Strache outet sich öffentlich als Klimawandelleugner!

Lesedauer: 4 Minuten
  • Per Zufall, bin ich gerade über das ORF-Wahlduell gestolpert. Ich schaue eher selten, weil die Politiker meist eh nichts sagen und Energiepolitik im Wahlkampf ohnehin inexistent ist. Klar, mit Enegiepolitik lassen sich Wahlen halt nicht so leicht gewinnen. Umso hellhöriger wurde ich als Ingrid Thurnher das Thema Klimawandel ansprach und eine Grafik hervorzauberte, in der weder Spindelegger (9%9 noch Strache (4%) Problemlösungskompetenz beim Thema Klimawandel zugesprochen wurde.

Sie wollte den beiden die Möglichkeit geben dieses Bild zu verBessern und wollte drei Maßnahmen hören, mit der sie das Problem angehen möchten. Strache durfte als erster antworten und katapultierte sich meilenweit ins out. Nachzuhören hier in der Mediathek.

Seit wann ist Strache ein Industrievertreter?

Es kommt, was man sonst nur von Industrievertretern oder erzkonservativen Republikanern hört. CO2-Reduktion vertreibt die Industrie und JETZT KOMMTS: Der Klimawandel ist naturgegeben. Eine solche Aussage wurde vielleicht vor 3-4 Jahren noch verziehen. Damals war ich selbst verzweifelt ob der sich gegenseitig widersprechenden „wissenschaftlichen“ Berichte und dem Umstand, dass man im Internet für jede Meinung eine dazupassende Studie fand. So war es relativ einfach das Thema als Ökodiktatur abzukanzeln. Die Welt hat sich seitdem aber ein wenig geändert und sogar Milliardäre wie Virgin Gründer Richard Branson kämpfen für das Thema. Deshalb gibt es hier eine kleine Nachhilfestunde. Diese Bilder waren übrigens heuer auch in den USA wo das böse C-Word (Climate Change) ja nichtmal ausgesprochen werden durfte, ein Wendepunkt in der öffentlichen Meinung. Ich nehme mal an, dass sie hier noch nicht so viele kennen.

The Consensus Project überzeugte sogar die Republikaner

  • Hier die Infos aus dem Consensus-Project als Zusammenfassung für jene, die glauben, dass wir uns noch in der Unsicherheitsepoche befinden. Sogar ich habe mich über die frappierende Mehrheit gewundert, da wie das untere Bild aufzeigt, die öffentliche Debatte einen ganz anderen Eindruck erwecken lässt. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass hier das schon öfter erwähnte „He-Says-She-Says-Problem“ auftaucht wenn in öffentlichen Debatte zur vermeintliche objektiven Berichterstattung immer „beide Seiten“ eingeladen werden und ein PR-Profi mit einem medienunerfahrenen Wissenschafter diskutiert. Das Ergebnis ist dann das oben erschienene Bild.

Eine Zukunftspartei muss hier eine ganz klare Linie haben

Ich bin keine Wissenschafterin und muss mich deshalb auf verlässliche Quellen verlassen können. Die Thematik ist so komplex, dass ich selbst die Daten nicht nachrechnen kann. Um in diesem Bereich aber Politik machen zu können, ist es aber unabdingbar hier eine klare Linie zu haben und eine Entscheidung zu treffen – Wollen wir etwas dagegen unternehmen, oder nicht? Wenn ja – dann aber richtig und um Gottes Willen keine österreichische Lösung, Kompromisse haben hier wirklich nichts verloren. Wenn auch nur ein kleiner Teil einer Partei dieses Thema ignoriert oder gar leugnet, ist es unmöglich die richtigen Maßnahmen zu setzen. Ich glaube auch, dass in den Großparteien noch keine eindeutige Richtung klar ist, sonst hätten wir in den letzten Jahren nicht so einen Stillstandskurs erlebt aber ich hoffe, dass sich eine neue Regierung auch mit neuen Daten beschäftigt. Spindelegger hat ja leider nur wieder die magere 34% Quote erwähnt, die Österreich tatsächlich ohne großartige Anstrengung erreichen wird, jedoch nicht annähernd das ist, was möglich und vor allem notwendig wäre und noch schlimmer so getan, als müssten die Oppositionspartei das lösen… War das etwa ein Koalitionsangebot? Die Welt hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert und auch bei den Wählern dreht sich die öffentlich Meinung. Bin jedenfalls gespannt wie viele Stimmen Strache dieser Gesichtsverlust kosten wird.

Das Datenmaterial zum Thema Klimawandel ist unfassbar groß. Wer noch weiter ein paar interessante Grafiken sehen will kann hier weiterlesen. Auch auf Wikipedia lohnt es sich reinzuschauen, da gibt es für jedes Lager eine Seite.

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin, Speakerin & Autorin. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

2 Comments

  1. Du gute Güte!
    Nach der Überschrift hab ich jedenfalls zu lesen aufgehört – bis jetzt.
    Denn jetzt hab ich die Überschrift nicht bemerkt, sondern die Grafik gelesen und – bei Teutates, das ist der Grund, warum uns immer noch der Himmel auf den Kopf zu fallen droht.
    Liebe Frau CD Gruber, das ist wohl einer der wichtigsten Beiträge des Jahrzehnts!
    Gratulaton!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.