Was ist die ideale Größe für einen Batteriespeicher?

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  • Bei der Intersolar in München ging es vor allem um das Thema Batteriespeicher. Cornelia Daniel interviewte dazu einen der Top Experten in Deutschland. Dr. Gutsch vom Karlsruher Institut für Technologie.

Wie letzte Woche im Artikel über die Intersolar versprochen, kommt heute der Artikel zu den Energiespeichern. Wir haben bei der Intersolar eine kleine Interviewserie mit Experten aus der Branche gestartet und ich durfte kurzerhand Interviewerin spielen. Wie so oft kann ich mich selbst sowas von üüüberhaupt nicht im Video ansehen, aber der Sache wegen, stell ich die Videos trotzdem online.  Dank SMA hatten wir einen tollen Kameramann und dank HD-Auflösung sieht man jeden noch so kleinen Makel ;-).

Im ersten Video interviewe ich Dr. Andreas Gutsch vom Karlsruher Institut für Technologie, welcher seit über 4 Jahren Batteriespeicher beforscht. Die Fragen waren:

  • Macht es jetzt schon Sinn in Speicher zu investieren?
  • Rechnen sich Batteriespeicher schon?
  • Wie viel kostet die gespeicherte Kilowattstunde Sonnenstrom?

27ct/kWh für gespeicherten Sonnenstrom?

Die Antworten auf die oben gestellten Fragen schaut ihr euch am besten im Video selbst an. Für mich als Gestehungskostenfan war natürlich eine Aussage besonders interessant. Erstmals etabliert sich ein ungefährer Wert, wie viel die gespeicherte Kilowattstunde kostet. Dieser liegt jetzt anscheinend bei etwa 27 ct/kWh. Da in Österreich deutlich und 20ct/kWh für Strom bezahlt wird, ist es in Österreich noch nicht wirtschaftlich, was ich auch meinen Kunden immer sage. Ich merke aber immer mehr, dass Speicher eine andere Dynamik haben als Photovoltaik. Mit dem Speicher kommt ein neuer Wert ins Spiel: Unabhängigkeit. Unabhängigkeit hat keinen Preis. Autos sind zum Beispiel das ultimative Unabhängigkeitssymbol. Deshalb können dort utopische Preise verlangt werden und keiner fragt ob sich ein Auto jemals rechnet. Bei den Speichern sieht man derzeit eine ähnliche Entwicklung. Menschen die Geld übrig haben, leisten sich diesen ersten Schritt in Richtung Unabhängigkeit.

Welches System hat sich Dr. Gutsch gekauft??

Wer das Video aufmerksam ansieht, wird erkennen wie überrascht ich war, als Dr. Gutsch meinte, er hätte direkt dort bei der Messe die Entscheidung für ein bestimmtes Batteriesystem getroffen. Das machte mich natürlich unglaublich neugierig, weil ich wissen wollte für welches System sich ein Mensch entscheidet, der sich vier Jahre lang mit nichts anderem auseinandergesetzt hat. Zuerst hat er sich sehr geziert, aber bei der Standparty am Abend konnte ich ihm die Info dann doch entlocken. Ich werde das natürlich hier jetzt nicht veröffentlichen. Das wäre etwas zu viel der Werbung. Gerne erzähle ich es euch aber Face2Face oder per Mail.

Anlage so groß wie das Dach hergibt?

Im zweiten Interview spreche ich mit dem  Photovoltaikexperten Thomas Seltmann und frage ihn auch, was für ihn die perfekte Anlagengröße wäre. Im Gegensatz zu Dr. Gutsch plädiert er für eine größtmögliche Anlage und nicht auf eine eigenverbrauchsoptimierte Anlage, wobei man wissen muss, dass in Deutschland eben noch uneingeschränkt die Möglichkeit zu Einspeisetarifen besteht und nicht, wie bei uns in Österreich, ein Lotteriespiel veranstaltet wird. Deshalb muss man diese Aussage aus einer deutschen Brille betrachten. Aber sehet selbst.

Was ist nun die perfekte Speichergröße?

Last but not least die Antwort auf die im Titel gestellte Frage. Dr. Gutsch beantwortete diese mit folgender Faustformel:

In einem Vier-Personen-Haushalt wird im Normalfall die ideale Anlagegröße mit 3-4 kWp beziffert, welche mit einem Speicher mit der Speicherkapazität von 4-6 kWh kombiniert wird. Natürlich ist jedes Haus anders, weshalb man natürlich eine genaue Anlagenplanung vornehmen muss.

Damit das ganze etwas greifbarer wird. So eine kleine Anlage produziert im Sommer etwa 20-30 kWh und davon hole ich mir einige kWh in die Abendstunden oder in die Zeit wo keine Sonne scheint. Am Abend braucht ein Haushalt im Normalfall nur wenige kWh um seinen „Betrieb“ zu gewährleisten.

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About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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