++EILMELDUNG++ Deckel bei Photovoltaikförderung fällt!

Meilenstein der österreichischen Energiegeschichte beschlossen

  • Der Deckel fällt und die Sonne darf endlich raus!

     

  • Wir vermelden einen Meilenstein in der Österreichischen Energiegeschichte! Absolut zuverlässigen Quellen* zufolge, ist der sogenannte Deckel, welcher seit Jahren einen geregelten Ausbau im Bereich erneuerbaren Energie und vor allem  der Photovoltaik in Österreich verhindert, heute gefallen.

Bislang war es nur einer kleinen Minderheit möglich, einen Einspeisetarif für den von der Sonne produzierten Strom zu bekommen, nun freut sich der Staat über jeden Bürger und jeder Bürgerin, die beim Umbau des Energiesystems auf Erneuerbar mitarbeiten möchte, heißt es aus den zuständigen Stellen. Man hatte viele Jahre einfach nicht erkannt, welch enormes Wertschöpfungspotenzial in der Sonnenenergie steckt. Die Möglichkeit durch einen massiven Ausbau der Erneuerbaren durch die Bürger selbst, die Abwanderung von Kapital in energieproduzierende Länder zu verhindern, hatte man viele Jahre unterschätzt. Auch den Schub, den das österreichische Handwerk bekommen wird, hatte man aufgrund vieler Partikuarinteressen ausgeblendet. Diesen Fehler möchte man nun beheben, heißt es aus dem zuständigen Ministerium.

Solarlotterie als Ablenkungsmanöver

Wer die österreichische Energielandschaft verfolgt hat, wurde vermutlich auf die Pressemeldung letzte Woche aufmerksam bei der bekannt wurde, dass Österreich angeblich an einer Lotterie für die Solarförderung arbeite. Die Stelle, die dieses Gerücht in die Welt gebracht hatte, zeigte sich auf Nachfrage sehr überrascht, dass die Medien die Ente so einfach geschluckt hätten. Natürlich würde man so etwas Schwachsinniges nie in Erwägung ziehen. Die Nachricht diente lediglich als Ablenkungsmanöver vom richtigen Gesetz und sollte den medialen Boden für das Thema aufbereiten.

Weltweit einzigartiges Umlageverfahren entwickelt

Der größte Streitpunkt bei der Förderung erneuerbarer Energiequellen ist immer die Finanzierung dieser. Vor allem Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung waren die größten Gegner eines Umlageverfahrens, bei dem die kurzfristigen Mehrkosten für den Umbau des Systems auf jede kWh verbrauchten Stroms umgelegt wird, damit der Staatshaushalt nicht unnötig belastet wird. Umso erstaunlicher ist es deshalb, dass der aktuelle Vorschlag ein Produkt dieser beiden Institutionen ist.

Umlage nur auf dreckige Energie

Da die EEG Umlage in Deutschland auch ihre Macken hat und in Kombination mit dem CO2 Zertifikatehandel dazu geführt hat, dass Kohlestrom derzeit zu den günstigsten Energiequellen gehört, wollte man aus den Fehlern der Nachbarn lernen und ein noch besseres entwickeln, hieß es von der Erfinderin dieses Systems, die hier noch nicht genannt werden möchte. Wie gesagt, werden im deutschen System die Mehrkosten auf alle verbrauchten kWh aufgeteilt, egal ob diese erneuerbar oder fossil erzeugt wurden. Genau hier wolle man ansetzen. Es wäre nicht klug, auch erneuerbaren Strom mit der Umlage zu belasten. Deshalb wird in Österreich die Umlage nur auf nicht erneuerbaren Strom bezahlt. Mit einem Schlüssel werden die jeweils schmutzigsten Energieerzeugunsarten mit einem höheren Drecksumlage belegt, als die weniger schmutzigen. Dafür werden Studien, die die externen Kosten genau berechnen, herangezogen.

