Der erste Crowdfunding Photovoltaikpark geht online

Lesedauer: 4 Minuten
  • Lange ist es her, dass ich mit Michael Richter ein Interview hier führte. Nun gibt es aufgrund eines erfreulichen Anlasses ein weiteres. Bislang konnte man nur mit einer dicken Geldtasche (Mindestinvest: 50.000,-) bei den Solarparks von Sonneninvest investieren.

Genau heute wird das erste Projekt über Crowdfunding finanziert und man ist schon ab 250,- dabei. Am Tag es Launches habe ich ein Exklusivinterview mit Herrn Richter, dem Geschäftsführer der Solarpark Langenbogen GmbH & Co. KG und Vorstandsvorsitzender der Sonneninvest AG, bekommen.

Cornelia Daniel-Gruber: Bisher konnten bei der Sonneninvest AG nur institutionelle Investoren veranlagen. Seit heute ist ein Investment über Crowdfunding bei Econeers für Investoren bereits mit 250 Euro möglich. Wie kommt es, dass Sie über Econeers erstmals Investoren mit einem geringeren Budget ansprechen möchten?

Michael Richter: Es war mir immer ein Anliegen, innovative Anlagemöglichkeiten einem breiten Publikum zugänglich zu machen. In meinem letzten Unternehmen hatten wir 35.000 Investoren. Crowdfunding finde ich sehr spannend, weil wirklich jeder auch mit einem kleinen Betrag zum Investor werden kann. Es würde mich sehr freuen, wenn wir über Crowdfunding rund 1000 Anleger für Sonnenenergie und die Energiewende gewinnen könnten.

Cornelia Daniel-Gruber: Welche Gründe sprachen für die Crowdfunding Plattform Econeers, wieso haben Sie gerade diese Plattform gewählt?

Michael Richter: Wir haben mit mehreren Crowdfunding Plattformen gesprochen und uns für den deutschen Marktführer im Bereich „grüne Investments“ entschieden. Die Econeers – Muttergesellschaft Seedmatch hat über 25.000 registrierte Nutzer, wir können hier sehr viele potentielle Investoren erreichen.

Cornelia Daniel-Gruber: Seit Februar 2014 sind Sie Betreiber des Solarparks in Langenbogen bei Halle (Saale). Warum haben Sie sich gerade für diese Anlage entschieden?

Michael Richter: Wir analysieren im Jahr ca. 100 Photovoltaik-Kraftwerke in Deutschland. Das Kraftwerk in Langenbogen hat uns von Anfang an aufgrund seiner Leistungsfähigkeit und dem Einsatz hochwertiger Komponenten beeindruckt. Nach dem technischen Bericht und der rechtlichen Überprüfung haben wir uns zum Kauf entschlossen. Der bisherige Verlauf lässt für das Geschäftsjahr 2013/2014 mit über 1 Mio. kWh  einen Rekordwert beim Stromertrag erwarten. Ich bin absolut überzeugt, dass der Solarpark auch langfristig überdurchschnittliche Erträge erzielen wird.

Cornelia Daniel-Gruber: Wie kommt es, dass Sie als Österreicher ausschließlich in deutsche Solaranlagen investieren? Wie unterscheiden sich der deutsche und der österreichische Solarmarkt?

Michael Richter: In Österreich gibt es kein EEG, die Stromlobby in Österreich hat dies immer verhindert. Kleine Privatanlagen werden gefördert, größere Anlagen sind in Österreich aber unerwünscht. Ein Betrieb von größeren Photovoltaikkraftwerken ist in Österreich zur Zeit schwierig. Energiepolitisch wurde in den letzten Jahren in Deutschland leider auch vieles falsch gemacht. Photovoltaik boomt weltweit, die Politik hat der deutschen Solarbranche schweren Schaden zugefügt. Unabhängig davon wird die Photovoltaik ihren weltweiten Siegeszug aber meiner Einschätzung nach fortsetzen.

Cornelia Daniel-Gruber: Warum sollten die Investoren in Ihre Anlage investieren? Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Argumente für das Projekt?

Michael Richter: Mit diesem profitieren Anleger von einem bereits am Netz befindlichen, profitablen Solarpark. Dafür erhalten Sie mindestens 4,5 % Zinsen im Jahr, bei höherer Sonneneinstrahlung bis zu 5 %. Schnellentschlossene sichern sich zusätzlich noch 1,5 % Bonus für das erste Geschäftsjahr. Ein umfangreiches Versicherungspaket, höchste Sicherheitsstandards wie 24-Stunden Videoüberwachung und die hohe Qualität aller eingesetzten technischen Komponenten zählen zu den Hauptargumenten, die für den Solarpark Langenbogen sprechen. Abschließend erscheint es mir auch sehr wichtig, dass möglichst viele Menschen durch ein Investment in das Photovoltaik-Kraftwerk Teil der Energiewende werden.

Cornelia Daniel-Gruber: Wo erhalten interessierte Investoren Detailinformationen über den Solarpark bzw. das Investment?

Michael Richter: Detailinformationen gibt es bei der Crowdfunding-Plattform Econeers. Einen guten Überblick gibt es auch in unserem aktuellen Video.

Selbstverständlich können sich Interessenten gerne auch mit Fragen an mich wenden unter richter@sonneninvest.com oder uns auf der Intersolar am Stand A2.270 persönlich kennen lernen.

Cornelia Daniel-Gruber: Vielen Dank für das Gespräch! Bin gespannt wie sich der Park entwickelt und werde das weiterverfolgen und schauen wie schnell er ausverkauft ist, es sind ja am ersten Tag echt schon einige zusammengekommen! Ich finde es sehr traurig, dass sowas derzeit nur in Deutschland funktioniert. Vielleicht findet unserer Regierung doch irgendwann zur Vernunft und blockiert die Entwicklung nicht weiter unnötig.

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin, Speakerin & Autorin. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

2 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.