthermiekraftwerke

  • Solarthermie Förderung 2016

    Solarthermieoffensive des Klimafonds (c) Pavlo Vakhrushev/123RF

  • Alles über die neue Förderung des Klimafonds. Mit der Solarthermieoffensive werden mit 3,9 Mio. Euro solarthermische Großanlagen und Sonnenhäuser mit über 70% Deckungsgrad gefördert.

Wir haben in den letzten Monaten über die Herausforderungen der Solarthermiebranche informiert. Die Potenziale sind vor allem im Bereich der Fernwärme, in der Industrie und bei Neubauten mit wirklich hohem Solaranteil gigantisch, aber der Ausbau ist aufgrund vieler Gründe rückläufig. Einer ist der niedrige Energiepreis. Wärme ist so günstig wie nie und und die fossile Branche weiß die Kunden mit Lockangeboten zu umgarnen um sie weitere 20 Jahre an eine veraltete Energieform zu binden (Siehe Was ist der Lock-In Effekt bei Ölheizungen?). Der Klimafonds bietet mit seinen Angeboten da ein gewisses Gegengewicht. Kürzlich wurde ein besonders spannendes solares Förderpaket geschnürt. 3,9 Millionen stehen für Unternehmen, Gemeinden und Privatpersonen zur Verfügung. Das besondere ist hier, dass es vor allem um jene Geschäftsfelder handelt, die in den letzten Jahren nicht vom Fleck gekommen sind, aber in Wahrheit genau die Anwendungsfelder sind, die die Zukunft der Branche bestimmen werden.

  • Solare Großanlagen: Neuausrichtung des Förderprogramms ermöglicht Anlagen bis zu 10.000m2. Zielgruppe: Betriebe und Gemeinden.

 

  • Demoprojekt Solarhaus: Förderung solarer Ein- und Zweifamilienhäuser, die im Sommer und Winter mit der Sonne bis zu 100% beheizt werden können.

 

Solare Großanlagen – gelingt jetzt der Durchbruch?

Solare Großanlagen können Konkret fördert der Klima- und Energiefonds große Solaranlagen bis 10.000 m2 in vier Schwerpunkten. Wirklich toll finde ich, dass die Förderung endlich auf den tatsächlichen Ertrag abzielt und nicht auf die Quadratmeter. Ich konnte leider nirgends finden, wie der prognostizierte Ertrag errechnet wird aber nehme an, dass das im Simulationsprogramm nachgewiesen werden muss.

  • Solare Prozesswärme in Produktionsbetrieben 700,- MWh
  • Solare Einspeisung in netzgebundene Wärmeversorgung 550,-/MWH
  • Hohe solare Deckungsgrade in Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben 950,-/MWH
  • Neue Technologien und Innovative Ansätze (Keine Begrenzung

Diese Summen können sogar noch erhöht werden, wenn eine Begleitforschung mitgeplant wird.

Bis zu € 750.000,-  Förderung vor allem für Gemeinden spannend

Im Leitfaden zur Förderung wird gut erklärt, wie die Förderung aufgebaut ist (hier lang). Dabei findet man auch, dass die Maximalsumme sogar 750.000,- beträgt und diese Summe nur von Großprojekten für solare Fernwärme ausgeschöpft werden könnte. Ein Beispiel wie eine solche Anlage aussehen könnte steht in Wels (Detailbeschreibung hier). Die 3400 m2 große CPC-Anlage war damals die größte seiner Art und würde heute für 1300 MWh Ertrag/Jahr € 715.000,- Förderung erhalten. Bei Kosten von damals 2 Mio. Euro wäre das schon ein ganz schöner Anteil und würde Wärmegestehungskosten, die mit den fossilen definitiv mithalten können und für die nächsten Jahre gesichert sind.

Sehr gut für weitere solche Beispiele finde ich das  Portal Solare Großanlagen.  Leider gibt es viel zu wenige Projektentwickler in Österreich, die solche Projekte aufsetzen können. Bei weiteren Förderungen sollte man diesem Umstand eventuell auch Rechnung tragen. Ein kleines Installationsunternehmen, kann sich die Projektierung eines solchen Millionenprojektes vorab meistens nicht leisten, und bei der unsteten Energiepolitik nimmt auch niemand das langjährige Risiko auf sich. Wenn klar wäre, dass Österreich diesen Bereich wirklich ausbauen möchte, gäbe es sicher einige, die sich in diesen Bereich begeben.

Solarhäuslbauer aufgepasst! Jetzt wird’s spannend!

Gefördert werden außerdem innovative solarthermische Anlagen im Ein- und Zweifamilienhaus, die mindestens 70 Prozent des Gesamtwärmebedarfs decken. Ist eine Zusatzheizung erforderlich, werden Holzheizungen und Wärmepumpen gefördert. Eine Gas- oder Ölheizung als Zusatzheizung ist nicht erlaubt. Die Förderung erfolgt durch Investitionszuschüsse.

Die Sonnenhausförderung 2016 im Überblick

Förderung Sonnenhaus 2016 - (c) Klimafonds

Förderung Sonnenhaus 2016 – (c) Klimafonds

Der Fördersatz liegt bei maximal 50 % der umweltrelevanten Investitionskosten und wird nach dem Heizwärmebedarf des Gebäudes (HWB) bemessen. Die Förderung je Einzelprojekt (Solaranlage und Zusatzheizung) ist mit insgesamt 12.000 Euro begrenzt. Für Projekte, welche für die Begleitforschung ausgewählt werden, erhöht sich die maximale Förderung auf 17.000 Euro.

Ich habe mal nachgefragt wie man sich für die Begleitforschung sichert. Die Projekte werden vorab auf folgende Punkte geprüft und die besten in die Begleitforschung aufgenommen. Vorab wird beim Beratungsgespräch definiert welche Sensoren man einbauen muss, um danach das Monitoringsystem nicht noch nachreichen zu müssen. Ich würde in jedem Fall versuchen in das Begleitprogramm zu kommen, da dadurch auch für einige Jahre die Anlage professionell überwacht wird.

  • Relevanz des Vorhabens in Bezug auf die Ziele des Förderprogramms und des Klima- und Energiefonds (insbesondere Potenzial zur CO2-Einsparung)
  • Innovationsgehalt des Projekts (insbesondere technische und planerische Qualität, Erkenntnisgewinn für die Begleitforschung)

 

  • ökonomisches Potenzial und technische Multiplizierbarkeit

Den Leitfaden für die Sonnenhausförderung und alle weitere Infos finden Sie hier. Ich sehe gerade in diesen beiden Feldern die größten Potenziale.

Bilder (c) Klimafonds/Pavlo Vakhrushev

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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