Der Lenkungseffekt, den diese Maßnahme auslösen wird ist enorm, ist man schon jetzt sicher. Viele Hauhalte würden vermutlich sofort auf einen Ökostromanbieter umsteigen und alle anderen Energieversorger würden alles daran setzen ihren Kraftwerkspark möglichst erneuerbar auszurichten. Nicht zu sprechen von der Industrie, die durch diese Maßnahmen endlich einen Business Case für Effizienzmaßnahmen bekommt. Dadurch, dass dreckiger Strom bislang für die Industrie nichts kostete, konnte man beim Controller nichtmal den Austausch einer Glühbirne rechtfertigen. Damit sei nun endlich Schluss freut man sich bei der Industriellenvereinigung. Die Umwälzung der Kosten von schmutziger Energie auf die Allgemeinheit, war dem Verein schon immer ein Dorn im Auge. Angst vor Abwanderung habe man nicht. Immerhin gibt es ja die Möglichkeit sich die Drecksumlage zu ersparen, wenn man Ökostrom einkauft oder eben selbst ein erneuerbares Kraftwerk hat.

EU überlegt dieses System statt der CO2 Zertifikate europaweit einzuführen

Trotz strenger Geheimhaltungsvereinbarungen ist die österreichische Idee schon nach Brüssel durchgesickert. Bei Erfolg in Österreich wäre es durchaus denkbar ein europäisches Modell einzuführen. Bis es die Drecksumlage europaweit gibt, sollen Länder die das „Österreichische Modell“ – wie es in Insiderkreisen schon genannt wird – von bestimmten EU-Zahlungen befreit werden.

Preise sollen auf deutsches Niveau gebracht werden

Die letzte Woche erschienene deutsche Studie über das Preisniveau österreichischer Solarstromanlagen gibt dem neuen System zusätzlichen Rückenwind. Durch die undurchsichtigen Stop-and-Go Fördermodelle, konnte sich in Österreich noch kein echter Marktpreis entwickeln, und die Preise sind auf deutlich höherem Niveau als im Nachbarland. Durch das barrierefreie System erwartet man sich auch starke preissenkende Effekte, da mehr Anlagen gebaut werden können und die teuren Einreichverfahren beim Endkunden nicht mehr verrechnet werden müssen. Auch alle Bundesländer machen sich mit vereinten Kräften für das neue System stark, man sieht eine einzigartige Chance für ganz Österreich und wolle nicht mehr nur Wahlzuckerl verteilen sondern echte Veränderung.

Boomjahre bis 2015

Das neue System wird einen wahren Investitionsboom auslösen und könnte dazu führen, dass die 2011 vorhergesagten Ausbauzahlen aus der Photovoltaikstudie Österreich/Deutschland tatsächlich erreicht werden. Jene für 2012 wurden bereits übertroffen, da es den einmaligen Abbau der Warteliste gab und 200 MWp gebaut wurden. Mit dem neuen Gesetzt steht den Boomjahren bis 2015 nichts mehr im Wege und das durch die PV-Austria definierte Ziel von 1000 MWp sollte einfach umzusetzen sein.

Drecksumlage auch für den Wärmebereich

Aufgrund der großartigen Resonanz auf dieses neue System überlegt man die Drecksumlage auch im Wärembereich einzuführen. Eine Einspeisevergütung für produzierte Wärme aus der Sonne ist derzeit in Begutachtung.

Bild: stocksnapper / photocase.com
*April, April – Das stimmt natürlich leider nicht. Die Idee für den Artikel enstand durch die absurde Meldung über die Solarlotterie und darf überall verteilt werden! Happy April’s Fool Day!

Nachtrag: Vielen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen. Hier noch den „seriösen“ Artikel dazu: „Die Solarlotterie ist der eigentliche Aprilscherz„.

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

6 Comments

  1. Danke! War gestern so richtig in Fahrt und dieses Umlagesystem fände ich tatsächlich superspannend. War eine nächtliche Eingebung, da ich schon lange darüber nachdenke, wie man das deutsche System noch besser bei uns einführen könnte.

  2. Mensch! Hab ich mich jetzt schon gefreut :-) Das hat alles so toll geklungen… nach endlich mal intelligenten politischen Lösungen und funktionierender Zusammenarbeit, aber da müssen wir wohl weiterträumen! Schöner Text, danke dafür (und sowieso für diesen Blog :-))

  3. Danke Alexander! Freut mich sehr das zu hören! Ich verspreche mich dafür einzusetzen, dass diese Idee kein Aprilscgerz bleibt. Es war sehr riskant diese Gedanken unter diesen Umständen zu veröffentlichen, aber die Resonanz hat gezeigt, dass die Bevökerung bereits weiter ist als die Politik. Jene Partei die das zuerst erkennt wird im Herbst auch Erfolge verzeichnen können.

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